Die Bauer Media Group hat eine neue Kommunikationschefin gefunden: Claudia Bachhausen, 49, übernimmt den Job Mitte April. Sie soll eine "strategische Neuausrichtung der Unternehmenskommunikation" umsetzen, sagt die Verlegerin Yvonne Bauer. Bachhausen war zuletzt Kommunikatorin der Weight Watchers. Ihr Vorgänger Joachim Klähn hatte das Medienunternehmen im Januar nach nur gut einem Jahr wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Strategie verlassen.
Wie ihr Vorgänger ist Bachhausen eine Quereinsteigerin in die Medienbranche. Für das Unternehmen Weight Watchers, das ein Gewichtsabnahmeprogramm anbietet, war sie 13 Jahre tätig. Zuvor hatte sie sechs Jahre die PR des Buchverlags Reclam geleitet.
Der Job des Kommunikationschefs bei Bauer ist in jeder Hinsicht eine Herausforderung. Der ehemalige Berater von Helmut Kohl, Andreas Fritzenkötter, prägte den Posten über viele Jahre. Er machte aus dem von seinem Vorgänger Roman Köster eingeführten Journalistenpreis "Heiße Feder" die zuletzt 2009 verliehene Auszeichnung "Goldene Feder" (siehe Kommentare), hatte einen engen Draht zu Verleger Heinz Heinrich Bauer und sagte gegenüber Journalisten in der Regel nur das Nötigste. Als sich ein Generationswechsel im Unternehmen anbahnte, schied Fritzenkötter nach zehn Jahren bei Bauer Ende 2009 aus.
Knapp ein Jahr später wurde der Chefposten erst wieder vergeben - an Joachim Klähn, der zuvor u.a. für Otto und Tchibo kommuniziert hatte. Im Januar trennte man sich wegen der berühmten "unterschiedlichen Auffassungen". Klähn hatte bereits versucht, die von Yvonne Bauer eingeforderte neue Unternehmensstrategie zu finden und umzusetzen. Und war daran gescheitert. Oder an der Verlegerin, je nach Sichtweise. Sowohl nach Fritzenkötters Abgang wie nach der Trennung von Klähn übernahm Berit Sbirinda die kommissarische Leitung der Kommunikationsabteilung.
An Claudia Bachhausen lobt Yvonne Bauer nun ihre Vielseitigkeit und Erfahrung. Die wird sie brauchen. Bauer ist ein Medienunternehmen, das traditionell eher darauf bedacht war, nicht die große Trommel zu rühren. Verleger Bauer sprach einmal im Jahr im Dezember zu den Medienjournalisten, und damit hatte es sich. Großübernahmen wie etwa der Kauf von Emap in Großbritannien wurden dadurch eher unterverkauft. Spannende Geschichten aus einem Medienkonzern, der weiter recht profitabel mit Printprodukten Geld verdient, gäbe es vermutlich reichlich.
Letzte Kommentare
03.04.12 11:23
Christian Meier
Lieber Herr Dzubilla, danke für die Korrektur, die Sie vermutlich auch noch das ein oder andere Mal an anderer Stelle anbringen müssen. Wenn ich nicht falsch liege, hat Fritzenkötter aus der Heißen Feder aber eine Goldene Feder gemacht und das Spektrum der Preisträger von Journalisten auf TV- und sonstige Promis ausgeweitet. Sie können aber gerne präzisieren. Ihre Laudatio für den Preisträger 1993, Günther Kress, ist ja dankenswerter Weise auch im Netz nachzulesen: http://off-the-record.de/wp-content/uploads/Bauerfeder.jpg/Bauerfeder.jpg. Grüße!
02.04.12 21:02
Harald Dzubilla Web-Site
Zum 1001. mal korrigiert: Andreas Fritzenkötter hat den Medienpreis "Goldene Feder" nicht erfunden, sondern das war sein Vorgänger Roman Köster. Und vor der "Goldenen Feder" hieß der Preis noch die "Heiße Feder".
02.04.12 12:04
Anton LaVey
Kein Wunder, dass Bauer nur noch Quereinsteiger für den PR-Chefposten bekommt. Welcher Medienprofi in Gottes Namen würde sich bei Bauer verheizen lassen???
Gurß Anton