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Mit dem iPhone auf Verbrecherjagd

Welche Möglichkeiten das Verknüpfen von unterschiedlichen Informationsebenen auf Smartphones bietet, demonstriert gerade die Berliner Softwarefirma BerliTec mit ihrer iPhone-App “Verbrechen”. Herausgekommen ist keine Umsetzung des gleichnamigen Buch-Bestsellers des Strafverteidigers Ferdinand von Schirach, sondern eine App, die auf Google-Landkarten Polizei-Infos aus der direkten Umgebung anzeigt und katalogisiert. Im deutschen App-Store ist “Verbrechen” bereits ein Verkaufs-Hit.

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Aktuell ist “Verbrechen” von BerliTec die zweitmeistverkaufte App im deutschen AppStore fürs iPhone. Das Programm kostet derzeit einmalig 1,59 Euro. Nach dem Download ermittelt die App den eigenen Standort mit Hilfe des eingebauten GPS-Empfängers und zeigt anschließend kleine rote “Verbrechens”-Symbole in der Umgebung an. Allerdings werden nicht nur Verbrechen angezeigt, sondern auch Autounfälle, Brände etc. – eben alles, was gemeinhin in einem offiziellen Polizeibericht steht.

Und genau daraus speist sich die “Verbrechen”-App derzeit. Das Programm greift über den Pressemitteilungs-Service ots (Original-Text-Service) der dpa die Polizeiberichte verschiedener Städte ab und stellt die polizeilich erfassten Vorfälle mit Logos in der App dar. Dabei werden die einzelnen Ereignisse nach Schlagworten wie “Tötungsdelikt”, “Raub”, “Drogendelikt”, “Vandalismus” oder “Autounfall” sortiert. Man kann sich also beispielsweise auch nur die Autounfälle in der Gegen anzeigen lassen. Sollten Nutzer eine Fehler in einer der Meldungen entdecken, kann man dies via Knopfdruck an die Betreiber der App weiterleiten.

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Was klingt wie der wahr gewordene feuchte Traum eines Polizeireporters bei der Boulevardzeitung, hat in der Praxis noch einige Macken. So ist die Anzahl der Quellen für die “Verbrechen” noch zu gering. In vielen Gegenden Deutschlands werden so gar keine Verbrechen angezeigt, weil schlicht die Daten fehlen. Dies sorgt, neben sehr vielen positiven Bewertungen, auch für zahlreiche negative Kritiken im App-Store. Nach eigenen Angaben arbeiten die Entwickler aber daran, die Datenbasis zu verbreitern und kündigen Updates an.

Außerdem sind viele der angezeigten “Verbrechen” nicht aktuell. Teilweise reichen die Ereignisse bis in den Herbst vergangenes Jahr zurück. Das ist sicherlich eine Frage der Konfiguration. Vermutlich decken die Entwickler derzeit einen eher langen Zeitraum ab, um möglichst viele kleine rote Logos aus der Landkarte zu haben. Es wird spannend sein, zu beobachten, wie sich diese App weiter entwickelt.

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