Das Berliner Start-up zeigt, warum das gute alte MTV sterben muss: Tape.tv versorgt Musiksüchtige mit Videoclips am laufenden Band, ist aber nicht nur ein Sender für eine Generation, sondern auch für verschiedene Nutzerprofile: ein personalisierbares Web-TV.
In dieser Art der Unterhaltung zeigt sich die ganze Widersprüchlichkeit personalisierten Medienkonsums. Es ist eine Unterhaltung, die möglichst genau auf den Geschmack des Einzelnen zugeschnitten sein soll. Um seinem "einsamen" Konsum aber wieder zu entkommen, kann dieser Einzelne mit echten oder imaginären Freunden die Inhalte "teilen".
Dahinter steht keine revolutionäre Idee. Pandora, Deezer, Last.fm und viele andere Streaming-Dienste bieten ähnliche musikalische Quellen und Filter. Allerdings senden diese Web-Radiostationen bislang Audio. Tape.tv dagegen verfügt schon jetzt über rund 12.000 Videos, die sämtlich von Plattenlabels stammen, darunter auch von Majors (immerhin kann man bei Tape.tv auch Madonna oder Amy Winehouse anschauen).
Das Design lässt an Seriosität nichts zu wünschen übrig. Nur wenige Elemente stören den tiefschwarzen Grund. Das zentrale Element, ein transparenter Player, lässt sich intuitiv bedienen. Die Navigation nutzt das Alphabet oder wenige, launig benannte Genres wie "Hip Hop Hooray", "Deutsche Reime" oder "Soul Food".
Tape.tv ist kostenlos und wird über Werbung finanziert (nach einigen Videos folgt ein kurzer Werbeclip). Ein Einkaufs-Button ist zur Zeit noch inaktiv. In Zukunft sollen auch Konzerttickets über das Portal verkauft werden.
PLUS / MINUS
Gutes Design.
YouTube bietet mehr. Die alphabetische Suche funktioniert nicht. Und die Werbefilme stören sehr.
08.03.13 17:52
jorke kaiven Web-Site
http://lvpuma.com