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BSkyB: James Murdoch tritt zurück

James Murdoch ist nicht mehr Chef des Aufsichtsrates der britischen TV-Gruppe BSkyB. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Murdoch bleibt dem Gremium in einer untergeordneten Funktion erhalten. Der Rücktritt wird von britischen Medien wie dem Guardian als "unvermeidlich" bezeichnet. Der Sohn des Medienmogul Rupert Murdoch spielt eine zentrale Rolle in dem Phone-Hacking-Skandal, der zur Einstellung des Murdoch Boulevardblatts News of the World geführt hatte.

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Zuvor war James Murdoch Ende Februar von seinem Posten im Aufsichtsrat von News International und von der Herausgeberschaft der Zeitung Sun zurückgetreten. In den vergangenen Monaten waren etliche Details über Abhörmethoden ans Licht gekommen, denen sich Reporter der News of the World bedient hatten, um an Informationen über Prominente oder Verbrechensopfer zu kommen. Rupert und James Murdoch hatten sich in einem Parlamentsausschuss im vergangenen Jahr zu dem vom Guardian aufgedeckten Skandal äußern müssen. Nun besteht vor allem der Verdacht gegen James Murdoch, er habe dem Ausschuss nicht die gesamte Wahrheit gesagt, als er sein Wissen über die kriminellen Machenschaften herunterspielte.

Über die News Corporation halten die Murdochs 37 Prozent der Anteile an der erfolgreichen TV-Gruppe BSkyB. Ursprünglich hatte die Familie diesen Anteil sogar aufstocken wollen, der Skandal verbunden mit der immensen Rufschädigung der Murdochs vereitelte dieses Vorhaben jedoch. "Ich bin entschlossen, dass die Interessen von BSkyB nicht geschwächt werden durch Angelegenheiten, die außerhalb des Unternehmens liegen", sagte James Murdoch laut einer Pressemitteilung. Er sei "stolz" über das, was BSkyB erreicht habe. Er habe sich stets "ethisch einwandfrei" verhalten, betonte Murdoch in einem Brief. Vor seinem Wechsel in den Aufsichtsrat war Murdoch Vorstandsvorsitzender von BSkyB. Nachfolger von Murdoch wird Nicholas Ferguson.  

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Murdoch entledigt sich damit immer mehr seiner Ämter und Posten – und kommt damit für die Nachfolge seines Vaters als Medienzar über das Imperium von News Corp. nicht mehr in Frage. Die britische Regulierungsbehörde Ofcom hatte schon eine Untersuchung angestrengt, ob Murdoch an der Spitze des Aufsichtsrates von BSkyB vertretbar sei. Zudem wird von dem Parlamentsausschuss, der Murdoch zweimal befragte, in wenigen Tagen ein Gutachten vorgelegt, das die Rolle des Managers noch einmal genau unter die Lupe nehmen dürfte.   

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