Der nächste Tag, der nächste Sturm im deutschen Shitstorm-Sommer 2012: Nach Galileo, McDonald's und Vodafone sieht sich nun Werder Bremen mit einem massiven Facebook-Protest konfrontiert. Die Anhänger des Bundesligisten gehen gegen Wiesenhof als möglichen neuen Trikotsponsor auf die Barrikaden 2.0. Die Facebook-Gruppe „Wiesenhof als Werder-Sponsor? Nein, danke“, zählte am Donnerstagabend bereits über 10.000. Stand Freitagmorgen: über 12.000. Der Verein versucht noch, das Problem auszusitzen.
Der Ärger der Fans richtet sich vor allem gegen den Umstand, dass Wiesenhof Tiere quälen soll. So sagte beispielsweise die Linda Neddermann, tierschutzpolitische Sprecherin der Bremer Grünen: „Es ist desaströs, dass Werder einen Trikotsponsor bekommt, der im Verdacht steht, Tiere zu quälen. Der Verein hat eine Vorbildfunktion, gerade für Kinder. Offenbar ist es Werder egal, wen sie als Trikotsponsor haben. Ich unterstütze alle Anhänger, die dagegen votieren.“ Bereits im Logo der Facebook-Gruppe findet sich der Schriftzug „100% Werder. 0% Tierquäler“.
Facebook-Gruppe: „Wiesenhof als Werder-Sponsor? Nein, danke“
Die Diskussion um den neuen Hauptsponsor ist längst nicht mehr nur auf die Facebook-Gruppe begrenzt. Auch auf der offiziellen Seite wird kräftig protestiert. So haben die Wiesenhof-Gegner längst unzählige Bilder gepostet, die sich gegen den potentiellen neuen Sponsoren wenden. Werder selbst hat auch schon auf seiner Facebook-Seite reagiert. In einem Posting versichert der Verein, dass noch keine Entscheidung gefallen sei. „Sobald eine Entscheidung gefallen ist, werden wir euch transparent und umfassend darüber informieren. Selbstverständlich laden wir euch ein, eure Meinung frei zu äußern. Bitte bedenkt im Interesse der Fußball-Fans auf unserer Seite, dass auf diesem Kanal weiterhin der Sport im Vordergrund stehen soll.“
Der neue Spitzname für die Werder-Profis stünde auf jeden Fall schon fest. Sollte wirklich Wiesenhof auf den Trikot stehen, wird es sehr schnell, sehr viele neue Wortspiele über die „Hühnerbrüste“ von der Weser geben.
Update (Freitag 12.55 Uhr):
Via Pressemitteilung bestätigt Werder Bremen, dass Wiesenhof neuer Hauptsponsor wird. Die Folge: Die empörten Fans machen ihrer Wut auf der offiziellen Seite von Werder Bremen jetzt Luft. Im Sekundentakt gehen gerade neue Wut-Postings ein.
Letzte Kommentare
13.08.12 18:54
P. Rezzo
@ Harald Posny... Zuviel Fernsehen geschaut, zu viele kritische Sendungen ohne Selbstkritik reingezogen und ziemlich leichtgläubig oder wie Herr Posny? Und wo arbeiten Sie ? Ist der Laden "anständig"? Sind Sie immer "anständig"? Hundertprozentig anständig? Nie Fehler gemacht? Oder ein Besserwisser, Gutmensch oder gar Heiliger? Auch nicht beneidenswert. Wir sind alle kleine Sünderlein.. s'war immer so und wird so bleiben. Das werden Ihr heiligen Shitstormer auch nicht ändern. Wetten!
11.08.12 00:54
Harald Posny
Ach nee, Herr Rezzzo: ...mag sein, dass bei Wiesenhof etwas zu bemängeln ist...??? Hallo, keine TV-Sendung über den Skandalbetrieb gesehen, keine Zeitungsberichte darüber gelesen, nur auf facebook herumgeturnt? Kein Wunder! Und wieso Hunderttausende von Arbeitsplätzen platt machen?
Nur anständig arbeiten, nicht wie Schlecker & Co.
Ergo: Vorstände von Fußballvereinen sind dumm, ihr IQ tendiert gegen Null.
10.08.12 19:45
M. S.
@ Hans Schlüter
Jeder größere Konzern ist in gewisser Weise "fragwürdig". Warum sollte das Traditionsunternehmen H+K schlechter sein als Kik? Wenn man so anfängt, kann man das mit dem Sponsoring gleich vergessen.
10.08.12 19:16
Hans Schlüter
Bremen spielte doch zuletzt wie auf dem Schlachthof.
Im Ernst: Fans sollten sich generell gegen fragwürdige Sponsoren wehren. In diesem Fall erst recht. Sonst könnte ja Bayern auch Trikot-Werbung für Heckler+Koch machen, nach dem Motto: Jeder Schuß ein Treffer.
10.08.12 15:19
Sven Jonas
Wusste gar nicht, dass so viele Fußballfans Peta-Anhänger sind. Oder das sind das am Ende gar keine Fans, die sich da so lautstark zu Wort melden? ;-)
Im Ernst: ich habe mittlerweile eine echte Abneigung gegen "Shitstorms" jedweder Art entwickelt und kann allen Betroffenen nur raten, das durchzustehen und nicht vor einem Internet-Mob einzuknicken -- das wäre fatal.