Nur wenige Stunden, nachdem sein wohl endgültiger Rauswurf bei M. Dumont Schauberg bekannt wurde, übt Konstantin Neven DuMont scharfe Kritik am Konzern. Über den Beschluss des Aufsichtsrats, ihn wegen geschäftsschädigenden Verhaltens von allen Herausgeber-Ämtern zu entbinden, sagt er im Interview mit W&V: "Ich halte die Entscheidung für unverantwortlich." Gleichzeitig fällt der 41-Jährige ein vernichtendes Urteil über die Krisen-PR des Unternehmens: "Eine Kommunikations-Katastrophe."
Dies gelte, so Neven DuMont gegenüber dem Branchendienst, "seit ich da beurlaubt wurde." Auf die Frage, warum er ausgerechnet dem Kölner Wettbewerber DuMonts, Springers Bild-Regionalausgabe, wiederholt Interviews gegeben habe, sagt er: "Wo, außer in der Bild-Zeitung hätte ich mich denn äußern sollen, es gibt in Köln neben unserem Verlag ja keine anderen unabhängigen Tageszeitungen." Er habe noch immer keine Begründung für seine Suspendierung erhalten.
DuMont erklärte ferner erneut, er wolle seine Unternehmensanteile nun "so schnell wie möglich verkaufen". Die Vermögen des Erben wird von Experten auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt.
Letzte Kommentare
23.11.10 16:21
Meinung S. Freiheit
DuMont Senior mag ja durchaus ein schwieriger Charakter sein. Der Sohnemann ist aber auch nicht besser. Es ist wirklich unklug, in anderen Medien übers eigene Haus herzuziehen.
Wenn der Alte so starrköpfig ist, dann soll er entweder einfach seine Millionen still verfuttern - mit etwas Stil kann man das, ohne ständig in den Klatschspalten zu landen. Oder man nimmt sein Geld und macht was Eigenes. Ums Startkapital des Juniors beneiden ihn sicher viele Firmengründer - da wird sich doch wohl was Passendes finden.
Auch, wenn's für Außenstehende lustig ist: Hoffentlich war das jetzt der letzte Akt der kölschen Seifenoper...