In der Debatte um einen Artikel im aktuellen stern, in dem eine Redakteurin über eine ein Jahr zurückliegende Anmache des FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle schreibt, hat sich jetzt Chefredakteur Thomas Osterkorn zu Wort gemeldet. “Es scheint ein wiederkehrendes Verhalten von Brüderle zu sein”, so Osterkorn. Er hält die Berichterstattung des stern darum für legitim. Junge Journalistinnen seien kein Freiwild. U.a. bei Facebook gab es zahlreiche kritische Stimmen zu dem stern-Bericht.
Hier die Erklärung von stern-Chefredakteur Thomas Osterkorn im Wortlaut:
"Der erste Eindruck, den Laura Himmelreich vor einem Jahr von Brüderles Umgang mit Frauen gewonnen hatte, bestätigte sich im Laufe der Zeit bei weiteren Beobachtungen und Begegnungen. Ich halte unsere Berichterstattung deshalb für legitim. Denn es scheint ein wiederkehrendes Verhalten von Brüderle zu sein. Was ihm jetzt nur nicht gefällt, ist, dass darüber berichtet wird.
Die beschriebene Begegnung mit meiner Kollegin fand auch nicht in einem quasi 'privaten', also geschützten Rahmen statt. Es war ein öffentliches Treffen mit Journalisten an der Bar. Im Übrigen finde ich: Junge Journalistinnen, egal ob sie beim stern oder bei Spiegel Online oder sonstwo arbeiten, sind kein Freiwild, weder für Piraten noch für ältere Herren aus der Politik."
Osterkorn bezieht sich mit dem Verweis auf Spiegel Online auf einen Spiegel-Artikel, in dem die SpOn-Reporterin Annett Meiritz über Anzüglichkeiten von Politikern der Piraten-Partei berichtet hatte. Wie schon unter dem Posting des Original-Artikels sammeln sich auch unter der Erklärung des Chefredakteurs auf der Facebook-Seite des stern extrem kritische Kommentare.
Letzte Kommentare
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24.01.13 23:20
Thomas Bauer Web-Site
Noch erschreckender als das Altherren-Verbalgegrapsche von Brüderle emfinde ich das Verharmlosende seiner Brüderle im Geiste, die durch die Foren wabern…
24.01.13 20:26
Mark Walt
Ja, diese jungen Journalistinnen, wollen schnell berühmt werden und begeben sich in Gefahr - also selber Schuld?! Und der Herr Brüderle kann doch ruhig mal über die Strenge schlagen auf der Suche nach Ablenkung und Entspannung vom harten Politikeralltag?! Lasst ihn doch - ist doch nicht so schlimm, wenn einer mit einem Frauenbild aus dem Mittelalter im Kopf unterwegs ist und viele ihm auch noch zustimmen. wahrscheinlich hat sie ihn auch angemacht, weil sie beim guten Abend sagen gelächelt hat oder eigentlich reicht es ja schon, das sie eine Frau ist.
Wann wird die Gesellschaft in Deutschland eigentlich erwachsen?
Danke Stern und danke Frau Himmelreich - mehr davon!
24.01.13 19:52
Michi Cohrs
Die Reaktion mancher Zeitgenossen zeigt: es wird viel zu wenig über solche Vorfälle berichtet! Ich sage dem STERN daher ausdrücklich Dankeschön.
Offenbar halten viele das geschilderte Verhalten von Herrn Brüderle für so normal, dass sie sich darüber gar nicht empören, sondern über die Journalistin bzw. den Stern. Mannomann!
Das sind ja Frauenbilder mit dem Mief der 50er Jahre. So grausam.
24.01.13 19:36
Lasst TATSACHEN sprechen!
Große Aufregung um den STERN statt um den "Star der Heute Show"!
Warum eigentlich?
Was ich schon immer über den STERN sagen wollte aber nicht zu äußern wagte?
Ein Jahr nach der "Bagatell-Tat", naja...
Gab/gibt es nicht eine verkürzte Verjährungsfrist von wenigen Stunden für die Reichen/Schönen/Mächtigen grade recht erst in "Frauengeschichten"?
Warum interessieren eigentlich in erster Linie die "erkenntnisleitenden Interessen" der Veröffentlichung und nicht die Tatsache SELBST?
Selbiges gilt für Silvana Koch-Mehrin, die die Stern-Berichterstattung mit bemerkenswerter Begründung in Schutz nimmt!
Hörenswert ein "weiblicher" Kommentar im DLF (Verena Herb?) um 19:05 Uhr, derweil getroffene Hunde in Politik und Printpresse laut heulen?