Es gibt zwei Arten von Surfern: Den gemütliche Typ, der mit ruhiger Hand und Maus durch das Web navigiert, und den Netz-Hektiker. Dank seiner kurzen Aufmerksamkeitsspanne weiß er: Mit der Maus zu surfen dauert oft quälend lange. Kenner navigieren mit Tastatur-Kurzbefehlen. Mit Keyboardr haben nun drei Kölner eine übersichtliche Metasuchmaschine entwickelt, die sich nur über die Tastatur bedienen lässt. Die Umsetzung ist so pfiffig, dass sie Seite ein Sensations-Erfolg werden kann.
In seiner Eigenschaft als Metasuchmaschine greift Keyboardr auf die Ergebnisse von Google, YouTube, Googles Bildersuche und Wikipedia zurück. In seiner Eigenschaft als Tastatur-Tool können die Nutzer über die Cursortasten durch die einzelnen Suchergebnisse navigieren. Die Pfeilauf- und Pfeilab-Tasten scrollen dabei durch die Google-Vorschläge, die Rechts- und Links-Tasten ermöglichen das Springen zu integrierten Wikipedia- oder YouTube-Resultaten.
Beeindruckend ist, in welcher Geschwindigkeit die Seite Suchergebnisse anzeigt. Schon beim Eingeben der Anfrage werden Begriffe vorgeschlagen und die Resultate der verschiedenen Quellen angezeigt. Beispielsweise reicht die Eingabe von „my", um auf myspace.com zu kommen. Im Arbeitsalltag heißt das: Ein Wort eingeben (oder nur die Anfangsbuchstagen wie im Falle von MySpace) und Enter (Eingabe) drücken, schon befindet sich der Nutzer auf der gesuchten Seite. Auf die Maus kann getrost verzichtet werden.
Hinter dem Angebot stehen die drei Schulfreunde Julius Eckert, Udschal Imanov und Vugar Akhundov. „Wir sind drei Kölner und kennen uns quasi seit der Kindheit. Udschal ist super, was Benutzeroberflächen angeht. Vugar beendet grade sein BWL Studium und wird uns dann in Buisness-Angelegenheiten zur Seite stehen. Und ich bin ein prima Programmierer, der gerade zum Studieren nach Karlsruhe gezogen ist“, erzählt Julius Eckert gegenüber MEEDIA.
Bislang steht hinter der Metasuchmaschine noch kein Businessmodell. „Im Moment finanzieren wir uns gar nicht. Wir haben einen billigen Webspace und der aktuelle Content auf der Seite verbraucht quasi keine Resourcen. Was sich ändern wird“, wie Eckert verspricht.
In den nächsten Monaten haben die drei noch Großes vor. Sie wollen die Möglichkeiten zur Individualisierung weiter ausbauen. So wird die Anzahl der dargestellten Suchergebnisse variierbar; einzelne Quellen, beispielsweise die Vorschläge von Google Image, können auch komplett aus der Suche verbannt werden. Auch an einer Integration von FriendFeed wird gearbeitet. Diese würde es ermöglichen, die Suchanfragen einzelner Freunde zu sehen, um auf diesem Wege neue interessante Webseiten kennenzulernen. Eckert rät deshalb allen Interessierten: „Dabeibleiben lohnt sich also.“
PLUS / MINUS
Keyboardr lässt sich so einfach wie Google bedienen.
Für eine echte Metasuchmaschine greift das Angebot noch auf zu wenige Quellen zurück.
Ein prima Idee, klasse umgesetzt. Leider sind die Zeiten für Start-ups – vor allem für Projekte ohne Businessmodell – hart. Gelingt es den Gründern, auch in den USA ein paar prominente Fürsprecher zu überzeugen, hat Keyboardr gute Chancen, sich positiv zu entwickeln.
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Meta-Suche
Autor: Alexander Becker/Enzo Pietzsch
Geschrieben: November 2008
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