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Flug aus dem Weltraum

Google Earth

Larry Page und Sergey Brin
Anschnallen. Mit "Google Earth" wird man zum Weltraumfahrer. Der Computer ersetzt das Raumschiff, die Maus den Steuerknüppel. Man kann sich so auf einen Kontinent, ein Land, eine Stadt oder ein Haus beamen. Und man kann nach bestimmten Orten suchen und Wegbeschreibungen abrufen. Und die Ansicht neigen und drehen, um das Gelände oder die Gebäude in 3-D zu sehen.

Um Google Earth hat es in den letzten Jahren viele Debatten gegeben. Zum Beispiel darüber, ob die Site ein Sicherheitsrisiko darstellt. Eifrige User suchten dort nach militärischen Einrichtungen oder Atomkraftwerken. Dabei hatte Google längst auf Bitten entsprechender Regierungen sicherheitsgefährdende Aufnahmen retuschiert.

Oder ob denn nun das neue "Virtual Earth" von Microsoft besser als das Google-Vorbild sei. Die meisten Kritiker sagen ja, weil Microsoft den "bird's eye view" bietet. Die Vogelperspektive sei interessanter als die senkrechte Draufsicht, die man von Google bekommt. Außerdem würde Microsoft Postkarten-Qualität liefern.

Aber auch Google Earth hat seine Vorteile. Zum einen zeigt die Site von Europa viel bessere Aufnahmen als der Microsoft-Konkurrent, der vor allem in Nordamerika stark ist. Außerdem bietet Google zu dem kostenlosen Service zwei Upgrades: Für 20 Dollar jährlich liefert "Google Earth Plus" Unterstützung von GPS-Geräten, es zeigt Wegstrecken und Wegpunkte auf GPS-Geräten. Außerdem bietet das Programm eine höhere Auflösung beim Druck. Für 400 Dollar pro Jahr kann man "Google Earth Pro" erwerben, das ist eine nur für Windows existierende Version für professionelle Zwecke.

Eine besondere Ehre bei Google Earth wurde Hamburg zuteil. Die Hansestadt wurde im Sommer 2007 die erste Stadt der Welt, die inklusive ihrer Häuserfassaden komplett in 3-D dargestellt ist. Initiiert wurde dieses Projekt von der Initiative Hamburg@work, die von der Stadt und der Privatwirtschaft getragen wird. Mittlerweile (Version 4.3) gehören 3-D Gebäude, neben Straßenfotos und Sonnenstand-Anzeiger zu den Standart-Features des digitalen Globus.

Ansehen sollte man sich auch die im August 2007 eingeführte "Sky"-Funktion, "eine Straßenkarte für den Himmel". Dieses virtuelle Teleskop erlaubt es den Usern, 100 Millionen Sterne und zweihundert Millionen Galaxien zu betrachten. Zwar lässt die Auflösung keine Nahaufnahmen zu, dafür sind alle Sterne in der richtigen Perspektive angeordnet. Um "Sky" zu erleben, muss man die neueste Version von Google Earth herunterladen und dann im Drop-down-Menü "Ansicht" auf "Zu Sky wechseln" klicken.

Immer mehr Google-Earth-Funktionen finden sich inzwischen auch auf Google Maps wieder. So hat Google Maps bereits im November 2007 das bekannte "Terrain Fly Over Feature" übernommen. Der große Vorteil für die User: Google Maps benötigt kein Extra-Programm. Aber auch Google Earth kann mittlerweile ohne Installation genutzt werden: Seit Mai 2008 bietet Google Earth ein Browser-Plugin, das eingeschränkten Zugriff auf den virtuellen Weltatlas gewährt.

