Der Deutsche Werberat hat in seiner Jahresbilanz insgesamt 255 Beschwerden registriert. Mehr als ein Drittel der Einwände aus der Bevölkerung betrafen Werbemaßnahmen, die als frauenfeindlich wahrgenommen wurden. So wurde dem sauerländischen Unternehmen Mester Kunstbaue eine Rüge erteilt, weil es in einer Anzeige für einen künstlichen Fuchsbau mit einer nackten, rothaarigen, auf einer Betonröhre kriechenden Frau geworben wurde. Der Slogan dazu: "Jäger stehen drauf, Füchse sowieso".
Hans-Henning Wiegmann, Vorsitzender des Werberats, sagte über den Jahresbericht 2009, dass es zum Teil krasse Grenzüberschreitungen in der kommerziellen Markt-Kommunikation gegeben habe. Dennoch sei es im Vergleich zum Vorjahr nicht "durch die global grassierende Wirtschaftskrise zum Anstieg von beanstandeswerten Aktivitäten gekommen". Im Jahr 2008 verzeichnete das Gremium 264 Beschwerden aus der Bevölkerung.
Von den aktuell 255 Beschwerden stimmte der Werberat 69 Protesten zu, davon sieben öffentliche Rügen. In acht Fällen änderten die Unternehmen die kritisierte Werbung. Die restlichen 54 Beschwerden führten dazu, dass die Unternehmen die Werbung einstellten. Beschwerdemotiv Nummer 1 war dabei der Vorwurf, die Anzeigen seien frauendiskriminierend (35 Prozent). Als weitere Beschwerdegründe wurden Gewaltverherrlichung (11 Prozent), Gefährdung von Kindern und Jugendlichen (9 Prozent), Verstoß gegen Alkohol-Werberegeln (5 Prozent) und Verletzung religiöser Empfindungen (3 Prozent) genannt.
Bei 186 Werbeanzeigen sah das Gremium keinen Handlungsbedarf. So wurde gegen den TV-Spot von Dr. Oetker, der "Paulas Pudding" bewirbt, Beschwerde eingereicht, die der Werberat aber als überzogen einordnete. Der Einwand wurde erhoben, weil die Verwendung eines Frauennamnes für eine Kuh diskriminierend sei. Der Beschwerdeführer war in diesem Fall selbst betroffen: Ein Mitglied seiner Familie trage diesen Namen.
Die sieben öffentlichen Rügen gingen an die Firmen Hotelkette Hostel A&O (Beiersdorf-Freudenberg), Baufirma WOFA GmbH (Weil in Schönbuch), MSI Technologie (Frankfurt/M), Autoverleih MTS GmbH (Leipzig), Finanzvermittler AVF (Sindelfingen), Arte Gastronomie- Betriebs AG (Nürnberg) sowie den Bodenverleger Dieter Holschbach GmbH (Morsbach).
Letzte Kommentare
16.03.10 13:15
Frank Wolfraum Web-Site
Humor ist, wenn man trotzdem lacht ;-)
Der deutsche Werberat ist mit Sicherheit ein wichtiges Gremium, aber es sollte nicht von jedem "Möchte-gern-Werbe-Sheriff" angerufen werden können.
Besonders die hier im Artikel getroffene Aussage "...Der Einwand wurde erhoben, weil die Verwendung eines Frauennamnes für eine Kuh diskriminierend sei..." wirft bei mir die Frage auf, ob die Kuh sich wirklich diskriminiert gefühlt hat?
Bisher hatte ich noch keine Affinität zu der genannten Süßspeise. Aber jetzt fahr ich erst mal einkaufen....
Im Kreis meiner Kunden befindet sich ein Milchproduzent, der aktuell dabei ist, dass halbe Bundestelefonbuch zu diskriminieren :-))
Schönen Tag noch.