Bringing People Together
Hospitality Club
Über den "Hospitality Club" können sich Mitglieder gegenseitig kostenlose Übernachtungen und Hilfe bei Reisen anbieten. Der Club hat im Herbst 2008 annähernd 330.000 Mitglieder in 207 Ländern. Hinter dem Portal steht die unbescheidene Idee, durch das Zusammenbringen von Menschen und dem Schließen internationaler Freundschaften für interkulturelles Verständnis und Frieden zu sorgen: "Man sprengt doch nicht Leute in die Luft, die man mal beherbergt hat", meint Veit Kühne, der den Hospitality Club im Jahr 2000 mit seinem Bruder Kjell gründete.
Der Ansatz ist ebenso ansprechend wie einfach: Wer verreisen möchte und andere Menschen und Kulturen hautnah erleben will, kann im Hospitality Club Menschen finden, die ihm ein Nachtlager zur Verfügung stellen und vielleicht sogar noch mit einer kleinen Stadtführung aufwarten. Die Community organisiert sich ganz nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit: Wer die Gastfreundschaft in fremden Ländern in Anspruch nimmt, bietet seinen Gästen ebenso ein Dach über dem Kopf. Die Vereinbarungen werden online getroffen. Als Sicherheit dient unter anderem die Angabe der Passnummer, die beim realen Treffen zur Identifizierung vorgezeigt werden soll. Auf der Webseite wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Praxis verpflichtend ist.
Erste Eindrücke über potenzielle Gäste oder Gastgeber verschaffen die Profile, die alle Mitglieder von sich auf der Seite erstellen. Mit persönlichen Angaben wie Interessen, Reiseerfahrungen, Sprachen oder ob es ein Gästezimmer gibt, präsentiert man sich im Hospitality Club. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, ein wenig über den Standort zu berichten, wie die Verkehrsanbindung ist oder welche Freizeitangebote es vor Ort gibt. Nach dem Besuch können sich Gast und Gastgeber in Form von Kommentaren gegenseitig bewerten. Die Betreiber der Seite ermuntern zu dieser Maßnahme, um den Schutz vor Missbrauch sicherzustellen. Und tatsächlich, die Mitgliedschaft im Hospitality Club scheint ein ausreichender Vertrauenvorschuss zu sein.
Es gibt allerdings auch einige Kritikpunkte: Obwohl das Portal offiziell als nichtkommerzielles Unternehmen betrieben wird und sich alle Mitarbeiter freiwillig engagieren, befinden sich Google Ads auf der Seite. Ein Umstand, der gerade deshalb fragwürdig ist, weil der Hospitality Club kein eingetragener Verein ist und somit zu keinerlei Angaben über die Betreiber verpflichtet ist. Kritisch bleibt ebenso anzumerken, dass von Seiten des Clubs im Sommer 2006 systeminterne E-Mails, in denen sich Mitglieder über andere Gastfreundschaftsnetzwerke ausgetauscht hatten, gelöscht wurden. Die Betreiber scheinen es ohnehin nicht zu mögen, wenn in der Community über die Organisationsstruktur von Hospitality Club diskutiert wird. Auch das Layout der Seite ist nicht besonders einladend. Der Hosting-Club "Couchsurfing" tritt da schon eher wie ein Web-2.0-Portal auf.
WEBSITE
www.hospitalityclub.org
Der Hospitality Club hat Mitglieder auf der ganzen Welt und leistet so seinen Beitrag zum interkulturellen Austausch
PLUS / MINUS
Der Anspruch der Betreiber ist zwar hochtrabend, aber die große Community spricht für die Seite. Der Club bildet inzwischen ein weltweites Netzwerk und ist nach Couchsurfing der zweitgrößte Anbieter seiner Art.
Das Layout der Seite wirkt ziemlich altbacken und unübersichtlich.
TIMELINE
2000: Die Brüder Veit und Kjell Kühne gründen den Hospitality Club – Juli 2002: Die datenbankgestütze Version geht online – Sommer 2006: Die Betreiber löschen E-Mails, die das Wort "Couchsurfing" beinhalten mit der Begründung, es handele sich dabei um "Website-Promotion".
FIRMENSITZ
Googlemaps
Augustusweg 59, 01445 Radebeul, Deutschland
BESITZER
Veit Kühne
TAGS
Community, Reise, Social Network, Bewertung
Autor: Oliver Scheiner
Geschrieben: 11. Januar 2008
Aktualisiert: 18. September 2008