Allen Verlagsmanagern ist klar: Die Print-Umsätze und -Auflagen sinken, die Online Nutzung steigt dagegen. Unklar ist jedoch die richtige Strategie, mit diesem Wandel umzugehen. Die neue Studie „Zeitungen Online 2008“ untersucht, wie die 100 auflagenstärksten deutschen Tageszeitungen in ihren Webseiten auf das neue Mediennutzungsverhalten reagieren und wie sie Print und Online verzahnen. Ergebnis: 82 Prozent setzen auf Videos und immer weniger auf Chats und Foren.
Hinter der Analyse stehen der Medien- und Verlagsberater Stefan Büffel und der Burda-Mitarbeiter und Medienwissenschaftler Sebastian Spang. Bereits zum dritten Mal nach 2006 und 2007, führen sie nun diese Untersuchung durch.
Die Macher schreiben in ihrem Vorwort: „Die Jugend mag bedrucktes Papier nicht mehr so gerne wie die Großeltern. Die Eltern beginnen es ihren Sprösslingen gleich zu machen und bevölkern nach und nach die Social Networking-Plattformen. Aus lokalen Zentren heraus verbreiten sich Communities wie wer-kennt-wen inzwischen in ganz Deutschland und dennoch ist alles irgendwie auch noch im Anfang.“
Die wichtigsten Erkenntnisse der Analyse:
Die interessanteste Erkenntnis der Untersuchung ist wohl der Rückgang von Chats und Foren und die gleichzeitige Zunahme von Kommentarfunktionen. „Userdiskussionen rücken damit näher an die journalistischen bzw. redaktionellen Inhalte der Websites und finden nicht mehr (nur) abseits in Foren oder Chats statt. Features wie RSS-Feeds oder Social Bookmarking sind relativ leicht technisch lösbar und erfordern wenig bis keine redaktionelle Steuerung. Hier nutzen die Verlage also kostengünstige Synergien aus, indem sie auf der technischen Ebene mit Features des Social (Media) Web aufrüsten“, analysieren Büffel und Spang.
Ihre deutsche Studie ist inspiriert vom amerikanischen Bivingsreport, der untersucht, wie die Web-Angebote der 100 größten US-Zeitungen „mit den Gefahren und Chancen umgehen, die der Aufstieg des Internets als Nachrichten-Quelle mit sich bringt“. Die wichtigsten Resultate der US-Studie waren: 60 Prozent aller Blätter integrieren User Generated Content, zehn Prozent haben eigene Social Networks, und immer weniger Zeitungen setzen auf Paid-Content.