Ein Scheibchen Mortadella sorgte bei vielen Facebook-Usern für einen Sturm der Entrüstung: Weil die Bank Ing-DiBa in ihrem neuen TV-Spot mit dem NBA-Star Dirk Nowitzki in einer Fleischerei wirbt, proben militante Veganer seit fast einer Woche auf der Fanpage des Geldinstituts den Shitstorm. Statt günstiger Kredite diskutieren User nun Massentierhaltung und Fleischkonsum. Der Vorfall zeigt: Im Social Web definieren die User das Bild einer Marke, nicht das Unternehmen selbst.
Eine Scheibe Wurst, “damit Du groß und stark wirst”, bietet die vermeintliche Metzgerin Basketball-Profi Nowitzki an, der in dem Bank-Spot eine Fleischerei aus Kindertagen besucht. Das Motto: "Wenn Du einfach mehr bekommst, dann ist es DiBaDu". Das Ing-Diba-Testimonial Nowitzki macht damit Werbung für ein Tagesgeldkonto.
Doch auf Facebook fühlen sich seit einigen Tagen viele Veganer in ihrer Ehre gekränkt. “Dass diese Werbung immer noch nicht abgesetzt wurde ist eine Unverschaemtheit!”, schreibt eine Userin. “Schrecklich, Nowitzki isst Wurst ! Guter Spot, habe gut gelacht. Alle Wurstgegner sollte etwas Toleranz zeigen. Wieviel Chemie und CO2 - Schuld steckt wohl in einer Banane?”, schreibt ein anderer User. “Die Zeit wird kommen, da die Menschen wie ich die Tiermörder mit gleichen Augen betrachten werden wie jetzt die Menschenmörder”, schreibt ein Dritter.
Seit kurzer Zeit ernten auch die Veganer für ihre Shitstorm-Ausdauer Kritik von Fleischessern, die ihnen mangelnden Humor vorwerfen. Dennoch: Die Bank selbst findet kaum eine Möglichkeit, der Lage Herr zu werden. Vorbildlich: Die Betreiber der Seiten deaktivieren nicht die Pinnwand, sondern laden die User weiterhin dazu ein, ihre Meinung kundzutun, aber dennoch nicht beleidigend zu werden.
Auch auf YouTube, wo die Bank ihren Spot hochgeladen hat, haben User eine Diskussion über das Für und Wider von Fleischkonsum entfacht. Der Ausgang der Kampagne zeigt: Unternehmen haben im Social Web nur noch minimalen Einfluss darauf, wie ihre Marke wahrgenommen wird.
Letzte Kommentare
10.01.12 10:48
Fleisch Freund
Der Aufstand der Veganer - an Unwichtigkeit nicht mehr zu übertreffen...
10.01.12 08:19
M S
Sehr geehrter Herr Disselhoff,
ich finde es nicht in Ordnung, Veganer generell als militant abzustempeln.
Es gibt sicherlich einige Vertreter, die etwas extreme Ansichten an den Tag legen, bei den Fleischessern ist das aber nicht anders.
Mit freundlichen Grüßen
eine Veganerin der Medienbranche, die niemanden als solche auffällt
09.01.12 18:51
Carsten Lange Web-Site
Schade, bisher war das Thema Social Media bei Meedia und Felix Disselhoff eigentlich immer in guten Händen. Dieser Artikel (mal von der zeitlichen Verzögerung die dennoch zu einem Sondernewsletter reicht abgesehen) ist inhaltlich nicht wirklich gut bewertet.
Ich denke, dass die Jungs von der ING DiBa alles richtig machen und sich die Hände reiben, ob des Buzz der um die Bank geschieht. Und die Angriffe der fleischlosen Front konzentrieren sich auch nicht gegen die Markenwerte der ING DiBa, sondern um ein sehr weit entferntes Thema.
09.01.12 18:35
Franz Josef Schermer Web-Site
Helge! Helge! Wurstwarenverkäufer Helge! Der kann Musik machen, hat Humor und ein altes Sportmoped. Was haben Veganer? Mehr Gesundheit? Nein, sie sind nicht nur humorlos, sondern haben gar keinen. Sie haben noch nichtmal einen Keller, in den sie zum lachen hingehen könnten. Versuch's also nochmal mit 'ner Gelben Rübe, DibaDibaDirk
09.01.12 17:36
Mark Bourichter
Alle auf Helge! http://youtu.be/yuJT7mhCf40