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Fake-Site wirbt mit Men’s Health für Anabolika

Penisverlängerung, Mittel gegen Impotenz und Muskelaufbau: Derlei Versprechen schmücken seit jeher die Betreffzeilen von Spam-Mails. Auf Facebook blieb man lange verschont von solchen Angeboten. Bislang. Dass diese Zeiten endgültig vorbei sind, markiert der Erfolg von “Ironman Lifestyle”. Die Facebook-Seite wirbt mit Muskelaufbau und gibt sich dabei einen journalistischen Anstrich. So werden Nutzer auf eine Webseite geleitet, die Menshealth.de zum Verwechseln ähnlich schaut.

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Dabei gingen die Fälscher recht geschickt vor. Die gesamte Top-Navigation der Seite ist dem Original nachempfunden und verlinkt sogar auf die echte Webseite. Ebenso das Logo. Die Scam-Site macht sogar Werbung für ein Abonnement der echten Zeitschrift. Lediglich die Url weist einen kleinen Unterschied zur Men’s-Health-Domain auf. Ein „Reporter Bryan Stevens“ berichtet angeblich über seine Recherchen zu dem Präparat. Allerdings arbeitet weder für die US-Ausgabe noch für die deutsche Version der Men’s Health ein Reporter Namens Bryan Stevens.

Beworben wird der Inhalt der Scam-Site auf Facebook. Die dazugehörige Seite verfügt zwar nur über rund 7700 Fans. Allerdings scheint das Unternehmen Einträge mit einem aufgepumpten Dwayne „The Rock“ Johnson mit großem Budget zu bewerben. So likten bereits über 36.000 Nutzer einen entsprechenden Eintrag, in dem auch die Fake-Seite verlinkt ist. Der Eintrag stammt vom 9. März. An diesem Tag und vermutlich allein zu diesem Zweck wurde die Facebook-Seite auch gegründet.
Über die Betreiber der Webseite lässt sich nur wenig herausfinden. Die .com-Domain mit regionalisierten Inhalten hat ihren Sitz in Panama. Beworben wird ein Präparat, das beim Muskelaufbau (“Muskel in der Flasche”) helfen soll. Unwissenden wird ein redaktioneller Beitrag der Men’s Health vorgegaukelt. Ein Problem dürfte zweifelsohne die Verantwortlichkeit in solch einem Betrugsfall sein. Men’s Health erscheint schließlich in 41 Ausgaben in 47 Ländern. Die US-Webseite kommt auf 38 Millionen Visits im Monat.
Auf MEEDIA-Anfrage erklärte der Verlag, man wisse um das Problem und prüfe rechtliche Schritte. Derweil scheint die Anabolika-Industrie auf Facebook munter weiterzuwerben. Und obwohl sich viele Nutzer dem Betrug auf die Schliche gekommen sind und versprechen, den Seitenbetreiber zu melden. Bislang ohne Erfolg.

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