Die Süddeutsche Zeitung steckt weiter tief in Problemen. Das Hamburger Abendblatt meldete am Samstag, das Blatt habe das vergangene Jahr mit Verlusten abgeschlossen und beruft sich dabei auf die Äußerung von Chefredakteur Hans-Werner Kilz bei einer Podiumsdiskussion. Angesichts der rigiden Sparvorgaben der Mehrheitsgesellschafter von der Südwestdeutschen Medien-Holding (SWMH) ist damit ein weiterer Personalabbau wahrscheinlich. Zudem ist die Nachfolge von Hans-Werner Kilz nach wie vor offen.
Der Vertrag des 66-jährigen früheren Spiegel-Chefredakteurs läuft zum Jahresende aus. Das Hamburger Abendblatt spekuliert, dass die SWMH eine externe Neubesetzung präferiert, von den bereits bei der SZ tätigen Kandidaten würden dem kürzlich mit einem Sonderpreis bei den "Journalisten des Jahres" ausgezeichneten Politikautor Stefan Kornelius die besten Chancen eingeräumt.
Trotz einer positiven Auflagenentwicklung leidet die Süddeutsche wie alle überregionalen Qualitätszeitungen unter der Werbekrise im Allgemeinen und den rezessiven Rubrikenmärkten im Besonderen. Auch für 2010, so das Hamburger Abendblatt, erwarte SZ-Chefredakteur Kilz keine schwarze Bilanz.
Letzte Kommentare
21.02.10 19:08
Tom Kyle
Die SZ ist doch die klassische Zeitung für HA-Chefredakteur Claus Strunz. Der sucht eine große Aufgabe. Sein HHer Abendblatt ist doch nicht Europaliga.
08.02.10 15:11
Jan-Philipp Picard
Ich kann Dirk Meyer nur Recht geben. Unflexibel ist man im Management der SZ wirklich. Was wird denn dagegen getan, dass die Auflage sinkt? Zweifelsohne ist die Süddeutsche ein lesenswertes Blatt, zu dem ich auch sehr gern greife. Aber alleine das Layout. Hätte nie gedacht, dass ich irgendwann mal sagen müsste, die FAZ sieht moderner aus als die SZ! Hier muss in München dringend eine überarbeitete Optik her!
Beste
JPP
08.02.10 14:44
Carl Iddenhoff
Was ist mit Prantl als Anwärter auf den Chefredakteursposten?
08.02.10 14:14
Alfred Neumann
Qualitätsjournalismus kostet auch was! Und wer in den vergangen Jahren nur die Auflage subventioniert hat, um den Anzeigenpreis und das Werbeaufkommen zu halten, der wird eben gerade jetzt bestraft - wo die Vertriebserlöse für die weiterhin schrumpfenden Anzeigenerlöse in die Bresche springen müssen. Leider müssen dies Holding-Konglomerate verantworten, auf deren Fahnen die Verzinsung des eingesetzten Kapitals steht. Leidtragende sind die Angestellten in Verlag und Redaktion, die in der Vergangenheit der Garant für die Qualität waren.
Wo ist die alte Garde von Verlags- und Medienmanager geblieben, die unter sozialen Gesichtspunkten auch Schiffe in stürmischer See lenken konnten, ohne sich dabei hinter dem agierenden Kapital verstecken zu müssen.
07.02.10 12:11
Dirk Meyer Web-Site
Die Dinosaurier sind damals auch ausgestorben, einfach weil sie zu groß und unflexibel auf die Rahmenbedingungen reagierten...