Ein Paradigmen-Wechsel: Mit populären Technik-Fachblättern wie „Connect“ oder „Audio“, erarbeitet sich die Stuttgarter Motorpresse seinen Ruf als kompetenter Special Interest-Verlag. Die Schwaben standen für seriöse Berichterstattung und harte Produkttests. Mit dem Verkauf der Technik-Titel an die Weka-Gruppe, ändert die G+J-Tochter nun die Taktik und startet mit Megatest.de ein Verbraucherportal, dass statt auf eigene Tests auf aggregierte Produkt-Infos setzt.
Die Zielgruppe der neuen Plattform sind Konsumenten, die gerade den Kauf eines neuen Fernsehers oder Handys planen. „Im Internet Informationen zu einen Produkt zu finden, ist nicht das Problem. Schwierig ist es aber relevante Hintergrundberichte und die wirklich aussagekräftigen Tests zu finden. Genau an diesen Punkt wollen wir Helfen“, sagt der verantwortliche Projektleiter für Megatest, Alexander Ade, gegenüber MEEDIA.
Das neue Portal bietet Produktinformationen zu Unterhaltungselektronik, Computer oder Telekommunikation wie Navigationssysteme, Kameras und Camcorder, Spielkonsolen oder MP3-Playern. Aktuell kennt Megatest über 27.000 Produkte und knapp eine Millionen Produktbeschreibungen. „Wir aggregieren die Testberichte mit einer speziellen Crawler-Software von anderen Internet-Angeboten“, erklärt Ade. Das können Kundenrezensionen von Amazon und Ciao sein oder aber ein professioneller Test der Chip-Redaktion.
Die zusammengesuchten Texte übernimmt Megatest unkontrolliert. Deren Qualität und Inhalt wird nur stichprobenartig gecheckt. Trotzdem bastelt die Plattform aus den aggregierten Informationen einen Bewertungsschlüssel Namens den "Megadots", der jedes Produkt auf einer Skala von eins bis hundert bewertet. Wie sich die Megadots genau berechnen ist undurchsichtig.
Mit Megatest setzten die Stuttgarter konsequent auf das AAL-Prinzip (Andere arbeiten lassen). Das Team um Ade fragt noch nicht einmal die einzelnen Quellen um Erlaubnis. „Wir nutzen das Zitatrecht, dass es uns erlaubt kleine Text-Passagen zu zitieren. Wir nennen dazu natürlich immer die Quelle und verlinken auch auf diese“, sagt der Projektleiter.
Finanzieren soll sich Megatest über Affiliate-Programme. Heißt: Neben dem Produkttest gibt es jeweils eine Verlinkung zu einem Partnershop, der wiederum die Stuttgarter an seinen Einnahmen beteiligt. Obwohl gerade erst die Beta-Phase beendet wurde, ist Megatest bereits seit Juli online. Pro Monat zählt die Plattform rund 700.000 Besucher. Ab den nächsten Monat sollen die Besucherzahlen des Portals von der IVW erfasst werden.
PLUS / MINUS
Die Nutzer können auch direkt bei Megatest ihre eigenen Testberichte verfassen.
Es ist ein Mysterium, wie sich die Bewertungspunkte der „Megadots“ zusammensetzen.
Mit Hilfe von viel Suchmaschinen-Marketing und anderer SEO-Kniffe wird es der Motorpresse gelingen Megatest gut zu platzieren und auch zumindest kostendeckend zu führen. Langfristig werden die meisten Nutzer aber keine Plattform akzeptieren, die sich ihren Content nur aus anderen Quellen zusammensammelt.
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