Condé Nast will die Mode-Branche verändern: Ab den Juni-Heften werden alle 19 internationale Ausgaben der Vogue auf Mager-Models verzichten . Im Rahmen der „Health Initative“ haben sich die Chefredakteure auf sechs Regeln geeinigt. Beispiel: „Wir arbeiten grundsätzlich nicht wissentlich mit Models, die unter 16 Jahre alt sind oder an Essstörungen leiden.“ Zudem sollen die Designer ihre Mode nicht mehr in „unrealistisch kleiner Mustergrößen“ schneidern. So würden „extrem dünne Models begünstigt“.
Tatsächlich könnte die Aktion der Vogue einiges bewegen. Denn noch immer ist das Mode-Magazin die wohl wichtigste und einflussreichste publizistische Stimme im Fashion-Business. „Vogue ist davon überzeugt, dass Schönheit und Gesundheit zusammengehören“, kommentiert Condé Nast-Chef Jonathan Newhouse. „Die Vogue-Chefredakteure auf der ganzen Welt fühlen sich für die Gesundheit der gezeigten Models und der ihrer Leser verantwortlich und möchten, dass sich dies in ihrem Magazin widerspiegelt.“
Hier das sechs Punkte-Abkommen der Vogue-Chefredakteure im Wortlaut:
1. Wir arbeiten grundsätzlich nicht wissentlich mit Models, die unter 16 Jahre alt sind oder an Essstörungen leiden. Es soll ausschließlich mit Models zusammengearbeitet werden, die, objektiv betrachtet, gesund sind und dazu beitragen, ein gesundes Körperbild zu fördern.
2. Bei Castings, Fashion Shows und Werbekampagnen sollen die Personalausweise der Models überprüft werden, um sicherzustellen, dass keine Minderjährigen beschäftigt werden.
3. Wir werden die Einrichtung von Patenschaften/Mentoren-Programmen fördern, bei denen erfahrene Models jüngeren Models beratend zur Seite stehen. Außerdem werden wir dabei helfen, branchenweit das Bewusstsein durch Aufklärung zu erhöhen, wie es auch Teil der Gesundheitsinitiative des CFDA ist.
4. Wir wollen daran mitwirken und dazu auffordern, dass Backstage bei Fashion-Shows und Foto-Produktionen gesundheitsbewusste Arbeitsbedingungen gegeben sind. Wir werden Model-Agenten dazu anhalten, junge Models nicht unverhältnismäßig lange arbeiten zu lassen.
5. Wir werden Designer bitten, die Folgen unrealistisch kleiner Mustergrößen ihrer Kleidung zu bedenken, welche die Auswahl an Frauen, die ihre Mode tragen können, begrenzt und den Einsatz extrem dünner Models begünstigt.
6. Wir werden nicht nur in den Vogue-Magazinen verstärkt die Botschaft eines gesunden Körperbildes verbreiten, sondern bei jeder sich uns bietenden Gelegenheit, bei der wir unseren Einfluss geltend machen können.
Letzte Kommentare
04.05.12 12:45
Hanna-Maria Schroer
Die Brigitte ist eine gut gemachte Zeitschrift im breiten Frauenzielgruppen-Segment. Sie als Vorbild für die VOGUE zu bemühen, kennzeichnet allerdings den Kommentator. So könnte man dann gleichermassen die DOVE-Kampagne (übrigens noch vor Brigitte) heranziehen als Vorbild für beide.
VOGUE stand und steht allein für Fashion, Kultur, Kunst, Living und den selbstverständlichen Umgang in diesen Lebensbereichen, wenn es um Qualität geht - und das jeden Monat neu!
Der Claim: "Bevor it´s in Fashion, it´s in VOGUE" sagt hierzu alles.
03.05.12 23:22
Alexander Becker Web-Site
@Henning Behrmann
Es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied. Die Vogue verzichtet auf Profi-Models, die „an Essstörungen leiden“. Die Brigitte verzichtet seit 2010 auf Profi-Models und setzt seit dem auf Amateure. Allerdings ist es natürlich ein Nebeneffekt, dass es kaum noch „Hungerharken“ in Gruner + Jahrs Frauenzeitschrift zu sehen ist.
03.05.12 18:27
Henning Behrmann
Da war wohl die deutsche "BRIGITTE" das Vorbild.