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Zeitungsverlag lässt DuMont Kölsch verbieten

Der Kölner Bier-Streit der DuMonts

Dies ist eine typische Kölner Geschichte mit Kölsch, Karneval und dem Pressehaus M. DuMont Schauberg. Die Getränke-Zeitschrift Inside hat berichtet, dass Verlegersohn Konstantin Neven DuMont (u.a. Express, Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung) mit einer einstweiligen Verfügung gegen die kleine Kölner Privatbrauerei Sünner vorgegangen ist. Grund: Sünner wollte ein DuMont Kölsch auf den Markt bringen. Die Brauereichefin trägt zufällig den gleichen Namen wie das Zeitungshaus. Das sorgt für Streit.

Die Brauerei Sünner in Köln-Kalk ist ein eher kleiner Spieler im lukrativen Biergeschäft. Wohl auch darum versucht der Brau-Zwerg des öfteren mit spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam zu machen. So ebnete Sünner sehr zum Ärger der alteingesessenen Kölsch-Brauereien der Billigmarke Traugott Simon Kölsch den Weg in die Domstadt.

Nachdem sich die Sünner-Seniorchefin Ingrid Müller-Sünner in den Ruhestand verabschiedet hat, wollte nun offenbar deren Tochter und geschäftsführende Gesellschafterin Astrid Schmitz-DuMont eigene Duftmarken setzen und unter dem Namen DuMont Kölsch eine junge neue Biermarke in trendiger Weißglasflasche auf den Kölner Biermarkt bringen.

Allerdings bekam das auf Traditionen bedachte Zeitungshaus M. DuMont Schauberg Wind von der Sache und erwirkte eine einstweilige Verfügung. Die Bier-Pläne von Sünner wurden vorerst gestoppt. Laut Inside sieht Jungverleger Konstantin Neven DuMont die Markenrechte seines Hauses in Gefahr. Konstantin Neven DuMont ist in Köln gut vernetzt. So sitzt er u.a. dem Aufsichtsrat des Karnevalsvereins Goldene Jungs e.V. vor, dessen Mitglieder honorige Stadt-Persönlichkeiten sind, die Spenden sammeln und verteilen und während der tollen Tage dem jecken Treiben in goldenen Anzügen beiwohnen.

Im Vorstand der Goldenen Jungs sitzt praktischerweise auch Heinrich Philip Becker, Chef der Kölner Traditions-Kölsch-Brauerei Gaffel, so dass man in Goldene-Jungs-Kreisen über die örtlichen Bier-Vorgänge stets im Bilde sein dürfte.

Astrid Schmitz-DuMont trägt den in Köln klingenden Namen DuMont, weil sie mit dem Rechtsanwalt Ulrich Schmitz-DuMont verheiratet ist. Der hat zwar nichts mit den Zeitungs-Zaren vom Rhein zu tun, aber als seine anwaltlichen Schwerpunkte gibt er u.a. Markenrecht, Wettbewerbsrecht und Urheberrecht an. Es bleibt alles irgendwie doch alles in der Familie.

swi

20.08.2010
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    Letzte Kommentare

    Anzeige: 1 - 5 von 9 1 2 weitere Einträge >

    23.08.10 19:11

    Konstantin Neven DuMont

    Die Arbeit bei M. DuMont Schauberg bietet mir die Möglichkeit aufzuklären, Menschenrechte zu verteidigen, sozial benachteiligte Menschen zu unterstützen, den Umweltschutz zu fördern und Bildung zu verbessern. Dabei nehme ich in Kauf, mich bei Medienjournalisten wie Georg Altrogge oder Stefan Winterbauer unbeliebt zu machen.

    23.08.10 16:38

    Sigurd Hansen

    Alsda wären auch noch die unrühmlichen geschäftlichen und verlegerischen Aktivitäten der Familie DuMont in der Zeit von 1933-1945 (Stichworte zB Juden, Grunstückserwerbe etc) sowie die diversen anderen Skandälchen.

    Nun gut, Köln wurde und wird das natürlich alles unter den Teppich gekehrt und ein Klüngelbruder schützt da schon den anderen.

    Scheinbar ist das alles deshalb am jungen Herrn Konstantin DuMont vorbeigegangen, vielleicht glaubt er die übliche öffentliche Lobhudelei für seinen Vater?

    Jedenfalls gibt es genügend Gründe für die Leute, nicht alles bei den DuMonts rosarot zu sehen.

    Dennoch bin ich dafür, die Söhne nicht einfach nach Ihren Vätern und Großvätern zu bemessen, sondern nach den eigenen Leistungen. Das ändert aber nichts daran, daß Sie das Erbe abarbeiten müssen. Das gilt nicht nur für die Aktiva und das Angenehme, sondern auch für Passiva und Unangenehmes wie die oben benannten.

