Das ging schneller als erwartet: Am letzten Arbeitstag von Katharina Borchert steht bereits fest, dass WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz auch die Leitung des Online-Portals DerWesten übernehmen wird. Nach ersten Twitter-Gerüchten bestätigte Borchert die Personalie via Zwitscher-Dienst: "Es stimmt: Ulrich Reitz wird bei uns Nachfolger." Reitz gilt als Print-Mann der alten Schule. Medien-Berater Thomas Knüwer bewertet die Entscheidung für den neuen Chefredakteur als "ein Horrorszenario für DerWesten".
Reitz würde die scheidende Chefredakteurin Katharina Borchert ablösen. Sie wechselt von Essen nach Hamburg und übernimmt in der Hansestadt den Job als Geschäftsführerin von Spiegel Online. Offiziell ist die 37-Jährige noch bis März bei der WAZ-Gruppe angestellt. Reitz gilt als durchsetzungsstark, kostenbewusst, aber wenig online-affin.
Beobachter wie der Medienberater Thomas Knüwer glauben, dass für das ehrgeizige Web-Projekt DerWesten schwere Zeiten anbrechen. Mit Reitz übernimmt nach Knüwers Meinung nun ein Chefredakteur, "der in Sachen Online so viel Kompetenz hat wie Rot-Weiß Essen liquide Mittel." Weiter bloggt der Düsseldorfer: "Seine Haltung zu digitalen Kommunikationsmethoden, erzählen Menschen, die dabei waren, habe er im Frühjahr bei einer WDR-Party bekundet. Dort habe er sinngemäß gesagt, es sei für ihn ein Statussymbol, auf seinem Smartphone keine E-Mails empfangen zu können – die lasse er von seinem Vorzimmer ausdrucken."
Als erstes berichtete Markus Hündgen, WAZ-Ressortleiter Video, von der Reitz-Personalie. Sein Tweet scheint Knüwers Einschätzung zu Teilen: "Ulrich Reitz wird neuer Chefredakteur bei @DerWesten. Mahlzeit!"
Borcherts Job als Geschäftsführerin wird nicht – wie bislang erwartet – von Arnd Salzburg übernommen. Volker Wentz, Leiter des Bereichs M&A, wurde mittlerweile zum kommissarischen Geschäftsführer von WAZ NewMedia berufen.
Letzte Kommentare
11.12.09 13:52
Go WAZ go!
Das passt doch mal wieder richtig gut in das Bild, das die WAZ in diesen Tagen abgibt: Einer, der es erwiesener Maßen nicht kann, der die Auflagen in NRW in den freien Fall gebracht hat und seit Amtsantritt wider besseres Wissen den letzten Rest Lokalkompetenz in NRW ruiniert hat, darf jetzt das nächste Spielzeug in die Grütze hauen.
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Ich freue mich auf den Tag, an dem auch noch Herr Schrotthofer die Nachfolge von Hombach antritt, weil er in Thüringen so erfolgreich war.
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Ein Trauerspiel. Tschö WAZ! Du erlebst die zweite Hälfte des Jahrhunderts wohl nicht mehr als intaktes deutsches Verlagshaus. Aber vielleicht ist es in Kroatien usw. ja schöner.