Auch der August hat den Publikumszeitschriftenverlagen keine Erholung beschert. Laut der neuesten Zahlen aus der Zentralen Anzeigenstatistik (ZAS) des VDZ haben die beobachteten über 400 Zeitschriften in den ersten acht Monaten 2009 rund 16,8% ihrer Anzeigen aus dem Vorjahr verloren. Größter Verlierer ist mittlerweile die "Wirtschaftswoche", die heftige 37,2% eingebüßt hat und mit einem Minus von 658,03 Anzeigenseiten auch den "Focus" überholt hat, gewonnen haben nur wenige.
Nach dem Juli lag die "Wiwo" mit einem Minus von 33,7% noch auf Rang 3 des Verlierer-Rankings, doch der August hat das Magazin auf ein Minus von 37,2% fallen lassen. Keine andere Zeitschrift verlor von Januar bis August so viele Anzeigenseiten aus dem Vorjahr. Auf den weiteren Plätzen folgen weitere Wochentitel: "Focus", "stern" und "Spiegel". Sie verbesserten sich allesamt leicht, nach dem Juli sah es für sie noch bitterer aus als nun nach dem August. Größter Verlierer unter den Monats-Magazinen bleibt "Chip", das um 39,0% nach unten krachte. Auch die "PC-Welt"-Zahlen bestätigen die brisante Lage bei den Computerzeitschriften.
Gewinner gibt es in der ZAS-Statistik weiterhin recht wenige. Nur ca. 75 Titel konnten ihre Vorjahreswerte verbessern. An der Spitze des Gewinner-Rankings findet sich dabei weiterhin "TV Klar", gefolgt von "Bella" und der "rtv Ausgabe Ost". Ebenfalls weiterhin in der Top Ten dabei: "LandLust".
Insgesamt verloren die ausgewerteten Magazine wie erwähnt 16,8% ihrer Anzeigen aus dem Jahr 2008. Nach dem Juli lag das Minus noch bei 16,6%, der August hat die Situation des Marktes also sogar noch ein wenig verschlechtert. Besonders bei den großen Titeln wird deutlich, wie sehr das Anzeigengeschäft der Publikumszeitschriften kriselt. In unserer Liste der 20 umsatzstärksten Titel des ersten Halbjahres gibt es bei der ZAS nur einen einzigen, kleinen Gewinner. Die "Hörzu" druckte nämlich 2,8% mehr Anzeigen als im Vorjahresvergleichszeitraum.
Ansonsten liegen nur die "Bild am Sonntag" (-5,8%) und die "Für Sie" (-9,9%) unterhalb der 10%-Verlust-Marke, alle anderen deutlich darüber. Mehr als 30% verloren "Focus", "TV Spielfilm" und die erwähnte "Wirtschaftswoche":
Letzte Kommentare
28.08.09 16:37
Christian Neugebauer Web-Site
Ich denke, die Budgets sind tatsächlich kleiner geworden, aber viele der Medien, die verloren haben, sind mediale SUVs. Die Branche hat die Wende zur Nachhaltigkeit völlig verschlafen und produziert so an den Lesern einfach vorbei. Das merken und spüren auch die Marketingabteilungen. Der Rückgang und die Medienkrise sind ja nicht erst seit der Wirtschaftskrise; die hat "lediglich" verschärft. Man kann für fast alle Branchen das Thema Nachhaltigkeit durchkonjugieren: Ökostrom, Biomilch, Elektroautos etc. pp. Medien der Nachhaltigkeit eben bisher kaum.
28.08.09 15:37
Matthias Spruch Web-Site
Es ist doch sehr erschreckend, welche großen Verluste zu verzeichnen sind. Die Tatsache, daß die Einbußen auf breiter Front zu verzeichnen sind, deutet darauf hin, daß die Budgets a) kleiner geworden sind und b) wohl auch in andere Medien gesteckt werden.