Die Nichtraucher-Initiative Forum Rauchfrei hat scharfe Kritik am ZDF geübt. In einem offenen Brief an ZDF-Intendant Thomas Bellut kritisiert die Initiative, dass der ZDF Sommertreff, der heute in Berlin stattfindet, u.a. von dem Tabakkonzern Philip Morris (Marlboro) gesponsert wird. Laut der Initiative bedeute dies einen Verstoß gegen die ZDF-Richtlinien für Werbung und Sponsoring. Das Forum Rauchfrei fordert das ZDF auf, das Sponsoring durch Philip Morris zu beenden.
Der ZDF-Sommertreff ist eine traditionelle, hochkarätige Veranstaltung des Senders für geladene Gäste auf der Museumsinsel in Berlin. Auch viele prominente Politiker sind stets vor Ort. U.a. waren schon Außenminister Guido Westerwelle, Bundeskanzlerin Angela Merkel, FDP-Chef Philipp Rösler und viele mehr zu Gast, mit denen ZDF-Granden wie der Ex-Intendant Markus Schächter oder ZDF-Hauptstadtstudioleiterin Bettina Schausten, dann vor der Sponsorenwand posierten. Das Forum Rauchfrei moniert, dass die Politiker und der Sender damit zu Imageträgern für den Tabakkonzern Philip Morris würden. “Sie haben dem Tabakkonzern geholfen, sein angeschlagenes Ansehen aufzuwerten”, schreibt der Sprecher des Forums, Johannes Spatz in seinem offenen Brief.
Die ZDF-Werberichtlinien untersagen deutlich die Werbung für Tabak-Produkte und auch das Sponsoring von Sendungen durch die Tabak-Industrie - von Veranstaltungen ist in den Richtlinien nicht die Rede. Das Forum Rauchfrei sieht keinen Unterschied zwischen Sendungen und Veranstaltungen: Was für Sendungen gilt, müsse auch für Veranstaltung gelten, heißt es. Beim ZDF sieht man das anders. Ein ZDF Sprecher verwies darauf, dass der entsprechende Passus der Werberichtlinien für Veranstaltungen eben nicht gelte. Intendant Thomas Bellut würde dem Forum zu gegebener Gelegenheit antworten. Neben Philip Morris sind Opel, DHL und Airbus externe Sponsoren des ZDF Sommertreffs.
Und so werden sich auch heute Abend prominente Politiker mit ZDF-Oberen vor einer Sponsorenwand mit Philip Morris und Co. ablichten lassen und im Party-Zelt auf der Museumsinsel in Berlin werden gratis Rauchwaren gereicht und alles ist in allerbestem Einklang mit den Werbe- und Sponsoring-Richtlinien des Gastgebers. Das kann man scheinheilig finden. Oder pragmatisch.
Letzte Kommentare
08.08.12 21:25
Alfons Hilbig
Meine Beschwerde zur Sendung vom 7.8.12 an die ARD
Thema: Menschen bei Maischberger - Helmut Schmidt
Sehr geehrte Redaktion,
"Vor dem Gesetz sind alle gleich" ...so steht es, oder ähnlich, in unserem Grundgesetz.
Keiner Ihrer Moderatoren hat/te aber bisher den Mumm seinen Gast "Helmut Schmidt" darauf hinzu- weisen das er die Gesundheit seines Gastgebers oder anderer Gäste aufs Spiel setzt indem er ununterbrochen eine Zigarette nach der anderen qualmt.
Ich selber bin Raucher und muß mit den gesetz- lichen Einschränkungen in der Öffentlichkeit leben um einem Bußgeld oder einer Ordnungsstrafe zu entgehen. Warum also nicht auch der ehem.Herr Bundeskanzler? Dieser, jetzt, senile Herr, der geschichtlich auch sehr viel Dreck am Stecken hat, setzt sich einfach über Gesetze hinweg und ist als Vorbild inakzeptabel da ja auch Jugendliche zuschauen und sich einen Reim daraus machen, das Rauchen cool sein kann. Abgesehen davon waren seine Antworten/Argumente bla...bla...bla. Das hätte meine Putzfrau besser hinbekommen.
