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US-Traditionsverlag verdient 77 Prozent weniger

"Washington Post" schreibt rote Zahlen

Die ausufernde Krise der Printmedien hat tiefe Spuren in der Bilanz der Washington Post Company hinterlassen. Am Mittwoch legte das börsengelistete Medienunternehmen, zu dem auch das Wochenmagazin "Newsweek" gehört, schwache Zahlen für das abgelaufene vierte Quartal vor. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum brach der Gewinn um 77 Prozent ein. Schlimmer noch: Das namensgebende Traditionsblatt ist bereits in die Verlustzone gerutscht.

Der Aderlass geht in die nächste Runde: Bereits zum neunten Mal in Folge muss die Washington Post Company in einem Quartal sinkende Erträge vermelden. Im abgelaufenen Dreimonatszeitraum fiel der Einbruch jedoch besonders hoch aus:  Nach 82,9 Millionen Dollar verdiente der an der Nyse gelistete US-Traditionsmedienkonzern zwischen Oktober und Dezember letzten Jahres nur noch 18,8 Millionen Dollar oder 2,01 Dollar je Aktie – das entspricht einem happigen Minus von 77 Prozent. Die Umsätze legten dagegen moderat um drei Prozent auf 1,16 Milliarden Dollar zu.
 
Noch unerfreulicher verlief dagegen die Entwicklung im Kerngeschäft mit Tageszeitungen, wo die Erlöse um 13 Prozent auf 202 Millionen Dollar zurückfielen.  Schlimmer noch: Die Zeitungssparte, zu der auch die traditionsreiche "Washington Post" gehört, verlor dabei sogar kräftig Geld. Nachdem im Vorjahresquartal noch ein Profit von 25 Millionen Dollar erwirtschaftet wurde, fiel nunmehr ein Minus von 14,4 Millionen Dollar an.
 
Kabel- und Lernmittelsparte retten die Bilanz

Gerettet wurde die Bilanz dagegen durch die beiden stärksten Unternehmensbereiche, die trotz der ausufernden Finanzmarktkrise zweistellig zulegen konnten – die Kabelsparte und das Geschäft mit Lernmitteln, die um 11 bzw. gar 13 Prozent zulegten. Trotzdem schlägt im Geschäftsjahr 2008 eine verheerende Bilanz zu Buche: Während die Umsätze noch um 7 Prozent auf 4,46 Milliarden zulegen konnten, brachen die Gewinne um 78 Prozent von 289 Millionen auf nur noch 65,7 Millionen Dollar ein

Für  den legendären Großaktionär Warren Buffett, der seit 1973 Anteile an der US-Traditionszeitung hält, sind das alles andere  als gute Nachrichten, die sich entsprechend auch im Aktienkurs niederschlagen. Bei zuletzt 382 Dollar liegt die Washington Post-Aktie mehr als 60 Prozent unter ihren Höchstkursen.

26.02.2009

Nils Jacobsen

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