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StudiVZ-Tochter

MeinVZ

Der Deutschlandstart erfolgte fast synchron. Im Februar 2008 gingen kurz hinter einander Facebook und MeinVZ online. Beide Seiten richten sich an ähnliche Zielgruppen. Während sich die Berichterstattung lange auf Facebook konzentrierte, konnte auch der StudiVZ-Ableger in dessen Windschatten ein beachtliches Wachstum hinlegen. Nach etwas über einem Jahr, hat das Holtzbrinck-Network schon 2,8 Millionen Mitglieder. Facebook.de dagegen liegt wohl bei nur knapp über zwei Millionen.

Die US-Amerikaner verraten keine aktuellen Nutzerzahlen für Deutschland. Die letzte offizielle Wasserstandsmeldung datiert aus dem Januar und besagt zwei Millionen Mitglieder. Das heißt im Klartext: Selbst wenn Facebook schnell wächst, wird es der Plattform nicht gelingen, die 2,8 Millionen von MeinVZ zu knacken. Bei den Unique Usern hat Facebook (4,2 Millionen) laut Google Ad-Planer bereits die Nase vorn. MeinVZ kommt nur auf 3,2 Millionen Unique User.

Die VZ-Gruppe starte MeinVZ als "Volks"-Erweiterung zu StudiVZ. So können die Nutzer nahtlos von SchuelerVZ zu StudiVZ und später zu MeinVZ wechseln.

Einziger Unterschied zwischen dem Neuling und den anderen VZ-Seiten ist die Grundfarbe: MeinVZ ist orange. Ansonsten sind die Plattformen identisch und bieten dieselben Angebote wie Fotoalben, Pinnwand, Nachrichten-Funktion und den berühmten Button zum "Gruscheln". Anstelle einer Uni oder Schule geben die MeinVZ-Neueinsteiger ihren Wohnort als Hauptsuchkriterium an. Wer bislang bei StudiVZ aktiv war und lieber die Plattform wechseln will, kann online einen Umzugsantrag stellen. Alle Daten werden dann bequem von der roten zur orangenen Plattform portiert.

Den StudiVZ-Diskussionen der vergangenen Jahre um Privatsphäre und personalisierte Werbung trägt das neue Angebot insofern Rechnung, als es nun möglich ist, die eigenen Daten besser zu schützen und zielgerichtete Reklame abzulehnen. Dazu ist die Plattform nahezu werbefrei – bislang zumindest. Die Betreiber kurz aber wohl kurz davor, auch für MeinVZ mit der Vermarktung richtig durch zu starten.

Bislang konzentrierte sich die VZ-Gruppe bei der Werbung einzig auf die Studentenplattform. SchuelerVZ und MeinVZ blieben banner- und anzeigenlos. Oberstes Gebot für den Neuling war erst einmal der schnelle Aufbau von Reichweite und Mitgliedern – ein Plan, der aufging. Im  Februar 2009 schaffte es das VZ-Volksangebot innerhalb von zwölf Monaten auf 1,8 Milliarden Page Impressions und 70 Millionen Visits.

Nach zwölf Monaten muss die Seite jedoch auch damit Beginnen, eigene Erlöse zu erzielen. Noch ein Jahr ohne positiven Cashflow kann sich die VZ-Mutter Holtzbrinck kaum mehr leisten. Die nötige Einnahmen-Steigerung muss überwiegend von SchuelerVZ oder MeinVZ kommen. Denn die Studentenplattform verdient schon Geld. So sagte bereits vor einem Jahr der damalige CEO Markus Riecke dem "Spiegel": "Im Kerngeschäft StudiVZ sind wir heute schon profitabel".

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WEBSITE

www.meinvz.net

PLUS / MINUS

positiv
Die logische Erweiterung von SchuelerVZ und StudiVZ. Fans der beiden anderen Plattformen mögen auch MeinVZ.
negativ
Geschlossene Gesellschaft: Wie die anderen VZ-Angebote, verweigert sich auch MeinVZ die Plattform zu öffnen.
 
 
Autor: Alexander Becker
Geschrieben: März 2009
 
 

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