Hart, rotzig und authentisch: Ist das die Zukunft des deutschen People-Journalismus? Seit zwei Monaten ist das junge Hamburger Gossip-Portal Smash24/7 online und schon jetzt wirken die arrivierten deutschen Promi-Seiten wie Bunte & Co. brav und bieder. Im MEEDIA-Interview erklärt Chefredakteur Boris Hächler sein neues Projekt und warum die Rivalen wie Bunte & Co. nur „Bonbon-Berichterstattung“ und „Roten-Teppich-Journalismus“ bringen.
Was ist Smash247.com? Wir haben den Anspruch, das schnellste, emotionalste und vor allem authentischste Celebrity-Portal im deutschsprachigen Raum zu werden. Und ich muss sagen: Das gelingt uns schon ganz gut. Wir bringen wir jetzt schon jeden Tag zwischen zehn und 15 Meldungen online – und das ziemlich schnell.
Kein schlechter Ausstoß für solch ein zwei Monate altes Web-Projekt. Danke. Aber das kann nur der Anfang sein. Wir werden immer bemüht sein, Anzahl und Qualität der Meldungen stetig zu steigern, uns zu entwickeln und unmittelbar auf die ständigen Veränderungen des Online-Marktes zu reagieren. So nah dran wie möglich am User und seinen Wünschen zu sein, ist Pflicht.
Wie muss eine Redaktion funktionieren, damit sie die schnellste im deutschen Goosip-Web ist? Das schaffen wir durch unser eingespieltes, in Sachen junger People-Journalismus sehr erfahrenes Team einerseits und gebündelter Online-Erfahrung auf der anderen Seite. Die Smash-Mannschaft besteht bislang aus zwei Text- und zwei Foto-Redakteuren, einem Video-Editor, einem CvD, einem Layouter und dem IT-Bereich.
Wenn es ihr Ziel ist, die schnellsten im deutschen Web zu sein. Mit wem vergleichen Sie sich? Konkurrenten werden sicher Bunte.de, Gala.de oder Intouch.de sein. Aber wir versuchen nicht nur bei der Geschwindigkeit zu punkten. Es geht auch entscheidend darum, bei der Aufbereitung der Storys die richtige Tonalität unserer Kernzielgruppe der 14 bis 29-Jährigen zu treffen: laut, frech und selbstbewusst. Das gilt für Text, Videos und Fotos. Wir haben noch einen weiteren Vorteil: smash24/7 wird ausschließlich für das Web produziert, ist somit – im Vergleich zu anderen – unabhängig von bestehenden Print-Objekten. Auch das macht uns schnell und flexibel.
Ist Ihr raues und blogähnliches Angebot überhaupt vergleichbar mit den arrivierten VIP-Magazinen? Eigentlich nicht. Wir machen junges Entertainment, sind ein gutes Stück rotziger, emotionaler und damit auch ehrlicher. Dass man dabei polarisiert, gehört dazu. Wir machen eben keinen typischen Roter-Teppich-Journalismus, sondern zeigen Stars wie sie wirklich sind.
Was ist Roter-Teppich-Journalismus? Wenn ich sehe, welche künstlichen Plattformen die Konkurrenz Stars und Sternchen teilweise zimmert – also immer geschniegelt, gestriegelt, in Watte gepackt und dann noch ne Schleife drauf. Das ist bestimmt nicht unser Konzept. Stars geht es auch mal schlecht: Sie werden dick, leiden unter Trennungen, kriegen Pickel, rasten aus. Dinge, die jeder kennt. Es gibt ein großes Bedürfnis der User, auch das miterleben zu können. Und dieses Bedürfnis befriedigen wir. Gibt es in Deutschland vergleichbare Angebote? Nein. Man kann uns aber nachsagen, dass wir uns an US-Angeboten wie tmz.com orientieren. Hierzulande haben wir jedoch eine klare Alleinstellung. Wie kommen Sie an Ihre Geschichten? Die sind doch nicht aus dem Web geklaut? Unsere Geschichten sind recherchiert. Dass wir dazu auch das Internet verwenden, ist selbstverständlich. Rund 70 Prozent der Storys entwickeln wir ohnehin aus Bild- oder Videomaterial. Dazu werden jeden Morgen hunderte von Fotos und Videos gesichtet. Besonders die Videos werden immer wichtiger beim Generieren von Storys.
Videos? Ja. Wir arbeiten beispielsweise exklusiv mit zwei Video-Paparazzi in Los Angeles zusammen. Die Jungs wissen, wo die Stars sind, hängen sich an sie dran und filmen sie. Ob beim Essen, in Discos oder beim Shoppen. Näher dran geht wirklich nicht.
Was halten die Stars von diesen neuartigen Video-Paparazzi? Das ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Paparazzi und Stars brauchen sich gegenseitig. Aufmerksamkeit und Medienpräsenz gegen Einblicke ins Privatleben – das ist der Deal.
Wir diese Art des People-Journalismus von den Lesern gewürdigt? Da bin ich mir sicher. Erste Erfolge geben uns recht. So hatten wir bereits im letzten Monat 120.000 Unique Visitors und 417.000 Klicks, obwohl wir noch keine Werbung machen und Reicheweiten-Kooperationen mit starken Partnern gerade verhandelt werden. Wie sieht Ihre langfristige Planung aus? Wir haben uns vorgenommen in einem Jahr bei 1,2 Millionen Besuchern und 6,9 Millionen Page Impressions pro Monat zu sein.
Wie finanziert sich die Seite? Hinter smash247.com steht eine Investorengruppe. Dazu werden in Zukunft Werbeerlöse kommen.
PLUS / MINUS
Schnell auf den Punkt. Die Texte sagen sofort was Sache ist.
Alle Besucher, die länger Hintergrundstücke oder tiefere Analysen suchen, sind bei Smash24/7 falsch.
Das Layout ist schrill und nichts für Ästeten. Die Texte sind schnell und voller Ausrufezeichen. Die Zielgruppe (14 bis 27 Jährige) liebt diese Seite. Deren Eltern findet sie grausam. Smash24/7 wird ein großer Erfolg.
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10.03.10 19:52
MayerEva MayerEva Website
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