In Kürze wird Google Earth noch beeindruckender sein: Dann wird der Suchmaschinen-Gigant die Tiefen der Ozeane abbilden und eine 3-D-Perspektive von Mond und Mars liefern. Das Bildmaterial liefert die NASA. Außerdem bringt Google künftig auch Echtzeitübertragungen von Shuttle-Flügen und von der Internationalen Raumstation ISS.
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WEBSITE

earth.google.com
Google Earth ersetzt den Atlas: Einfach heranzoomen und die Welt anschauen

TOOLS

Eine hübsche Neuerung: Mit "Placeopedia" lassen sich Wikipedia-Artikel zu den gesichteten Orten abrufen
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Videos über Google Earth
  • Google Moon

    von zu Hause ins Weltall
    (03/2008)

  • "Google Home"

    Test: Wer lässt Google ins Haus?
    (09/2008)

  • Google Earth

    Jetzt auch fürs iPhone erhältlich
    (10/2008)

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PLUS / MINUS

positiv
Google Earth ist ohne Zweifel eine der coolsten Sites im ganzen Web.
negativ
Die Qualität der Aufnahmen ist noch zu unterschiedlich. Sie beträgt flächendeckend 15 Meter, in einigen Ballungsgebieten sind allerdings schon Aufnahmen bis 15 Zentimeter erhältlich. In dieser Auflösung kann man einzelne Menschen erkennen.

 

TIMELINE

 1996: Das Unternehmen Keyhole entwickelt die spätere Software für Google Earth unter dem Namen "Keyhole" – 1998: Larry Page und Sergey Brin gründen in einer Garage Google – 2000: Mit mehr als einer Milliarden Seiten wird Google Marktführer bei den Suchmaschinen – 2004: Keyhole wird von Google Inc. aufgekauft und die Software in "Google Earth" umbenannt – März 2006: Google kauft die 3-D-Firma Sketchup zur Integration von 3D-Skizzen in Google Earth – Juni: Das Programm kommt in einer neuen Version, erstmals auch auf Deutsch – Dezember: Google kündigt an, Google Earth um eine Version für Mond und Mars zu ergänzen – Februar 2007: Hamburg erscheint als erste Stadt der Welt bei Google Earth in 3-D. Juli: Google Earth zeigt Teile von Dresden in 3-D – August: Hamburg wird weltweit die erste Stadt, die man relativ umfassend in 3-D betrachten kann – Google Earth führt "Sky" ein, "to explore the universe from the comfort of your chair" – Oktober: YouTube-Videos werden auf einem Layer in Google Earth integriert – April 2008: Google Earth Outreach erlaubt es gemeinnützigen Organisationen Daten (z.B. zu Umweltverschmutzung) in Google Earth zu platzieren – Mai: Google Earth als Brower-Plugin – September: Google Earth erhält hochauflösende Satellitenbilder durch das Satellitenunternehmen GeoEye – Oktober: Mobil ist Google Earth für das iPhone verfügbar

FIRMENSITZ

Googlemaps
1600 Amphitheatre Parkway, 94043 Mountain View, CA, USA
 

Traffic

Visitors

4.0
Million
Unique Visitors per Month
Basis: USA
Stand: Februar 2007
Quelle: Google

BESITZER

Google Inc.

Aktienentwicklung

Informieren Sie sich hier über den aktuellen Kurs von Google (das Google-Kürzel an der NASDAQ ist GOOG).

KONKURRENTEN

Microsofts Virtual Earth

INTERESSANTE ARTIKEL

07.07.05   Google's magic carpet ride
                   (BusinessWeek.com, Podcast)

15.10.06   Planet Googles wants you
                   (NYTimes.com)

17.01.07   Hamburg, die schönste 3-D-Stadt in
                   Google Earth (Spiegel Online)

04.02.07   Das zensierte Weltauge (Spiegel Online)
21.02.07   Microsoft macht Google Earth zum
                   Mauerblümchen (Welt Online)

22.08.07   Google Earth opens new "Sky" for
                   stargazers (MSNBC.com)

22.09.07   Landkarten sind reif für Veränderung
                    (Welt Online)

TAGS

3-D, Client, Lokalisierung, Geotagging, Maps & Guides, Routenplaner
Autor: Dirk Manthey
Geschrieben: 9. April 2007
Aktualisiert: November 2008
 
 

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