Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall fordert in einem Interview mit der Südwest Presse: Facebook soll für die Polizei-Kosten aufkommen, die durch illegal über das soziale Netzwerk organisierte öffentliche Partys entstehen. Auch Persönlichkeitsverletzungen solle Facebook eine Grenze setzen. Unterstützung für seine Forderungen bekam der SPD-Politiker von seinem bayrischen Amtskollegen Joachim Herrmann. Doch auch die Strafttaten von Privatpersonen sollen laut Gall weiter "knallhart verfolgt" werden.
"Eine kommerzielle Internetplattform, die so etwas ermöglicht, trägt auch ein großes Maß an Verantwortung", sagt Gall im Interview in Hinblick auf ausufernde Feiern im öffentlichen Raum, die über das Netzwerk organisiert werden. Gleiches gelte jedoch auch für den Schutz von Persönlichkeitsrechten. Gall: "Wenn ich sehe, welche Unterstellungen auf solchen Plattformen teilweise gegen einzelne Polizisten verbreitet werden, dann sehe ich die Betreiber in der moralischen Pflicht, Grenzen zu setzen." Eine Tendenz dazu könne der Innenminister von Baden-Württemberg aber nicht erkennen: "Leider ist die Einsicht von Facebook und Co. nicht sehr ausgeprägt."
In das gleiche Horn stößt auch Joachim Herrmann, Innenminister in Bayern. Er sagte der Bild: "Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und darf es auch nicht werden. Online-Foren wie Facebook haben hier eine besondere Verantwortung." Auch im Internet müssten die Regeln Anwendung finden, die außerhalb des Netzes gelten. Herrmann: "Daran muss sich auch ein so großer Konzern wie Facebook halten."
Bislang sind im Rahmen von Mobbing-Übergriffen und sogennnten Facebook-Partys lediglich einzelne Nutzer zur Verantwortung gezogen worden. Diesen Kurs will Reinhold Gall auf keinen Fall aufgeben, auch weil er abschreckende Wirkung habe. Im Interview mit der Südwest Presse sagt er: "Den Wink mit der fetten Rechnung verstehen auch diejenigen, die glauben, das sei alles nur ein großer Spaß." Wenn nötig sollen sogar Gesetze angepasst werden, um Verursacher zur Kasse zu bitten: "Wenn die rechtlichen Grundlagen nicht ausreichen sollten, um die Verursacher zu belangen, müssen wir über entsprechende Änderungen im Landespolizeigesetz nachdenken. Ich bin nicht gewillt, diesem Treiben tatenlos zuzusehen", so Gall.
Letzte Kommentare
13.08.12 12:20
Sebastian B. Web-Site
Leider zeigt es mal wieder, dass die wenigsten Politiker das Internet verstehen.
Auch wenn sich Flashmobs bzw. Facebook Partys bilden, kommt es ja nur deswegen zustande, weil eine Menge Personen versuchen, aus der Einladung einen Flashmob zu organisieren und es viral verbreiten.
Natürlich ist es mit Hilfe von Facebook einfach, aber es wäre ohne genauso möglich.
10.08.12 18:33
S. Ond Erschüler
AufkläHrung.
Schreib' dich nicht ab - lern' Lesen und Schreiben.
Es ist nie zu spät.
10.08.12 16:18
Thilo Allstädt
Klare Ansage der "Demokraten",Gall und Herrmann,
und wenn sich einer systemkritisch außert, ein aufklährendes Buch weiterempfielt oder gar zu einer regierungskritischen Demonstration aufruft,
dann sofort Verfassungsschutz einschalten, verhaften und ab ins Loch.
Ach übrigens, so funktioniert Demokratie und Meinungsfreiheit in einer Diktatur.
Respekt an die Bildzeitung, solche Schnappsideen zu drucken und zu publizieren.
Hoch leben die Menschenrechte - vom Völkerrecht wollen wir hier in Deutschland mal lieber nicht reden sonst kommt noch einer auf die Idee das wir ein besetzt und überwachtes Volk sind.
Es darf darüber nachgedacht und diskutiert werden.
10.08.12 16:02
Hans Dampf
Warum verklagt eigentlich keiner die Telekom? Mit ihrer Hilfe werden seit Jahrzehnten Straftaten abgesprochen bzw. durchgeführt.
Die Leute sind solche Trottel, wer wählt die eigentlich? Politisch interessierte? Dass ich nicht lache...
10.08.12 15:49
Kay Schneider
Na da tappen die Politiker mal wieder wie so oft im dunkeln.... Also die Idee mit der Bahn finde ich gut, die könnten auch so manche Rechnung Bezahlen, auch bei Krawallen in Stadien ist ja schließlich die Deutsche Bahn schuld da diese die ganzen leute dorthin bringt frechheit. Und nicht vergessen die Mobilfunknetzbetreiber, manche verabreden sich auch noch über ihr Handy! Schlimm Schlimm.....muss man schon sagen..... Wenns nicht über facebook wäre dann hätten sich die Leute via twitter zusammengerottet...... Aber was sollen wir auch von Politiker erwarten die mit diesem Internet nicht vertraut sind! Das erinnert ein wenig an die Ängste der Menschen beim anblick der ersten Dampflock! Todesmaschinen!