Ohne Online-Preissuchmaschine wird heutzutage kaum noch eingekauft. Egal ob MP-3-Player oder Waschmaschine. Denn die Maschinen kennen stets den Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Zwei Designer aus Halle haben nun statt einer Preis- eine Geschmacksuchmaschine entwickelt - für Wein! Aromicon, findet zu jedem Gericht den passenden Tropfen. Der Clou: Die Gründer fanden einen Weg die unterschiedlichen Aromen zu visualisieren.
Die beiden Designer Daniel Ackermann und Alf Jahn entwickelten dafür eine verblüffend einfache Lösung: Sie programmierten eine Animation, die ein Weinglas zeigt, in dem alle enthalten Aroma-Assoziationen eines Weines zu sehen sind. Das können Haselnüsse, Blaubeeren oder auch Kaffebohnen sein. „Insgesamt können wir 130 unterschiedliche Aromen darstellen“, sagt Jahn gegenüber MEEDIA. „Es ist doch so: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Die meisten Weintrinker sind doch Laien, die von den exakten Produkt- und Aromabeschreibungen nichts verstehen.“
Seit Mitte Oktober läuft das neue Visualisierungs-Tool im Testbetrieb und die Kunden sind begeistert. „An einigen Tagen hatte wir schon weit mehr als tausend Zugriffe“, sagt Jahn. Zusammen mit seinem Kompagnon launchte der Hallenser jedoch keinen eigenen Shop, sondern entwickelte mit Aromicon lediglich eine Zwischenplattform. „Ähnlich wie bei klassischen Preissuchmaschinen stellen die Händler – in diesem Fall Weinshops oder Winzer – ihr Sortiment bei uns in die Datenbank ein.“ Damit der jeweilige Tropfen auch richtig visualisiert werden kann, legen die Verkäufer selbst fest, mit welchen Aromen ein Wein beschrieben wird. Das Sortiment von Aromicon umfasst aktuell rund 1000 unterschiedliche Weine. Der weitere Ausbau des Angebotes soll zügig voran gehen.
Ihren Umsatz wollen die Gründer aus den Provisionen der vermittelten Weinkäufe generieren. Auch hier wieder: Genauso funktioniert das Geschäftsmodell von klassischen Preissuchmaschinen. „Entstanden ist die Idee aus der Diplomarbeit meines Geschäftspartners. Er beschäftigt sich bereits seit 2004 mit den verschiedensten Modellen, wie man Geschmack visualisieren kann“, sagt Jahn. Weltweit bieten die beiden Web-Sommeliers ein einmaliges System. Damit das auch noch lange so bleibt, haben sie ihr Visualisierungs-Tool bereits als Patent angemeldet.
PLUS / MINUS
Die Seite ist übersichtlich. Dazu lassen sich die Weine nach Geschmack, Essen und Region sortieren.
Die Charakteristiken sind noch nicht objektiv. Denn noch beschreiben die Produzenten oder Shop-Betreiber ihrer eigenen Produkte. Allerdings sollen bald auch die User die einzelnen Weine bewerten können.
Eine kleine Weltsensation. Die Idee zur Geschmackssuchmaschine ist genial einfach. Sie hat das Potential zu einen technischen Exportschlager im Nischen-Segment Online-Weinhändler zu werden.
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