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Kachelmann: Schwarzer verweigert Aussage

Das Gastspiel der Bild-Kolumnistin Alice Schwarzer als Zeugin des Kachelmann-Prozesses war nur kurz. Schwarzer machte von ihrem Zeugnis-Verweigerungsrecht Gebrauch und wurde sofort wieder aus dem Zeugenstand entlassen. Jörg Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn wollte nachweisen, dass sie Kontakte zum Therapeuten des mutmaßlichen Opfers hatte. Jetzt will Schwenn den Anwalt des mutmaßlichen Opfers als Zeuge laden lassen.

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Der Rechtsanwalt Thomas Franz vertritt das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer, das im Prozess als Nebenklägerin auftritt. Die Frau wirft ihrem Ex-Liebhaber, dem ehemaligen ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann, vor, sie vergewaltigt zu haben. Kachelmanns Strafverteidiger Johann Schwenn geht es nun darum, ob der Anwalt Franz, den Therapeuten des mutmaßlichen Opfers, Günter Seidler, über einen Anruf des Vorsitzenden Richters des Oberlandesgerichts Karlsruhe informiert hat. In diesem Anruf soll der Vorsitzende Richter den Therapeuten Seidler angeblich gewarnt haben, dass dass OLG Kachelmanns Untersuchungshaft beende und nun möglicherweise eine Gefahr für Seidler und das mutmaßliche Opfer bestehe. Schwenn hält einen solchen Anruf des OLG-Richters für unwahrscheinlich und will so die Glaubwürdigkeit des Therapeuten Seidler erschüttern.

Von Alice Schwarzer wollte Schwenn wissen, inwiefern sie in Kontakt mit Seidler gestanden und ob sie sich mit anderen Ex-Geliebten Kachelmanns getroffen habe. Schwarzer hatte am Rande des Prozesses erwähnt, ein paar Mal mit Seidler telefoniert zu haben. Schwenn wirft Schwarzer vor, eine Medienkampagne gegen seinen Mandanten Kachelmann zu betreiben. Als Journalistin genießt Schwarzer allerdings ein umfangreiches Zeugnis-Verweigerungsrecht, von dem sie am Mittwoch Gebrauch machte. Unter dem Verweis auf den Schutz ihrer Quellen würde sie nichts sagen, was sie nicht ohnehin schon öffentlich gesagt habe, beschied Schwarzer und wurde vom Gericht schnell wieder entlassen.

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Zuvor war der Heidelberger Rechtsmediziner Rainer Mattern verhört worden. Mattern, der die Ex-Freundin von Kachelmann kurz nach der angeblichen Vergewaltigung untersucht hatte, sagte aus, dass nach ihrer Schilderung deutlicher Spuren an der Messerklinge erwartet worden wären. Das Landeskriminalamt habe solche aber nicht festgestellt. Dies könne man als Widerspruch darstellen, sagte er. Der Rechtsmediziner sagte aber auch, dass fehlende Verletzungen im Genitalbereich der Frau nicht gegen ihre Version der Vergewaltigung sprächen.

Alice Schwarzer darf nun künftig also wieder als Bild-Berichterstatterin am Kachelmann-Prozess teilnehmen. Ob das Gericht dem Antrag Schwenns folgt und nun auch den Anwalt der Nebenklägerin in den Zeugenstand beruft, bleibt abzuwarten.

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