Und sie streiten sich noch immer: Seit der Verhaftung des ehemaligen Wettermoderators Jörg Kachelmann, liefert sich der Meteorologe und die Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer neben dem Prozess und seinen lauten Mediengetöse noch eine Art Privat-Disput. Selbst über ein Jahr nach dem Freispruch des Schweizers kehrt keine Ruhe ein. Kachelmann geht auch weiterhin immer wieder juristisch gegen Schwarzer vor und diese kann auch das zurückpoltern nicht lassen, wie ihr neuestes Buch-Projekt zeigt.
Für das Buch „Litigation-PR: Alles was Recht ist“ von Prof. Rademacher und Prof. Schmitt-Geiger hat die Emma-Herausgeberin das Vorwort geschrieben. In ihrem eigenen Blog weist sie nun auf den Band hin, in dem 25 Juristen und Kommunikationsexperten den „systematischen Stand der strategischen Rechtskommunikation“ analysieren. Das ist der richtige Aufhänger für die Journalistin unter der Überschrift „Es reicht, Herr Kachelmann!“ auch noch einmal ein paar Breitseiten in Richtung des Wetter-Experten abzufeuern. Konkrete und vor allen neue Vorwürfe gibt es allerding nicht.
„Ich muss zugeben, dass das alles mich dermaßen anwidert, dass ich nur noch wenig Lust verspüre, mich mit dem Fall Kachelmann weiter zu beschäftige“, bloggt Schwarzer. „Aber: Es bleibt mir nichts anderes übrig! Denn hier geht es um mehr, viel mehr als um den Fall Kachelmann: Es geht um die Pressefreiheit und den Rechtsstaat. Und der ist bei einem solchen zweierlei Maß gefährdet – vor allem, wenn es um sexuelle Gewalt geht, wo die tatsächlichen oder mutmaßlichen Opfer fast immer psychosozial wie ökonomisch schwächer sind als die tatsächlichen oder mutmaßlichen Täter.“
Deshalb habe sie nun das Geleitwort für das Buch geschrieben. Innerhalb des Postings wirft die Journalistin Kachelmann indirekt vor, dass ein Verhandlungstermin gegen seine ehemalige Lebensgefährtin, auch einen gewissen PR-Effekt für sein geplantes Buch habe. Genauso nutzt Schwarzer – wie sie mit dem aktuellen Text beweist – allerdings auch noch immer den Meteorologen als Aufmerksamkeitsverstärker für ihr Buch-Projekt.
Letzte Kommentare
29.08.12 20:01
Günter Hopfinger
Lieber Herr Rademacher,
den Artikel von Meedia fand und finde ich sehr neutral und objektiv. Insofern überrascht mich ihr Beitrag vom 10.07.12 doch sehr. Seien Sie ehrlich: Es ist nicht zufällig, dass Sie Frau Schwarzer ausgewählt haben ein Vorwort zu schreiben. Und es liegt auch nicht an ihrer Tätigkeit "Gerichtsreporterin". Da hätte es durchaus bessere gegeben.
01.08.12 19:13
Harald Schälike-Ollig
Liebe Frau Rademacher,
es ist falsch und m. E. auch ein wenig dreist, zu behaupten, Schwarzer kehre damit zu ihren Wurzeln zurück. Sie schrieb - zu Ihrer Erinnerung in diesem Fall für die BILD.
Aber in gewisser Weise gebe ich Ihnen Recht, auf dem Niveau hat sie ihr ganzes, argumentatives Leben aufgebaut.
Sie haben diese "Jornalistin" für Ihr Buchprojekt ganz sicher nicht zufällig ausgesucht, und genau desshalb ist Ihre Reaktion so, wie sie jeder oben lesen kann.
Mit nach neutraler und unvoreingenommener Wissenschaft hat ihr Vorwort wenig zu tun, - und das ist traurig!
10.07.12 16:08
Prof. Dr. Lars Rademacher Web-Site
Liebe Meedia-Redaktion!
Mit großer Überraschung nehme ich als Herausgeber des o.g. Werkes zur Kenntnis, dass Sie den Eintrag von Frau Schwarzer zum Anlass nehmen, genau so zu verfahren, wie Sie es Frau Schwarzer unterstellen! Sie greifen sich einen Fetzen raus und behaupten, Frau Schwarzer werde damit für "ihr" Buchprojekt. Davon kann aber keine Rede sein! Wir haben Alice Schwarzer gebeten, ein Vorwort für unser wissenschaftliches Werk zu verfassen - gerade weil sie selbst lange Gerichtsreporterin war und mit der Berichterstattung über den Kachelmann-Prozess gewissermaßen zu ihren Ursprüngen zurückgekehrt ist.
Da Frau Schwarzer sonst in keiner Weise an unserem Buchprojekt beteiligt war, hat sie auch keine weiteren Vorteile von der Publikation. Und auch wir als Herausgeber profitieren zumindest ökonomisch überhaupt nicht von dem Buch. Jeder, der wissenschaftliche Buchproduktion kennt, weiß das ...
10.07.12 16:08
Prof. Dr. Lars Rademacher Web-Site
Liebe Meedia-Redaktion!
Mit großer Überraschung nehme ich als Herausgeber des o.g. Werkes zur Kenntnis, dass Sie den Eintrag von Frau Schwarzer zum Anlass nehmen, genau so zu verfahren, wie Sie es Frau Schwarzer unterstellen! Sie greifen sich einen Fetzen raus und behaupten, Frau Schwarzer werde damit für "ihr" Buchprojekt. Davon kann aber keine Rede sein! Wir haben Alice Schwarzer gebeten, ein Vorwort für unser wissenschaftliches Werk zu verfassen - gerade weil sie selbst lange Gerichtsreporterin war und mit der Berichterstattung über den Kachelmann-Prozess gewissermaßen zu ihren Ursprüngen zurückgekehrt ist.
Da Frau Schwarzer sonst in keiner Weise an unserem Buchprojekt beteiligt war, hat sie auch keine weiteren Vorteile von der Publikation. Und auch wir als Herausgeber profitieren zumindest ökonomisch überhaupt nicht von dem Buch. Jeder, der wissenschaftliche Buchproduktion kennt, weiß das ...
08.07.12 00:21
Vera K
Für die Schwarzer kann man nur noch beten "Vater vergib ihr, sie weiß nicht was sie tut". Ich hoffe, für sie, dass sie eines Tages die Schwere der von ihr verursachten Schäden erkennen kann und bereut und dass sie keine Nachahmerinnen in ihrem kranken Denken mehr findet. Das sage ich als Frau.