Am 26. Juli findet in Berlin das einzige Deutschlandkonzert von Britney Spears statt. Für viele Fans ein wichtiges Ereignis. Ansonsten werden diesmal nur wenige Musik-Interessierte mitbekommen, dass der US-Star in der Hauptstadt auftritt. So werden die Deutschen Tageszeitungen kaum über den Gig berichten. Denn die Sängerin lässt für ihren Live-Auftritt keine Agenturfotografen zu. Die Folge: "Ohne eigenes Fotomaterial berichten wir auch nicht", sagt dpa-Sprecher Justus Demmer gegenüber MEEDIA.
Die Hamburger Agentur ist nicht bereit, über ein Event zu schreiben, von dem sie ihren Kunden keine Bilder anbieten kann. "Eine Geschichte ohne Fotos, ist heutzutage undenkbar", sagt Demmer. Wenn allerdings nicht die dpa berichtet, werden fast alle Zeitungen, die nicht gerade in Berlin erscheinen und eigene Mitarbeiter in die O2-Arena entsenden, kaum an eine Britney-Story kommen.
Denn auch die anderen Presse Agenturen werden voraussichtlich keine Reporter in das Pop-Konzert schicken. "In diesen Fällen zeigen sich die Kollegen doch immer sehr solidarisch", sagt Demmer.
Künstler-Boykotte gehören für die dpa bereits zum Alltag. "Angefangen hat alles mit Robbie Williams, der als erster die Agenturfotografen aussperrte", erzählt Demmer. Seither verzichteten unter anderem die US-Rocker von Kiss oder der Kanadische Sänger Leonhard Cohn auf die Agentur-Berichterstattung. Aber auch einheimische Stars, sehen die externen Fotografen nicht mehr gerne. Selbst Herbert Grönemeyer verfügte bereits Zulassungsbeschränkungen für die Bild-Journalisten.
Den Künstlern und ihrem Management geht es bei den Foto-Verboten hauptsächlich um den Schutz der eigenen Marke. Sie wollen die hundertprozentige Kontrolle über ihr Produkt und dessen Außendarstellung. Die Folgt: Die mediale Berichterstattung wird immer weiter eingeschränkt.
Letzte Kommentare
23.07.09 18:42
Meinung S. Freiheit
Das Gezerre mit den Musikern auf Konzerten ist alles andere als neu. Schon mit seiner Durchgeknallheit 'Prince' gab's Ärger, weil die Fotografen ihre Kameras abgeben und vom Veranstalter wegschließen lassen sollten.
Ich verstehe jeden Künstler, der sich gegen Paparazzis oder einfach falsche, böswillige Berichte stellt - aber die Berichterstattung von einem Konzert zu verbieten, ist reichlich dumm und hochnäsig.
23.07.09 11:58
Peter Pahn
Wenn Künstler bestimmen können welche Bilder bei einem Publikumskonzert über sie veröffentlicht werden, dann ist es doch nur logisch, daß sie auch die Inhalte der Meldungen bestimmen.
Also: Wenn das Konzert von Britney nicht ankommt, dann darf auch niemand etwas drüber schreiben - richtig?
Und wenn die Angehörigen von Michael Jackson nicht wollen, daß sein Tod bekannt wird, dann darf auch darüber niemand schreiben - richtig?
Und was für die Stars gilt, muß natürlich auch für Politiker und Wirtschaftsbosse gelten - richtig?
Zeitungen und Zeitschriften adieu - wir holen uns demnächst alle Informationen von den Homepages der Akteure. Was für ein Schwachsinn!
22.07.09 19:54
Lisa auswien
Ich kann ina müller nur zustimmen. Diese grossartige Künstlerin, welche eine ganze Generation (Millionen Menschen) beeinflusste und begleitete wurde in ihrer Krise von der Presse fast zu Tode getreten. Diese Presse wird heute nicht mehr zugelassen. Diese Presse braucht auch keiner, weil wir können uns alle Bilder und Infos übers Internet holen ! zB direkt von der Britney Spears Seite.
Es gibt ein sprichwort :
Wer zuletzt lacht, lacht am besten !
Und das ist diesemal Britney !!!
22.07.09 18:29
ina müller
Ich möchte stark bezweifeln, dass es Ihnen um die mediale Berichterstattung geht, sondern eher darum, dass "Journalisten" bestimmter volkverblödeneden Zeitungen sich nicht auf die Lauer legen können und nur darauf warten, dass Leute wie Britney Spears Fehler machen.
Die Presse, vor allem RTL in Deutschland, hat Britney fast kaputt gemacht mit ihren stetigen negativen Berichterstattungen. WARUM sollte Britneys Management also unautorisierte Fotos erlauben?!
22.07.09 17:40
Sascha Jurek Web-Site
es war wohl eher robbie williams, der mit den fotografen-einschränkungen anfing und nicht robin williams... ;-)