Der Zeitpunkt ist günstig: Viele Medienhäuser und Web-Companys entlassen immer mehr Mitarbeiter und der Süddeutsche Verlag startet passend dazu sein neues Karriereportal Laufbahner.de. Unter dem Claim "Endlich Jobs, die wirklich passen" soll eine neue "Generation der Jobsuche" etabliert werden.
Zur Umsetzung des neuen Projekts hatte sich der Süddeutsche Verlag mit Harald Lenz bereits im vergangenen Sommer, einen echten Profi und Szene-Kenner geangelt. Lenz war bereits Geschäftsführer der Online-Portale Stellenanzeigen.de und JobScout24.de.
Technisch erinnert der neue Karriereservice an Web-Partnervermittlungen wie Parship. Denn auch die Münchner setzten auf eine Matching-Technologie. Diese soll "den registrierten Unternehmen und Bewerbern extrem passgenaue Empfehlungen liefern". Weiter heißt es in der Selbstdarstellung der Seite: "Im Vordergrund steht der direkte Kontakt zwischen Unternehmen und Interessenten, ohne Umweg über Personaldienstleister."
Kernelement der Plattform sind einzelne Profilseiten. Sowohl die Jobsuchenden, wie auch die Unternehmen stellen sich auf speziellen Detailseiten vor. Die Companys können dort nicht nur freie Stellen ausschreiben, sondern auch auf perspektivische Vakanzen hinweisen und so den Markt bereits im Vorfeld sondieren. Für die Jobsuchenden sind die Profile kostenlos. Die Unternehmen müssen dagegen je nach Mitarbeiteranzahl zwischen 250 Euro und 625 Euro pro Monat zahlen.
Knackpunkt an dem stimmigen Konzept ist jedoch die Frage, wie viele Jobsuchende überhaupt eine eigene Selbstdarstellung anlegen werden. Denn die Ego-Seiten erinnern doch stark an Xing-Profile. Auch vom Business-Netzwerk ist bekannt, dass es unter Hochdruck an neuen Rekruiting- und Job-Tools schraubt. Damit hätte Laufbahner.de gleich einen schier übermächtigen Web-Konkurrenten.
Der Markt für solche Angebote ist riesig. So kommt eine Bitkom-Untersuchung zu dem Schluss, dass 94 Prozent der deutschen Unternehmen im Web nach neuen Mitarbeitern suchen. Fast 60 Prozent der Unternehmen schalten Anzeigen in Online-Jobbörsen. Sogar 85 Prozent schalten Stellenanzeigen in Zeitungen oder Fachmagazinen.
PLUS / MINUS
Die Idee, mit Hilfe eines Matching-Technologie Jobsuchende und Unternehmen zusammenzubringen, ist gut.
Es scheinen erst wenige Firmen bei Laufbahner.de vertreten zu sein. So fehlt dem Angebot noch ein überzeugendes Argument, dass die Nutzer sich ein eigenes Profil anlegen.
In Zeiten, in denen die lukrativen Erlöse aus den Print-Stellenanzeigen immer stärker wegbrechen, hat die SZ die strategische Entscheidung getroffen, eine eigene Job-Börse zu launchen.
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