Die Spannung war groß: Das Frauen-Portal BeQueen ist das erste Projekt der Abantis Media GmbH, einer Tochterfirma des in Online-Dingen sehr ambitionierten Burda-Verlags. Nachdem in den vergangenen Monaten unter der URL lediglich ein Blog der Chefredakteurin Anette Mayerhofer zu finden war und in der Branche heftig darüber spekuliert wurde, wann BeQueen denn endlich online gehen würde, ist nun seit dem 17. September die neue Community am Start.
In den Rubriken "Mode", "Beauty", "Lust & Liebe", "Lifestyle", "Astro" und "Kinder & Familie" findet die geneigte Nutzerin alles, was eine Frauenzeitschrift ausmacht: Beziehungschecks, Modestrecken, Klatschspalten. Darüber hinaus kann jede "Queen" – und auch jeder "King", Männer sind willkommen – auf BeQueen ein eigenes Reich, sprich: Profil, anlegen. Dort wird gebloggt und gemailt, in Foren diskutiert und in Clubs den Gemeinsamkeiten der Userinnen gehuldigt, so etwa im Zitate- oder im Ausreden-Club.
Hat man irgendwie alles schon mal gehört und gesehen. Und genau da krankt das Konzept des Portals. Denn was Abantis vielversprechend als Community "auf Augenhöhe" zwischen Userinnen und Redaktion ankündigt, entpuppt sich als herkömmliches Portal. Das Vorhaben, die Nutzer in die Gestaltung der Seite mit einzubeziehen, endet bei Blog- oder Foreneinträgen und der Möglichkeit, sich zur "Queen of the Week" wählen zu lassen und eine Woche lang die Startseite des Portals zu schmücken. Dachte man Anfangs, Burda würde den Bürgerjournalismus auf frische Art neu erfinden, bleibt bei näherer Betrachtung der Eindruck eines beliebigen Frauen-Portals.
Allerdings – und das muss man der Seite lassen – findet die Gleichberechtigung von Besucherinnen und Redaktion auf einer anderen Ebene durchaus statt: Anstatt die Community hinter vielen Links und noch mehr Unterseiten zu verstecken, wird sie prominent auf der Startseite präsentiert. Besonders interessante Diskussionen oder Blogeinträge werden dort ebenfalls angeteasert. Umfragen und Videoposts runden das Bild ab. User Generated Content statt Citizen Journalism also. Hauptsache, die Damen machen mit.
PLUS / MINUS
BeQueen ist jung, und wenn sich genügend Frauen aktiv beteiligen, authentisch.
Die Seite ist unübersichtlich strukturiert, man findet sich nur schlecht zurecht.
Eine Funktion namens "Discover" bietet Empfehlungen ähnlicher Musik - auch von Künstlern jenseits des EMI-Katalogs. Dazu kommen nutzergenerierte Charts und die Möglichkeit, persönliche Profile zu erstellen
09.06.13 12:17
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