Der langjährige Sprecher des Bauer-Verlags, Andreas Fritzenkötter, übernimmt ab sofort die Leitung des Unternehmensbereichs Kommunikation, Public Affairs, politische und internationale Beziehungen der Investmentgruppe Sapinda. Vom Standort Berlin aus wird er dabei für sämtliche Gesellschaften der internationalen Gruppe tätig sein. Vorstandschef von Sapinda ist Lars Windhorst, Ex-Wirtschaftswunderkind der Kohl-Ära. für den 34-Jährigen soll Fritzenkötter, 52, die Öffentlichkeitsarbeit reformieren.
„Die Zusammenarbeit mit Andreas Fritzenkötter ermöglicht uns, Kommunikation und Public Affairs unserer Gruppe neu zu strukturieren und aufzustellen", so Windhorst, "seine Erfahrungen in der politischen Arbeit wie in der Medien- und
Kommunikationsarbeit sind dafür eine sehr gute Grundlage."
Fritzenkötter arbeitete zuletzt als politischer Berater und selbstständiger
Medienberater. Von 1989 bis Ende 1998 verantwortete er die Kommunikations- und Pressearbeit des früheren CDU-Vorsitzenden und Bundeskanzlers Helmut Kohl, zuletzt als Leiter der Stabsstelle Medienpolitik und Öffentlichkeitsarbeit im
Bundeskanzleramt. Aus dieser Zeit kennen sich auch der Kommunikator und der vom Ex-Kanzler protegierte Unternehmer. Ab 1999 bis 2009 leitete er den Bereich Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Bauer Media Group. Zuletzt war er einige Monate lang Berater des früheren Hamburger Bürgermeisters Christoph Ahlhaus.
Die Sapinda Gruppe wurde 2004 unter anderen von dem südafrikanischen Unternehmer Robert Hersov und dem deutschen Unternehmer Lars Windhorst gegründet. Das international operierende Unternehmen beschäftigt sich laut Firmendarstellung "seit Jahren erfolgreich mit Investitionen in Public und
Private Equity". So habe man in den vergangenen zwei Jahren Investitionen in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro abgewickelt. Die Sapinda
Deutschland GmbH ist eine Tochter der Sapinda Holding B.V. mit Sitz in
Amsterdam. Weitere Standorte sind Berlin, London, Hongkong und Seoul.
Windhorst hatte nach zunächst spektakulären Erfolgen als Jungunternehmer mit Fernost-Geschäften nach dem Zusammenbruch der New Economy Schlagzeilen mit Firmenpleiten gemacht und später auch Privatinsolvenz anmelden müssen. Zudem waren seine Aktivitäten vorübergehend auch im Fokus staatlicher Ermittler. Seit Ende der 2000er Jahre allerdings ist es ruhig geworden um den Unternehmer, der offenbar geschäftlich wieder sehr erfolgreich zu sein scheint. Fritzenkötter zu MEEDIA: "Die Sapinda-Gruppe hat international einen exzellenten Ruf. Es geht nun darum, dass dies auch in Deutschland publik wird."
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05.05.11 14:13
Dieter Preuß
Öffentlichkeistarbeiter Andreas Fritzenkötter scheiterte in den 90er Jahren im Kanzleramt, weil er es im Gegensatz zu seinem legendären Vorgänger Dr. Eduard Ackermann nicht schaffte, als Medienberater "seinen" Kanzler Helmut Kohl bei den Journalisten-Kollegen positiv zu vermitteln. Der gelernte Lokalredakteur aus Westfalen war schon damals für den engsten Kohlschen Regierungsapparat eine folgenschwere Fehlbesetzung. Vom Bauer-Verlag mußte er sich unfreiwillig verabschieden und als glückloser Werbetrommeler für den letzten Hamburger CDU-Bürgermeisterkandidat Christoph Alhaus ging er zuletzt mit Pauken und Trompeter unter. Mit dem langjährigen Freund Lars Windhorst, der als Wirtschaftswunderkind der 90er Jahre übelst abstürzte, verbindet ihn das Karriere-Scheitern. Wie sich nun die neue Allianz aus Not und Elend in der öffentlichen Darstellung entwickeln wird, bleibt abzuwarten.