Viel Lärm um nichts: Bereits lange vor dem Start der neuen Tomorrow-Homepage prangt auf der Seite ein Countdown, der die Tage, Stunden und Minuten bis zum Relaunch herunterzählte. Für das ehrwürdige Internet-Magazin dürfte der Umbau wohl die letzte Chance sein, doch noch die Kurve zu kriegen. Aktuell sind die Klick- und die Auflagenzahlen des Print- und Online-Überbleibsels aus alten Dot-Com-Tagen extrem dürftig. Der erste Blick auf die neue Seite macht wenig Hoffnung.
Das sehen die Macher des neuen Web-Auftrittes ganz anders. Glaubt man den ersten Einträgen im neuen Tomorrow-Blog, knallen in der Redaktion gerade die Korken. Doch was wird hier eigentlich gefeiert? Das Einzige, was die Website bislang bieten kann, sind Listen mit den angeblich „besten Links im Web".
Ein bisschen dürftig, speziell nach der Ankündigung, alles besser zu machen, als es früher war. Im Blog-Posting heißt es: „Nicht, dass die alte (Seite) schlecht war – nein, sie war miserabel." Aber: „Das waren die anderen." Nun soll eine Liste mit Web-Adressen, dem Internet-Nutzer den Weg weisen und an alte Erfolge anknüpfen.
Die generelle Anordnung der Themen und Links wirkt unsortiert und konfus. Die Redakteure „Tom1“ und „Tom2“ haben etlichen Kategorien und Unterkategorien mit zumeist wenig originellen Web-Verknüpfungen gefüllt. Zu einigen Tipps gibt es immerhin eine Zeile Text. Um den Content zu erweitern, hofft die Seite auf die Mitarbeit ihrer Nutzer, die ihre persönlichen Link-Sammlungen beisteuern sollen.
Die neuen Bestenlisten sind nur der erste Schritt. Ab Dezember 2008 wird das Portal noch um die Rubriken „Today“, „TV Tomorrow“ und „Big Deal“ erweitert. „Im Bereich „Today“ werden Sie tagesaktuell mit Nachrichten rund um die Themen Internet und Technik versorgt“, verspricht die Seite. Hinter „TV Tomorrow“ soll sich ein tägliche Web-TV-Format verstecken und mit „Big Deal“ will die Redaktion ein eigenes Liveshopping-Angebot starten.
Nachdem das Heft und die Homepage erst in Hamburg und später in München gemacht wurden, zog die Redaktion Anfang des Jahres nach Berlin. Die Burda-Marke wird nun unter der Oberaufsicht des „Super Illu“-Chefredakteurs Jochen Wolff verantwortet. Tomorrow-Chefredakteur ist Jürgen Bruckmeier.
Bruckmeier braucht unbedingt einen Erfolg. Denn sowohl um die Print- wie auch die Online-Ausgabe ist es schlecht bestellt. Das Heft verkauft am Kiosk noch rund 12.000 Exemplare. Bei der Gesamtauflage sieht es mit knapp 60.000 Heften kaum besser aus. Im Fünf-Jahres-Trend büßte die Zeitschrift 63 Prozent an Auflage ein. Im Web ein ähnliches Bild. Für den August zählte die IVW 99.190 Klicks. Macht in den vergangenen zwölf Monaten ein Minus von 49 Prozent.
PLUS / MINUS
Das Layout gefällt. Beim Design ließen sich die Programmierer eindeutig vom Apple-Feeling inspirieren.
Die Flashprogrammierung läuft nicht rund. So gelungen das Design ist, so schlecht laden die einzelnen Elemente.
KONKURRENTEN
chip.de, computerbild.de
UNSERE MEINUNG
Peinlich. Erst wird der Relaunch mit einem extra Countdown angekündigt, dann geht nur eines von vier geplanten neuen Elementen online. So lässt sich die alte Dot-Com-Marke Tomorrow nicht retten.
Autor: Alexander Becker/Enzo Pietzsch
Geschrieben: Oktober 2008
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