Das Bildblog kontrolliert die Berichterstattung der „Bild“-Zeitung, Deutschlands wichtigsten Boulevard-Medium. Einen kritischen Blick auf den „Spiegel“, dem wohl einflussreichsten Nachrichtenmagazin, wagt jetzt der Hamburger Journalist Torsten Engelbrecht. „Schaut man den „Spiegel“ und dessen Ableger genauer an, so zeigt sich, dass viele Berichte faktisch nicht haltbar sind oder kritikwürdige Aussagen transportieren.“ Über diese Fehler will Engelbrecht in seinem neuem Watchblog informieren.
MEEDIA beantworte der Journalist die wichtigsten Fragen zu seinem neuem Projekt.
Ist „Spiegel“ so schlimm wie die „Bild“? Oder warum braucht das Hamburger Magazin ein eigenes Watchblog? Die Medien haben als selbst ernannter "Watchdog" eine zentral wichtige Funktion in unserer Gesellschaft. Sie sollen die Mächtigen kontrollieren und damit Machtmissbrauch verhindern. Die Kernfrage ist also: Wie groß ist der Impact eines Mediums auf die öffentliche Meinung, also auf das, was in einer Gesellschaft gedacht und für richtig oder sinnvoll befunden wird - und wie konsequent geht ein Medium damit um? Diese Fragen sind, was den „Spiegel“ angeht, besonders wichtig, weil das Nachrichtenmagazin unter den so genannten seriösen Medien in Deutschland wohl die Speerspitze darstellt - so wie die „Bild“ bei den Boulevardblättern. Was im Spiegel steht, wird sogar von Journalisten aus anderen Medien und selbst von Wissenschaftlern oft genug für bare Münze genommen. Dies kann heikel werden, wenn das, was im „Spiegel“ oder auch auf Spiegel Online berichtet wird, faktisch nicht haltbar ist, oder wenn über zentral wichtige Dinge nicht berichtet wird. Bereits die ersten vier Beiträge auf Spiegelblog, die sich wohlgemerkt nur auf aktuelle Berichte im Spiegel und auf Spiegel Online beziehen, sind ein beredtes Zeugnis dafür, wie heikel dies sein kann.
Gibt es ein Paradebeispiel für einen Fall, bei dem der „Spiegel“ zentral wichtige Informationen außer Acht lässt? Beide Sachverhalte, die in den ersten vier Beiträgen auf Spiegelblog thematisiert werden, nämlich Gen-Food und Gebärmutterhalskrebsimpfung, stellen Paradebeispiele dar. Beim Thema Gen-Food hat der „Spiegel“ nicht nur ausgeblendet, dass der Anbau von Öko-Äpfeln und letztlich der Öko-Anbau überhaupt eine mögliche Alternative darstellen, wenn es um die Zukunft der Landwirtschaft als Ganzes geht. Was verwundert, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel im April 2008 insgesamt 60 Regierungen den World Agricultural Report unterzeichnet haben. Hierzu heißt es, dass die industrielle Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und hohem Gifteinsatz praktisch gescheitert ist und dass die Gentechnolgie in der Landwirtschaft keine Lösung darstellt, um Armut, Hunger und Klimawandel wirksam begegnen zu können. Auch war es für den „Spiegel“ kein Thema, dass die EU-Kommission am 4. Dezember 2008 den Import der genmanipulierten Sojabohne Roundup Ready II (MON89788-1) des US-Konzerns Monsanto als Futter- und Lebensmittel genehmigt hat. Für Kritiker von Gen-Food, für dessen Unbedenklichkeit es keinerlei Beweis gibt, ist dies ein sehr besorgniserregender Vorgang. Beim Thema Gebärmutterhalskrebs wiederum befindet es der „Spiegel“ bis dato nicht für notwendig, über den Korruptionsverdacht bei der Medizinnobelpreis-Auszeichung zu berichten. Dies verwundert ebenfalls, denn auch dieses Thema ist hochbrisant - so brisant, dass viele Medien wie „taz“, „NZZ“ oder „Standard“ bis hin zum „Göttinger Tageblatt“ das Thema am 10. und 11. Dezember aufgegriffen haben. So sponsert der Pharmakonzern Astra Zeneca die Nobelstiftung und profitiert von der diesjährigen Verleihung des Medizinnobelpreises an den deutschen Forscher Harald zur Hausen. Denn Astra-Zeneca besitzt Patente zur Herstellung von Impfstoffen gegen mehrere Varianten des Humanen Papillomaviruses (HPV), die zur Hausens Forschungen zufolge als Auslöser für Gebärmutterhalskrebs gelten. Hinzu kommt, dass die Impfung seit längerem in der Kritik steht, weil sogar Todesfälle auf ihre Nebenwirkungen zurückgeführt werden. Auf Spiegel Online erfährt man hingegen am 11. Dezember lediglich, dass die Befürworter der Impfung den Kritikern der Impfung „Unseriösitäten vorwerfen“ .
Konzentriert sich das Blog ausschließlich auf den gedruckten „Spiegel“ oder auch auf Spiegel Online? Spiegelblog konzentriert sich auf Spiegel und Spiegel Online, gegebenenfalls werden auch Beiträge aus „KulturSpiegel“ und „UniSpiegel“ analysiert. Das „Manager Magazin“ ist nicht Teil der Analyse. Dafür fehlen die Ressouren. ManagerMagazinblog wäre aber sicher auch ein Projekt, das wert wäre, umgesetzt zu werden.
Finanzieren soll sich das Projekt über Werbung und Spenden. In seiner Bitte um Unterstützung schreibt Engelbrecht: „Sind Sie auch der Meinung, dass die deutschen Medien mit dem „Spiegel“ als eine Art Speerspitze ihre Macht nicht hinreichend dafür einsetzen, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der der erwirtschaftetete Reichtum gerecht verteilt ist und in der niemand Angst vor der Zukunft zu haben braucht? Wenn ja, so würden wir uns freuen, wenn Sie Spiegelblog zum Beispiel mit einem Geldbetrag unterstützen würden.“
PLUS / MINUS
Ähnlich wie das Bildbolg, ruft auch das Spiegelblog seine Leser auf „sachdienliche Hinweise“ zu schicken.
Ein sauber aufgesetztes Blog, ein gutes Layout und eine löbliche Idee. Hoffentlich hat Engelbrecht die nötige Zeit, die – selbstgeschaffenen – guten Rahmenbedingungen zu nutzen. Ein Watchblog macht sehr viel Arbeit und kostet Zeit. Kann er beides Investieren, könnte das Blog eine Bereicherung der deutschen Medienlandschaft werden.
TAGS
Blog,
Autor: Alexander Becker
Geschrieben: Dezember 2008
If settle to write the written essay, you will have to get know that this involves a long period of time! Some people flush their pre-written term papers, because they do not have writing skills! It’s sorrowful, but the how to buy an essay service will support these people any time they need.
Now, a lot of college students are pretty sure that the essay editing service can be the good place to buy critical essay at. Furthermore, it is really great way to improve a writing technique!
I am recent customer and I am really gladwith the grades I have gotten so far. And I was reallysurprised of this essays online! Remember that very little is needed to make a blissfullife.
10.03.10 19:52
MayerEva MayerEva Website
If settle to write the written essay, you will have to get know that this involves a long period of time! Some people flush their pre-written term papers, because they do not have writing skills! It’s sorrowful, but the how to buy an essay service will support these people any time they need.