Unter Deutschlands Finanzportalen ist DowJones.de immer noch ein unterschätzter Gigant. Die meisten deutschen Surfer kennen Börse Online oder OnVista, aber das Angebot der Murdoch-Tochter wird hierzulande oftmals noch verkannt. Zählt man den Verbund mit Tochter-Marken wie "The Wall Street Journal" oder "Barron’s" mit, arbeiten für den Finanzdienst weltweit rund 1.900 Wirtschaftsjournalisten. Mit einer frisch renovierten Seite hofft Dow Jones nun auch in Deutschland seine Bekanntheit und Nutzerzahl zu steigern.
Das Grundproblem mit dem Dow Jones hierzulande schon immer zu kämpfen hatte, war, dass vielen potenziellen Nutzern nicht klar ist, wofür die Marke überhaupt steht. Denn das US-Angebot ist weit mehr, als nur ein schnöder News-Dienst. Zum Portfolio gehören Real-Time-Nachrichten, eine Wirtschaftsdatenbank, eine anerkannte Medienresonanzanalyse, Informationen zur Geldwäscheprävention und spezielle Themen-Übersichten der wichtigsten Fachpublikationen.
Beim ersten Blick auf die neue Seite fällt gleich eines auf: Im Vergleich zur Konkurrenz sieht man keine Kursdaten und Aktien-Charts. Bei Dow Jones stehen Nachrichten im Vordergrund. Es gibt News aus den Ressorts Unternehmen, Märkte, Konjunktur, Politik und Sport. Neben den deutschen Meldungen, verfügt die Seite noch über einen Extra-Teil mit englischen News und vielen Artikel, die im möglicherweise sogar kostenpflichtigen Teil des Wall Street Journals erschienen sind.
Ein Höhepunkt der Seite ist die Rubrik „Tops & Flops in den Medien“. Jeden Monat listet die Redaktion die meistzitierten deutschen Top-Manager. Aktueller Spitzenreiter ist Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann vor Siemens-CEO Peter Löscher.
Im Weblog „Agenturjournalismus“ nennt Dow-Jones-Sprecher Matthias Hoffmann zwei Gründe für den Umbau der Seite „Wir möchten besser als bisher über unsere Produkte und Services informieren und die Bekanntheit von Dow Jones in Deutschland erhöhen." Darüber hinaus soll auch das Anzeigengeschäft ausgebaut werden. Vor allem die Vermarktung litt bislang darunter, dass die meisten Nutzer das Dow Jones-Angebote hierzulande verkannten.
PLUS / MINUS
Das Angebot umfasst eine Vielzahl von zusätzlichen Web-Videos. Diese sind allerdings alle auf Englisch.
Für einen schnellen Blick auf die Märkte taugt die Seite nicht. Das fehlen jeglicher Kursdaten ist schon ein erheblicher Nachteil.
Obwohl ein Global Player ist Dow Jones hierzulande noch immer ein Geheimtipp – zu unrecht. Auch wenn das Portal nicht für einen schnellen Überblick taugt, hat es aber allemal das Zeug dazu, ein fester Bestandteil der täglichen Nachrichten-Übersichtsroutine zu werden.
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redaktioneller Inhalt, Finanzen, Web-Radion, Video
Autor: Alexander Becker
Geschrieben: Dezember 2008
08.03.13 17:52
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