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Axel Springers große Start-up Offensive

Bei der Axel Springer AG stehen die Zeichen auf Start-up. Der Medienkonzern hat sich an der Start-up-Konferenz hy in Berlin beteiligt und forciert das Thema Start-ups und Apps derzeit massiv in der Bild-Zeitung. Bild-Chef Kai Diekmann sucht gleichzeitig zusammen mit Peter Würtenberger und Martin Sinner in den USA nach erfolgversprechenden Digital-Ideen. Wie Digital-Firmen und die Bild-Maschine gemeinsam wie geschmiert laufen, zeigt aktuell das Beispiel Idealo und Media Markt.

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Bei dem Elektronik-Händler Media Markt hat man marketingmäßig eine 180-Grad-Wendung vollzogen. Vor nicht allzu langer Zeit, wurde in Werbespots noch über Internet-Preissuchmaschinen hergezogen, Media Markt versprach vielleicht nicht den billigsten aber den “besten Preis”. Schnee von gestern. Jetzt kooperiert Mediamarkt mit der Springer-Preissuchmaschine Idealo. Man kann über Idealo den billigsten Preis für ein Produkt suchen und Mediamarkt verkauft das Produkt dann auch zu diesem Preis. Idealo gehört zur Axel Springer AG und wurde von jenem Martin Sinner gegründet, der sich derzeit gemeinsam mit Bild-Chef Diekmann und Springers Vermarktungschef Würtenberger in den USA auf digitaler Entdeckungs-Tour befindet.

Flankiert wird das flotte Werbedoppel zwischen Media Markt und Idealo von großen Anzeigen in der Bild. Springer verdient dabei gleich mehrfach: einmal mit Bild-Anzeigen und über die Media-Markt-Kooperation mit Idealo. Digital-Geschäfte und Start-ups sind auch abseits von Vertriebs-Schleudern wie Idealo bei Springer gerade das große Thema. Gerade hat sich Springer mit 49 Prozent an der Berliner Start-up Konferenz hy! Berlin beteiligt. Bei Burda, wo gerade wieder der Digitalkongress DLD läuft, dürfte man diese Aktivitäten misstrauisch beäugen. Die hy-Konferenz ging aus einem Start-up Wettbewerb hervor, der vergangenes Jahr im Rahmen des Media Entrepreneuers Day (ebenfalls eine Veranstaltung unter Springers Fittichen) veranstaltet wurde.

Mit dem Geld und der Marketing-Power von Springer soll hy! Berlin zu einer internationalen Netzwerk- und Konferenzreihe ausgebaut werden. Die nächste Veranstaltung ist bereits für den 3. und 4. Juni in Berlin angekündigt. Um hy! Berlin bekanntzumachen scheut sich Springer nicht, redaktionell die Werbetrommel zu rühren. Vergangene Woche wurde bereits Wirtschaftsminister Philipp Rösler zum “Gewinner des Tages” in der Bild ausgerufen, weil er ein Focus-Jubiläumscover zu deutschen Start-ups gestaltet hat.

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Dass Rösler einen Beirat “Junge Digitale Wirtschaft” ins Leben gerufen hat, war der Bild dann kurz darauf einen geschmeidigen Jubel-Artikel wert, in dem auch hy! Berlin nicht zu kurz kam – allerdings ohne den Hinweis, dass man hier Werbung in eigener Sache macht. Am Sonntag nahm sich auch die Bild am Sonntag dem Thema deutsche Start-ups großflächig an. Auf einer Doppelseite präsentierten junge App-Macher ihre Visionen für das nächste große, digitale Ding. Wieder versehen mit freundlichem Hinweis auf hy! Berlin aber ohne Hinweis auf die dahinter stehenden geschäftlichen Interessen des Medienhauses Springer. Eine der Apps von der Doppelseite (die Foto-App EyeEm) wurde in der BamS dann zusätzlich im Technik-Teil in einer Geschichte über Foto-Apps nochmals vorgestellt – sicher ist sicher.

Für Springer ergibt die Beteiligung an einer solchen Eventreihe wie hy! Sinn. Der Medienkonzern sitzt damit an der Quelle und kann sich bei vielversprechenden neuen Digital-Ideen frühzeitig und günstig einkaufen. Um die eigenen Start-ups bekannt zu machen steht dann im Hintergrund die Aufmerksamkeitsmaschine Bild bereit. Schon jetzt trägt das Digital-Geschäft rund 35 Prozent zum Umsatz bei Springer bei. Das Unternehmen setzt alles daran, dass dieser Anteil künftig noch deutlich größer wird. Das große Geld wird dabei freilich abseits klassischer Medien verdient. Den Medien bleibt die Rolle des Aufmerksamkeitsbeschaffers für die schönen neuen Apps. Auch eine Form der Arbeitsteilung.

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Alle Kommentare

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