Erfolgreich im Internet: das gehört zu den sehnlichsten Wünschen von Gruner + Jahr. Die verlagseigenen Marken sollen im Web bestehen, mehr noch: neue Höhen erreichen – und nebenbei auch noch Gewinne erzielen. Als jüngstes Objekt wurde deshalb Brigitte.de einem weitreichenden Relaunch unterzogen, der seit Monaten generalstabsmäßig geplant wurde. Herausgekommen ist eine jüngere, gefälligere Variante des ewig gleichen Themenspektrums von Mode, Beauty, Liebe und Karriere.
Gruner + Jahrs Frauensite muss aufholen – nicht nur, was die Reichweite betrifft. Brigitte.de liegt bei den PIs mit ca. 54 Millionen im Dezember 2008 laut IVW zwar noch weit vor Fem.com (ProSiebenSat.1) und Springers Gofeminin.de (38, bzw. 46 Millionen). Bei den Visits sieht das Bild allerdings anders aus: Brigitte.de hatte im Dezember 2008 etwa drei Millionen Visits, Fem.com vier Millionen und Gofeminin.de 6,1 Millionen. Heißt im Klartext: Brigitte.de-Userinnen nutzen die Site intensiver als die Konkurrenz. Allerdings surfen deutlich weniger Brigitte.de an: Laut den AGOF Internet facts III-2008 hat die Site 760.000 Unique User im Monat, Gofeminin.de kommt auf 1,86 Millionen. Um die erfolgreiche Print-Marke auf lange Sicht im Internet zum Marktführer auszubauen (und aus Brigitte.de, ähnlich ihrer gedruckten Schwester, zum Synonym für Frauenthemen zu machen), muss G + J nachlegen.
Mit dem Relaunch versucht das Verlagshaus die Verjüngung des Portals: Viele Weißflächen, wenige Farben (wenn, dann knallige), sanfte Rundungen, eine hochwertigere Bildsprache und eine neue Typo – alles strahlt um die Wette. Vor allem natürlich, um Brigitte.de als Werbeträger interessanter zu machen und neue Zielgruppen zu erschließen. Dem selben Zweck dürften auch das Unter-Ressort „Luxus“ oder der „Öko-Berater“ dienen. Außerdem neu auf Brigitte.de: Die Ressorts Mode und Beauty wurden massiv ausgebaut, ein Stylecoach ersetzt die nörgelnde Freundin und der Babynamen-Finder hilft bei der Suche nach dem ausgefallensten Namen.
Die Userinnen werden an vielen Stellen zur Interaktion gebeten. Doch User Generated Content ersetzt nicht die redaktionelle Tiefe eines Angebots, welche die Werbekunden lockt – das weiß G + J und bemüht sich deshalb um ein ausgewogenes Verhältnis von beidem. 25 Prozent PIs sollen durch User Generated Content erzielt werden, etwa mit der Brigitte.de-Community Bfriends, der Rest mit redaktionellen Inhalten. Derzeit sind es noch zwölf Prozent im Verhältnis zu 86 Prozent. Der Plan für Brigitte.de sieht vor, beides besser miteinander zu verzahnen.
Die Auffrischung des Frauenportals ist G + J einen sechsstelligen Betrag wert. 2008 setzte Brigitte.de einen höheren einstelligen Millionumsatz um (brutto: 4,2 Millionen Euro), davon 70 Prozent durch Werbung. Für 2009 hat Verlagsleiter Axel Wüstmann vor, die Werbeumsätze um 30 Prozent zu steigern – und damit trotz Investitionen in der Gewinnzone zu landen.
PLUS / MINUS
Alles so schön aufgeräumt hier...
... und gerade deshalb ein klitzekleines bisschen langweilig, die neue Seite.
Die neue Brigitte.de überzeugt. Die Site wirkt tatsächlich jünger und frischer. Einige Userinnen werden sich trotzdem über den Einheitslook ärgern, denn wirklich herausragend ist das neue Layout nicht. Fem.com und Gofeminin.de etwa setzen auf ähnliche Effekte.
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Frauen, Community, Fashion, Celebrities, User Generated Content, redaktionelle Inhalte
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