Ich weiß nicht ob Frau Maischberger eine Raucherin ist oder nicht. Wenn nein, warum setzt sie sich dann dieser Gesundheitsgefährdung aus? Wird sie etwa von der Redaktion dazu gezwungen sich einer gesundheitlichen Gefährdung auszu-setzen oder hat sie zuwenig Rückgrat um ihre Rechte durchzusetzen.
...
Mit freundlichen Grüßen
Antwort der ARD am 8.8.12:
Sehr geehrter Herr ...,
vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse am Ersten Deutschen Fernsehen.
Wir bedauern Ihre kritischen Anmerkungen und geben diese an die zuständige Redaktion zur Kenntnis weiter.
Der Westdeutsche Rundfunk nimmt den Nichtraucherschutz sehr ernst. Deshalb herrscht in den Talksendungen und auch in den fiktionalen Programmen das generelle Gebot, nicht zu rauchen. Nur in absoluten Ausnahmefällen weicht der WDR von diesem Rauchverbot ab und auch nur dann, wenn alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Studio ihre Zustimmung geben. Die Sendung mit Helmut Schmidt ist ein absoluter Einzelfall und soll es auch bleiben.
Wir hoffen, Ihren Anforderungen in Zukunft besser gerecht zu werden und Sie auch weiterhin zum Stammpublikum des ERSTEN zählen zu dürfen.
Meine Antwort am 8.8.12
Sehr geehrte Frau ...
Helmut Schmidt, den Sie als unverzichtbare Persönlichkeit halten ist am Ende nur eine labiler Mitbürger der durch sein Kettenrauchen kein Vorbild für unsere Jugend sein kann.
Sein Suchtverhalten in der Öffentlichkeit, und das ist nun mal die ARD, ist mit keiner Ausnahme zu rechtfertigen. Im Gegenteil: Durch sein Alter vermittelt er der Jugend das Rauchen garnicht so schädlich sein kann wie immer gesagt.
Durch das Zeigen dieser rauchenden und bekannten Person machen Sie als Anstalt des Öffentlichen Rechts direkt oder indirekt Werbung für die Tabakindustrie.
Ihre Antwort auf mein Schreiben ist ausweichend und nicht begründet warum dieser Bürger in ihren Studios rauchen darf und somit ihre Mitarbeiter vergiftet (Arbeitsstättenverordnung).
Wenn alle Ihre Mitarbeiter, wie Sie schreiben, zugestimmt haben so denke ich mir das diese unter Zwang gehandelt haben.
Da ich mit Ihrer fadenscheinigen Aussage nicht zufrieden sein konnte habe ich im Internet etwas recherchiert und bin auf Seiten gestoßen die klar aussagen das Sie widerrechtlich handeln.
Auch Strafanzeigen, in dieser Sache, gegen Ihren Sender wurden schon gestellt.
Wie ich bereits schon schrieb, bin ich ein Raucher und halte mich an die Gesetze um nicht Gefahr zu laufen dafür bestraft zu werden. Aber es geht einfach nicht das mit zweierlei Maß gemessen wird.
Ich fordere Sie auf, Bilder mit einem rauchendem Schmidt oder ähnlicher Person nicht mehr öffentlich zu zeigen. Ansonsten muß ich in Erwägung ziehen gegen Sie eine Strafanzeige zu stellen.
Mit freundlichen Gruß
24.07.12 00:14
Richard Hagenauer
Menschenwürde, Scham, Takt, Gefühl, sind für das ZDF Fremdworte. Wer sich vom größten Menschenvernichter weltweit mit jährlich 140 000 Toten, alleine in Deutschland, sponsern lässt, und als Gegenleistung in allen Sendern für das Rauchen wirbt, gehört in die allerunterste Schublade der Glaubwürdigkeit. Für Geld Millionen tabakbedingte köperlich geschädigte Menschen in Kauf zu nehmen ist kriminell!