Online-Musik live streamen ist eine feine Sache. Dienste wie LastFM oder Pandora sind schon lange keine Geheimtipps mehr. Allerdings existierten die meisten freien Internet-Dienste nur im Radio-Format. Nicht so Spotify. Das Start-up ermöglicht es, kostenlos und blitzschnell auf beliebige Songs oder ganze Alben zuzugreifen. Die Idee ist für viele Experten die Zukunft der digitalen Musik: Nicht downloaden, sondern streamen.
Trotz schärferer Überwachung und Kampagnen gegen Raubkopien finden nach wie vor Milliarden illegale Musik-Transfers statt. Das Verhältnis von illegalen Downloads zu legalen Käufen stand 2007 bei 20:1 (
DMR-2008). Spotify und ähnliche Web-Angebote wie
Roccatune und
Deezer könnten hier eine Trendwende einleiten. Nachdem das Unternehmen Abkommen mit vielen der weltweit größten Musiklabels unterzeichnete (unter anderem Sony BMG, Universal Music, EMI und Warner) kann das schwedische Projekt nach zwei Jahren Entwicklung offiziell mit der Auslieferung kostenloser Musik on demand starten.
Spotify überträgt Musik durch eine Kombination aus serverbasiertem Streaming und Peer-to-Peer – also der Technologie, die insbesondere durch gesetzwidrige Musik-Tauschbörsen bekannt wurde. Das Prinzip dahinter ist Cloud Computing: Jeder Nutzer wird zu einem Teil der Rechnerwolke und speist Musikdateien ins Netzwerk – ein Verfahren, dass schnelle Datenübertragung und einen schier unbegrenzten Fundus an Musiktiteln garantiert.
Design und Handhabung von Spotify erinnern an iTunes. Die benötigte Desktop-Anwendung hat eine Größe von 1,5 MB. Einmal gestartet verbindet sie sich automatisch mit den Spotify-Servern. Dort kann nach Interpreten, Titeln, Alben, Genres oder Erscheinungsjahr gesucht werden. Neben detaillierten Informationen zu einzelnen Künstlern, wird auch über die beliebtesten Songs und ähnliche Musik informiert. Ausgewählte Titel lassen sich per Drag & Drop in Listen kopieren und abspielen– so einfach und schnell, als ob die Daten auf dem eigenen Rechner wären. Die Playlists können mit Freunden aus dem Spotify-Netzwerk geteilt werden.
Das Unternehmen wurde 2006 von Daniel Ek (ehemaliger CTO von Stardoll.com) und Martin Lorentzon gegründet. Mittlerweile arbeiten 45 Beschäftigte für Spotify, unter anderem Caspar von Gwinner, der für den deutschen Vertrieb verantwortlich ist. Das Start-up erhielt vor kurzem 15,3 Millionen Euro von Northzone Venture Partners.
Das Angebot von Spotify hat zwei Geschäftsmodelle: Eine kostenlose, werbefinanzierte Version und einen Premium-Service, der dem Nutzer die Werbung erspart, dafür aber 9,99 Euro im Monat kostet. Leider wird in Deutschland vorerst nur die Bezahlversion angeboten.
18.05.12 03:52
windows 7 Key Jim John
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