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“Wir senden nicht für Medienkritiker”

Maybrit Illner fährt die Krallen aus. Im Spiegel Online-Interview weist die ZDF-Moderatorin die von Bundespräsident Norbert Lammert angemahnte "Entertainisierung" der Polit-Talks zurück: Die Sendungen seien "keine Simulation, kein Scheingefecht" politischer Diskussionen. "Polit-Talks haben mit der Legislative nicht das Geringste zu tun", so die 46-Jährige. Sie glaube, dass die Medienkritik dieses Formats überdrüssig sei. "Wir senden aber nicht für die Medienkritiker, sondern für den Rest der Menschheit."

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Illner gibt zu, dass in der Talk-Sendung einiges inszeniert sei, wie es auch im Bundestag unter strengen Prämissen stattfinde. Dennoch könne sie mit der Lammert-Kritik nichts anfangen: "Wenn der Bundestagspräsident mit der Akzeptanz der politischen Debatte im Bundestag unzufrieden ist, dann kann man sich vielleicht ein paar Alternativen einfallen lassen, aber man muss nicht alle halbe Jahre die Polit-Talks beschimpfen", keilt die Talkerin zurück. Sie verstehe den Ansatz nicht, dass verantwortliche Politiker nicht in Talkshows gehen sollten, weil sie damit die Politik entwerten würden. Ihr Statement: "Sorry, aber das Gegenteil ist der Fall."

Auch die Medienkritiker kriegen ihr Fett weg. Illner "liebe" zwar Kritik, habe aber nur manchmal das Gefühl, dass die Medienkritik dieses Formats überdrüssig sei, "überdrüssiger als der Rest der Menschheit". Ihre Ansage: "Wir senden aber nicht für die Medienkritiker, sondern für den Rest der Menschheit. Wir machen nun mal Fernsehen, und Fernsehen ist zwangsläufig oberflächlich."

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Seit zwölf Jahren moderiert Illner den gleichnamigen Polit-Talk. Mit den Einschaltquoten gibt sie sich durchaus zufrieden: "Manchmal bin ich wirklich überrascht, mit welcher Aufmerksamkeit und welchem überdurchschnittlichen Interesse Sendungen geguckt werden, die ganz bestimmt nichts für den Erstklässler sind und eine Menge Fragen beantworten." Sie könne sich vorstellen, noch zehn Jahre so weiterzumachen.

Auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, die vakante Position der Moderatorin von "Wetten, dass..?" zu übernehmen, winkt sie ab: "Ich bin so überhaupt nicht die Unterhaltungstante. Ich bewundere die Kollegen, die das können – und bleibe lieber bei meinem Leisten."

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