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US-Statistikdaten zur Entwicklung von Medienjobs

Reporter - der aussterbende Berufsstand

Das US Bureau of Labor Statistics (die US-Behörde für Arbeits-Statistik) hat Daten zur Job-Entwicklung von Medienberufen in den USA herausgegeben. Die Langzeitbetrachtung von 1990 bis 2011 zeigt ein düsteres Bild. Demnach stieg die Zahl der Beschäftigten in der Medien-Industrie bis zu den Jahren 2000/2001 kontinuierlich an. Ab dann begann sie dauerhaft zu sinken. Besonders bitter sieht es für Reporter und Korrespondenten aus - in diesem Berufsfeld gehen in Zukunft die meisten Jobs verloren.

Zwar gelten die vom US Bureau of Labor Statistics herausgegebenen Zahlen nur für die USA. Die allgemeinen Trends kommen einem aber auch hierzulande bekannt vor. Die meisten Beschäftigten hatte die US-Medienindustrie im Jahr 2001 mit 3,629 Mio. Angestellten, die meisten davon arbeiten in Verlagen und in der Telekommunikation. 2011 waren davon noch 2,659 Mio. Angestellte im Medien-Business übrig. Der allgemeine Niedergang resultiert - wenig überraschend - aus Job-Verluste in den beiden großen Säulen Verlagswesen und Telekommunikation.



Betrachtet man sich die Jahre des Niedergangs 2001 bis 2011, so ergibt sich ein deprimierendes Bild für fast alle Mediensparten. Bei den Zeitungen sank sowohl die Zahl der Beschäftigten als auch die der publizistischen Einheiten drastisch. Die Zahl der Angestellten bei US-Zeitungen sank in diesem Zeitraum von 406.700 auf 240.000. Bei diesem dramatischen Job-Abbau ist es kein Wunder, dass auch die Zahl der durchschnittlich Beschäftigten pro publizistischer Einheit deutlich sank. Mit anderen Worten: Es gibt es den USA heute weniger Zeitungsredaktionen, viel weniger Angestellte bei Zeitungen und in den verbliebenen Redaktionen arbeiten deutlich weniger Leute.



Auch in der TV-, Radio-, Kino- und Buchbranche gingen die Jobs zurück - wenn auch nicht ganz so stark wie bei den Zeitungen. Bei den Produktionsfirmen sieht es anders aus. Hier waren 2008 mit etwa 205.000 Leuten die meisten Mitarbeiter beschäftigt. 2011 war bei den Produktionsfirmen mit über 200.000 immerhin noch das Jahr mit der zweithöchsten Zahl an Angestellten. Auch die Zahl der Produktionsfirmen ist über die Jahre hinweg nicht nennenswert gesunken. Hier gab es zwischen 2003 und 2005 einen Tiefpunkt, danach stieg die Zahl der Produktionsfirmen wieder.

In einem Segment gibt es sogar steigende Jobzahlen - wenig überraschend handelt es sich hierbei um Internet-Publishing. Von 2007 an stiegen sowohl die Zahl der publizistischen Einheiten als auch die Zahl an Mitarbeitern deutlich an, und zwar bis auf 108.000 Angestellte in 2011. Zwei Anmerkungen hierzu: Die Zahl der Beschäftigten im Internet Publishing war allerdings auch in den USA schon einmal höher, nämlich 110.800 im Jahr 2000 auf dem Höhepunkt des New-Economy-Hypes. Nach dem Platzen der so genannten Dotcom-Blase schrumpfte die Zahl der Firmen und Beschäftigten auf 67.200 im Jahr 2003. Von da an stieg die Beschäftigten-Zahl wieder. Bei Internet Publishing rechnen die US-Statistiker allerdings auch die Angestellten von Suchmaschinen mit ein. Die Steigerungsraten in diesem Sektor sind für Journalisten also kaum aussagekräftig.



Es gibt auch eine Grafik, die sich mit den Zukunftsaussichten von Medienberufen beschäftigt, projiziert für die Jahre 2010 bis 2020. Demnach gibt es durchaus Sparten, in denen bis 2020 viele neue Medienjobs geschaffen werden, vor allem bei Fotografen, Produzenten & Regisseure, technische Schreibern, Audio- und Video-Technikern, sowie Autoren. Das Berufsfeld der Redakteure stagniert. Einen deutlichen Stellenabbau erwarten die Statistiker bei Reportern und Korrespondenten. Diese Berufsgruppe wird stetig kleiner, sowohl in Relation zu den anderen, als auch was die absoluten Zahlen betrifft. Man muss hier anmerken, dass in den USA - anders als hierzulande - wesentlich stärker zwischen Redakteuren (Editors) und Schreibern (Writer/Reporter) unterschieden wird. In den USA organisieren Editors in der Regel Redaktionsabläufe und bearbeiten Texte von Reportern, während sich Reporter ausschließlich dem Recherchieren und Schreiben widmen.



Vor kurzem gab der deutsche Zeitungswissenschaftler Horst Röper jungen Leuten den Rat, “Werdet keine Journalisten!”. Anhand der Statistikzahlen aus den USA könnte man diesen Rat präzisieren: Werdet keine Reporter. Der Beruf droht auszusterben.

gefunden via Business Insider

swi

04.02.2013
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    04.02.13 21:37

    Sozialversicherungspflich Beschäftigte

    Durch den doppelten Abiturjahrgang werden manche - jetzt schon überfüllten - Berufsgruppen noch mal mit noch mehr Bewerbern bedient.

    Schade das niemand eine Realtime-Statistik von Angebot und Nachfrage von Jobs und der Realität des Arbeitsmarktes macht. Dafür werden Parteien, Politiker, Gewerkschaften eigentlich schon längst bezahlt.

    In 5-10 Jahren wird das Thema dann vielleicht mal von Leistungs-Journalisten aufgegriffen. Die fehlenden Rentenbeitragsjahre kann man vermutlich nie wieder aufholen.


    Ob der letzte Absatz stimmt oder hier in Deutschland Vor-Ort-Reporter eher gefragt bleiben, während zusammenstellende Journalisten durch Firmen-PR-Texte ersetzt werden. Interviews mit A,B,C,D,...-Promis und Politikern kann man bald vielleicht auch direkt beim Management oder Wahlkampfteam einkaufen.

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