Es gibt Netzwerke für Katzenliebhaber, Fußballverrückte und Briefmarkensammler. Doch für die Werbewirtschaft ist das Netzwerken, Kontakten oder auf neudeutsch "Socializing" ein elementarer Bestandteil. Über Kontakte werden neue Aufträge eingeholt, Projekte realisiert und in einem letzten Schritt ein Produkt beworben. Soziale Netzwerke wie Xing oder LinkedIn wollen die gesamte Arbeitswelt abdecken. Damit ist jetzt Schluss.
Gerade in der stets hart umkämpften Werbebranche sind gute und spezifische Kontakte unverzichtbar. Dort wo Xing aufhört, geht "Directorscut Commercials", kurz DCC, für Werbetreibende noch einen Schritt weiter. Die neue Werbe-Community will Kreative aus der Branche zusammenbringen. Die Macher werben mit dem Slogan: "DCC ist mehr als nur ein Netzwerk". Doch was bringt DCC?
Kurzum: "Directorscut Commercials" soll der digitale Treffpunkt für die Werbebranche werden. Agenturen, Produktionshäuser, Kunden und Talentscouts sollen das Social Network als kreative Plattform nutzen. So können Regisseure und Produzenten ihre eigenen Spots hochladen. Filmstudenten haben die Möglichkeit, ihre Arbeiten online zu stellen und Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern aufzunehmen.
Vom Director`s Cut zum fertigen Spot
Die hochgeladenen Videos können mit aktuellen Statusmeldungen versehen werden. So haben Freischaffende die Möglichkeit, ihre Auftraggeber über den Fortschritt ihres Projekts auf dem Laufenden zu halten. Es kann also nicht nur die On-Air-Version hochgeladen werden, sondern auch die Ur-Version: der Director`s Cut. Crew-Mitglieder, die "stillen Helden" jeder Filmproduktion, können ihr eigenes Profil direkt auf ihre Arbeiten verlinken.
Im Idealfall könnten also Interessenten jede Person, die an einem Spot mitgearbeitet hat, kontaktieren. Zusätzlich zur Kommentarfunktion unter den Videos können die User in einem Forum diskutieren. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem eigenen Profilen der Kreativen.
Deutsches Start-Up mit internationalen Zielen
Finanziell tragen will sich die Plattform, ähnlich wie Xing, über die Beiträge ihrer Mitglieder. Filmstudenten und Schulen sollen Ermäßigungen bekommen. Die ersten drei Monate sind für alle registrierten User kostenlos.
Solch ein ambitioniertes Projekt würde man zuerst einmal in Hollywood ansetzen. DCC hat seinen Sitz allerdings in Hamburg. Das Besondere an DCC: Es ist nicht nur ein Videodatenbank, nicht nur ein Adressbuch für Geschäftskontakte und nicht nur eine Foren-Community. Allerdings könnten vor allem junge Talente die monatlichen Gebühren abschrecken. Andere Communities, wie beispielsweise Hobnox, sind völlig kostenlos.
PLUS / MINUS
Ein Schritt in die richtige Richtung: Keine allgemeingültige Community, sondern ein zielgerichtetes Nischenprodukt.
Der Mitgliedsbeitrag dürfte etliche junge Kreative abschrecken.
KONKURRENTEN
Hobnox.com
UNSERE MEINUNG
DCC ist international ausgerichtet und spricht eine kreative Zielgruppe an, die stetig für neuen Content sorgt. Ob die Community mitzieht und das Erlösmodell aufgeht, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.
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