Die Titanic hat mal wieder für Verwirrung gesorgt. Auf dem Cover ist ein Foto Adolf Hitlers zu sehen. Dazu die Zeile: “Der Verfassungsschutz bittet um Mithilfe - Wer kennt diesen Mann?” Unbekannte haben das Cover in Taufkirchen aufgehängt, u.a. an einer Dönerbude. Die Polizei nahm Ermittlungen auf. Titanic-Chef Leo Fischer zu MEEDIA: "Wir begrüßen es, dass sich auch unsere Leser an der Suche des Verfassungsschutzes nach dem mutmaßlichen Nazi-Hintermann Adolf H. beteiligen."
Die Polizei in Taufkirchen und Erding wollte sich wohl nicht den Schuh anziehen, “auf dem rechten Auge blind” zu sein und begann zunächst mit Ermittlungen und der Suche nach Zeugen. Die Süddeutsche Zeitung schreibt: “Weil auf den Plakaten "Kennzeichen von verfassungswidrigen Organisationen" verwendet wurden, erfülle das den Straftatbestand. Die Ermittlungen wurden daher von der Kriminalpolizei Erding übernommen, die nun Zeugen sucht.”
Drei Möglichkeiten hatte die Polizei für die Hitler-Plakate an Döner-Bude, Billig-Klamottenmarkt und Drogerie-Filiale identifiziert: Rechtsradikale, politische Provokateure oder, wie der ortsansässige Polizeisprecher der SZ sagte, jemand mit “schrägem Humor”. Als die SZ nach “Recherchen”, wie sie schreibt, herausgefunden hat, dass es sich bei dem Nazi-Plakat um das aktuelle Titanic-Cover handelt, wurde dieses brisante “Recherche”-Ergebnis sogleich der Polizei mitgeteilt. “Da waren die Ermittler baff”, notiert die Süddeutsche.
Gegenüber MEEDIA gab Titanic-Chefredakteur Leo Fischer zu Protokoll: "Wir von Titanic haben mit dieser Verbreitung unseres Titels selbst nichts zu tun, begrüßen es aber, dass sich auch unsere Leser an der Suche des Verfassungsschutzes nach dem mutmaßlichen Nazi-Hintermann Adolf H. beteiligen. Und natürlich möchte ich auch den ermittelnden Behörden meine Hochachtung aussprechen, dass sie den Kampf gegen Rechts nun endlich wieder ein bisschen ernster nehmen als all die Jahre zuvor - obwohl es natürlich verwundert, dass das Porträt eines mutmaßlichen Nazis schon ein verfassungsfeindliches Symbol sein soll. Sollte es den Beamten nun auch noch gelingen, sämtliche Bilder von Beate Zschäpe zu konfiszieren, kann die Zwickau-Akte wohl bald als geschlossen betrachtet werden." Dem ist nichts hinzuzufügen.
Letzte Kommentare
01.12.11 09:55
Klaus Müller Web-Site
Wenn Satire auf die Polizei trifft...
Kann einfach nicht gut gehen.
30.11.11 16:27
Michael H.
Sehr aufmerksam liebe Polizei... aber die SZ betreibt wohl die bessere "Recherche". Jaja: "Da waren die Ermittler baff." Ein etwas begrenztes Exekutivorgan das wir da haben! Aber dafür ist ja unser Verfassungsschutz... äh moment mal: NOCH BEGRENZTER???
30.11.11 15:01
Ingmar Hansson
Nicht das Bild ist nach allgemeinem Dafürhalten von Regierungs- und Sicherheitsdienst-Kreisen das verfassungsfeindliche Symbol, sondern das Logo der Zeitschrift.
30.11.11 14:49
Er Bloggtes Web-Site
Nicht das Hitler-Foto ist das verfassungsfeindliche Symbol. Nur der Bart.
Oder: Nicht das Hitler-Foto ist das verfassungsfeindliche Symbol. Sondern dass er durch die Bildunterschrift als gesuchter Verfassungsfeind dargestellt wird.
Oder: Nicht das Hitler-Foto ist das verfassungsfeindliche Symbol. Sondern dass das Bild so tut, als würde ihn irgend jemand nicht kennen (insbesondere der Verfassungsschutz).
Oder: Nicht das Hitler-Foto ist das verfassungsfeindliche Symbol. Sondern dass es vorgaukelt, der Verfassungsschutz hätte den Kontakt zu einem seiner V-Männer verloren und würde sich nun auf die Suche nach ihm begeben.
Genug gekalauert.
30.11.11 14:07
Christian Meier
Wenn jetzt schon Hitler-Fotos als verfassungsfeindliche Symbole eingestuft werden, wird der SPIEGEL in Zukunft aber einige Probleme bekommen. Schließlich hat der gefühlt jeden Monat mindestens einmal den kleinen nervigen Österreicher auf Seite 1.