    23.08.10 10:33

    Tobias Egal

    Sehr geehrter Herr Konstantin NevenDuMont,

    es ist erstaunlich, dass Sie von anderen Menschen eine Begründung benötigen, die Ihnen darlegt, warum Ihr Verlagshaus ein umstrittenes ist. Schauen Sie sich die Diskrepanz zwischen Ihren Worten und Ihren Taten doch einmal selbst näher an: Mitteldeutsche Zeitung, Netzeitung (bevor Sie erneut nachfragen: ja, Sie haben eine Onlineoffensive im Konzern angekündigt, ja, Sie haben alle Mitarbeiter der Netzeitung entlassen, ja, auch schwangere MAinnen haben die Kündigung bekommen), Tip Berlin, Berliner Zeitung ... und nun FR ... da hilft es auch nicht, so zu tun, als engagiere man sich für sozial Schwache ...
    So Sie es wirklich wissen wollen, versuchen Sie doch einmal inkongnito in einer der Kantinen Ihres Hauses die Stimmung Ihre Person oder Ihrem Verlag betreffend einzufangen ... Sie werden überrascht sein ... mit freundlichen Grüßen

    23.08.10 09:03

    Gerhard Lotzen

    Konstantin Neven DuMont,

    ich bin ein wenig erstaunt und auch enttäuscht, dass ausgerechnet Sie als Connaisseur des rheinischen Frohsinns ihre Büttenreden hier nicht in Reimform vorbringen.

    Für einen Mann mit ihren Talenten und Fähigkeiten ("a goldisch Kerlsche", würde der Mainzer sagen) dürfte das doch wohl ein Leichtes sein.

    22.08.10 20:19

    Konstantin Neven DuMont

    @Georg Altrogge: Im Januar hatten Sie in einer Kommentarspalte behauptet, dass M. DuMont Schauberg ein umstrittener Verlag sei. Auf eine Begründung dieser These warte ich bis heute. Wenige Tage später versuchte MEEDIA uns ein Werbepaket zu verkaufen. Vor diesem Zeitpunkt hatte MEEDIA immer relativ neutral und sachlich über unser Haus berichtet. In Ihrem Archiv können Sie sich davon überzeugen.

    Seitdem ist eine tendenziöse Berichterstattung zu beobachten (zum Beispiel hier: http://meedia.de/nc/details-topstory/article/der-ungelenke-facebook-verleger_100028063.html). In diesem Beitrag unterstellt mir Stefan Winterbauer, dass ich wirre Thesen verbreiten würde. Er bezog sich auf einen Kommentar, den die Chefredakteure unserer Abozeitungen schon vor Abdruck ausdrücklich gelobt hatten.

    Diese Tatsache wird von Winterbauer vollkommen auf den Kopf gestellt. Er schreibt, "So ist er umgeben von Ja-Sagern, die bei ihm angestellt sind, oder die hoffen mit seinem Verlag ein Geschäft zu machen und darum bei rhetorischen Ausflügen ins allzu Wolkige gerne mal beide Augen zudrücken." Mit dieser Aussage unterstellt MEEDIA den Chefredakteuren, dass sie verlogen seien. Ist das für Sie auch eine Verschwörungstheorie?

    Ferner schreibt Winterbauer, dass viele in der Branche angeblich über meine "ungelenke und naive Art" schmunzeln würden. Ist es Zufall, dass Winterbauer in diesem Zusammenhang nicht einen einzigen Namen nennt? Meines Erachtens ist das kein Zufall. Wen hätte Winterbauer bis auf Stefan Niggemeier und einer Kolumnistin der TAZ auch auflisten können? Wobei ich mir gar nicht so sicher bin, ob Niggemeier zu dieser Sache überhaupt Stellung genommen hätte. Er befindet sich in Sachen DuMont schon seit Längerem auf Tauchstation.

    Nun berichtet MEEDIA, dass ich meinen Namen nicht auf einer Bierflasche sehen wolle. Wie kommt MEEDIA zu dieser unwahren Behauptung? Bei einem alkoholfreien Bier könnte ich mir das zum Beispiel durchaus vorstellen. Warum fragt Winterbauer nicht einfach kurz bei uns nach, bevor er einen schlecht recherchierten Bericht aus einer Zeitschrift abschreibt?

    Macht es für MEEDIA überhaupt keinen Unterschied, ob der Verlag M. DuMont Schauberg mit einer einstweiligen Verfügung gegen eine Privatbrauerei vorgeht oder ich persönlich? Schreiben Sie jetzt aber bitte nicht, dass M. DuMont Schauberg demnächst in den Getränkehandel einsteigen wird. Hierbei handelt es sich um meine persönliche Meinung, die ich noch nicht mit meinen Kollegen besprochen habe.

    Grundsätzlich ist es natürlich eine feine Sache, wenn Medienjournalisten kritische Berichte über Verleger veröffentlichen. Ich kann allerdings nicht verstehen, dass Verleger sich anscheinend immer noch nicht mit der Arbeit von Medienjournalisten auseinandersetzen dürfen. Dank des Web 2.0 werden Sie sich damit abfinden müssen. Unsereins muss Sie schließlich auch ertragen.

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