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Zwölfjähriger klagt Pressefreiheit ein

Kurioser Fall in Bayern: Ein Zwölfjähriger verklagte den Freistaat, weil er an seiner Schule keine Schülerzeitung herausgeben durfte. Das Verwaltungsgericht in München gab ihm Recht, berichtet Merkur Online, und liefert damit ein Lehrbeispiel für gelungene Pressefreiheit. Er darf sein Bazillus getauftes Blatt verkaufen – gegen den Willen der Schulleiterin des Ignaz-Kögler-Gymnasiums, Ursula Triller, in Landsberg. Sie begründete die Ablehnung damit, dass es bereits eine Schülerzeitung gebe.

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An dem Gymnasium gab es die Schülerzeitung Virus. Die war laut Merkur Online jedoch seit einem Jahr nicht mehr erschienen, weshalb der zwölfjährige Stephan Albrecht sich entschloss, sein eigenes Projekt zu starten. Er trommelte zwölf Kinder aus der sechsten und siebten Klasse zusammen, mit denen er die Zeitung erstellte und verteilte. Die Erstausgabe des Bazillus erschien im Juli. Eine zweite Ausgabe herauszugeben, verbot ihm Oberstudiendirektorin Triller jedoch und sagte, sie habe sich „dazu mit dem Kultusministerium abgestimmt“.
Albrecht wandte sich daraufhin an den Medienverband Junge Presse Bayern. Der stimmte ihm zu und unterstützte ihn. „Ich habe Frau Triller wahrscheinlich 50 E-Mails geschrieben, vielleicht drei Mal eine Antwort erhalten“, sagte der Zwölfjährige. In einer Antwort schrieb die Schulleiterin: „Die Hartnäckigkeit“, mit der Albrecht auf seiner Zeitung beharre, sei „geeignet, den Schulfrieden zu stören.“ Bazillus wollte sie an ihrer Schule nicht mehr haben.
Mithilfe eines Berliner Anwalts erwirkte Albrecht nun in einer einstweiligen Anordnung, dass seine Schülerzeitung doch verkauft werden darf. Im richterlichen Beschluss heißt es, eine freie Schülerzeitung brauche für die Produktion keine Genehmigung der Schulleitung, „damit keine irgendwie geartete Zensur stattfinden kann“. Das Kultusministerium sagte auf Merkur-Anfrage, die Schule werde den Beschluss akzeptieren.

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