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"From the center of the universe: NYC"

Gawker

Nick Denton
Einen "Gawker" würde man im Deutschen etwa als "dummen Glotzer" bezeichnen. Und der Name ist Programm. Die Site ist ein mit spitzer Feder geschriebenes Medien- und Promi-Blog, wie es nur in New York entstehen konnte. "Ein Stachel im Fleisch des Establishments", der zeigt, dass "aus subversivem Herumtippen ein Geschäft werden kann" ("Spiegel Online").

Der Mann hinter Gawker ist Nick Denton, ein britischer Selfmade-Millionär, heute eine der schillerndsten Figuren am Medien-Himmel der USA. Der ehemalige Reporter der "Financial Times" hat während des ersten Internetbooms schon zwei Web-Unternehmen erfolgreich verkauft und dabei um die 100 Millionen Dollar kassiert.

Inzwischen ist er zu einem richtigen "Blog-Mogul" geworden: Mit Gawker Media gibt er 12 Blogs heraus, darunter auch die Softporno-Postille  "Fleshbot". Alle Denton-Blogs zusammen haben 20 Millionen Unique User im Monat, der Wert seines neuen Imperiums wird auf 30 bis 40 Millionen Dollar taxiert. Anfang 2008 führte Denton ein Bonussystem für seine Autoren ein, die neben einem Grundgehalt nun auch per Klick bezahlt werden: Je mehr User den Artikel lesen, desto mehr verdienen die Blogger. Für einen monatlichen Bonus von 500 Dollar müssen 500.000 Klicks in einem Monat auf die Artikel eines Autoren erfolgen.

Seit Januar 2008 agiert Denton selbst als Chefredakteur bei Gawker – und hat dort mit seinem eigenen System zu kämpfen: Nachdem er im Juli eine lange Story über Tina Brown und Barry Diller postete, beschwerte er sich bei seinen Mitarbeitern, niemand würde seinen Artikel lesen. Mitleid hatte da wohl keiner seiner Untergebenen. Denn beim "Gawker" zu arbeiten ist hart. Wie hart, das hat die junge Bloggerin Emily Gould nach ihrem Ausstieg beim Gawker unter dem Titel "Exposed" im "New York Times"-Magazin festgehalten.

2007 hatte Denton für einige Monate sein Silicon-Valley-Blog "ValleyWag" geleitet. Neben harten Business-Facts gibt es hier vor allem auch viel Tratsch – etwa über die Affären von Google-Chef Eric Schmidt. Motto: "You people in Silicon Valley are far too busy changing the world to care about sex, greed and hypocrisy." Anfang Oktober 2008 gab Nick Denton bekannt, 19 seiner 133 Mitarbeiter kündigen zu müssen. Die Werbeflaute erreicht damit auch die kleineren Player. Und Denton will vorsorgen: “We have to prepare for the worst, now, rather than when the worst comes upon us." Auch das Bonus-System scheint ausgedient zu haben: Denton will die Zahlungen für das erste Quartal 2009 aussetzen, um – nach Eigenaussage – seinen Mitarbeitern etwas mehr Sicherheit zu bieten: Anstelle der unsicheren Bonusgelder bekommen die ab Anfang 2009 fünf Prozent mehr Gehalt. Im Grunde geht es aber auch hier nur um eins: Sparen.
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WEBSITE

www.gawker.com
Das Medienblog Gawker ist New York in all seinen Facetten - mit einem Seitenhieb für jeden, der dabei sein will

TOOLS

Mit dem "Gawker Stalker" bei den Stars: Auf einem Stadtplan blitzt der aktuelle Promi-Hotspot auf
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Videos über Gawker
  • Will Leitch...

    ... über seinen Ex-Boss Denton
    (06/2008)

  • Nick Denton...

    ... aus der Sicht eines Freundes
    (01/2008)

  • Emily Gould

    Über umstrittenen Gawker Stalker
    (04/2007)

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PLUS / MINUS

positiv
Die berühmteste Rubrik im Gawker heißt "Gawker Stalker": eine Karte, auf der mit Hilfe von Leserreportern eingezeichnet ist, wo sich gerade welche Prominente in New York aufhalten. Witzig, aber nicht ganz ungefährlich.
negativ
Blog-Leser sind keine zuverlässigen Kunden. Im Gegensatz zu Zeitungen gibt es bei Blogs keine feste "Leser-Blatt-Bindung". Blog-Leser kommen und gehen, und die Konkurrenz unter den Blogs ist groß.
 

TIMELINE

August 2002: Denton launcht sein erstes Blog "Gizmodo"; Dezember: "Gawker" kommt  – November 2003: Start von "Fleshbot" – Februar 2006: Gründung von "ValleyWag" – Juli: Cost-Cutting-Programm; November: Denton gibt bekannt, dass er vorübergehend selbst die Chefredaktion des "ValleyWag" übernehmen wird. Maxime: Er will nicht mehr nur Klatsch, sondern auch harte Business-News bringen. Und er schafft es, "ValleyWag" deutlich interessanter zu machen – Januar 2007: Die Chefredaktion von "Gawker" wird ausgetauscht – Januar 2008: Denton übernimmt jetzt selbst die Leitung von "Gawker"; April: Gawker Media verkauft drei Blogs: Idolator, Gridskipper, und das Polit-Blog Wonkette. Dentons Kommentar: "They each had their editorial successes; but someone else will have better luck selling the advertising than we did.";  September: Denton gibt bekannt, seinen Job als Gawker-Chefredakteur abtreten zu wollen; ein Nachfolger wird gesucht – Oktober: Gawker Media muss sparen und entlässt ein knappes Sechstel seiner Mitarbeiter

FIRMENSITZ

Googlemaps
76 Crosby, 10012 New York, NY, USA
 

Traffic

Visitors

1.3
Million
Unique Visitors per Month
Basis: USA
Stand: August 2008
Quelle: Compete

BESITZER

Nick Denton

KONKURRENTEN

nymag.com

INTERESSANTE ARTIKEL

01.06.04   What makes Nick tick? (CNNMoney.com)
01.06.04   How can I sex up this blog business
                   (Wired)

12.02.06   Blogs to riches (NYMag.com)
14.03.06   Schwitzende Swinger (Spiegel Online)
11.07.06   Nick Denton, Publicity Cat (Slate)
15.10.07   Everybody Sucks (NYMag.com)
17.12.07   A familiar editor for Gawker (NYTimes.com)
01.01.08   Denton to pay bloggers based on traffic (Valleywag)
09.03.08   The Brit dishing the dirt on America
                   (Guardian Unlimited)

03.10.08   Black Friday At Gawker Media: 19 Layoffs At Blog
                   Network (Alleyinsider.com)

TAGS

Blog, Celebrities, Community, Lokalisierung
Autor: Dirk Manthey
Geschrieben: 13. April 2007
Aktualisiert: 1. Oktober 2008
 
 

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