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Tutoria
Wenn Schüler im Unterricht nicht mitkommen, dann brauchen sie Nachhilfe. Vermittlungen zwischen Bedürftigen und Lehrern gibt es schon lange. Tutoria, ein Start-up der Holtzbrinck-Gruppe, bringt zwei Neuerungen: Die Nachhilfelehrer heißen hier Tutoren, dies verleiht der traurigen Tatsache schlechter Leistungen einen positiveren Klang. Und Schüler oder deren Eltern können hier einen Nachhilfelehrer in ihrer Nähe online suchen, mit Hilfe von Geotagging.
Vor allem verspricht Tutoria Sicherheit und Kompetenz. Die Lehrer müssen sowohl ihre Identität als auch ihre akademische Qualifikation nachweisen. Die "Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Kerres von der Universität Duisburg-Essen und seinen Experten am Steinbeis-Transferzentrum Bildung & Medien" steigert nicht nur nominell das Image des Dienstes.
Den Anspruch des Portals auf akademische Seriosität stört auch Werbung nicht. Tutoria verdient zunächst allein an der Provision, abhängig von Anzahl und Preis der Unterrichtsstunden, die bei 14 Euro beginnen. Controlling rundet die Qualitätspalette ab: Die Tutoren schreiben nach den Unterrichtsstunden "Fortschrittsberichte", Schüler bewerten ihre Lehrer. Auch das Zaubermittel E-Learning fehlt als zusätzliche Leistung nicht.
Mit Tutoria ist Holtzbrinck ein großer Wurf gelungen. Dem Konzern gehört bereits das SchülerVZ-Netzwerk mit fünf Millionen Mitgliedern und die StudiVZ-Community mit vier Millionen Studenten. In diesen beiden Netzwerken befinden sich die Zielgruppen für Tutoria: Sowohl diejenigen, die Nachhilfeunterricht brauchen, als auch die, die ihn erteilen können.
Indem Holtzbrinck die Netzwerke verbindet, kann der Konzern mit seinen Communitys erstmals direkt Geld verdienen.Wie rosig der Branche die Aussichten des Deals erscheinen, zeigt sich an der Investorenliste: Außer Holtzbrinck Ventures haben die Samwer-Brüder, Oliver Jung (Beteiligungen unter anderem an Xing), Lukasz Gadowski (Spreadshirt) und Peter Schüpbach in Tutoria investiert.
PLUS / MINUS
Exzellentes Geschäftsmodell.
Keine.
UNSERE MEINUNG
Nicht nur der Schachzug, SchülerVZ und StudiVZ zu verbinden, beeindruckt. Die Verkürzung der gymnasialen Ausbildung von dreizehn auf zwölf Schuljahre wird den Bedarf an Nachhilfeunterricht in Zukunft vergrößern.
TAGS
E-Learning, Geotagging, Social Network, Wissen
Autor: Hilmar Schulz
Geschrieben: April 2008
09.03.10 13:22
Stefan Hase Website
Echt eine super Sache!!Keine Frage!!