Mit einem riesigen Wachstum von 406,7% in nur drei Monaten entwickelt sich der Kurzkommunikationsdienst Twitter auch hierzulande zu einem der beliebtesten Internet-Angebote. Laut der neuesten Zahlen aus dem Google Ad Planner hatte Twitter.com im Februar schon 760.000 Unique Visitors und gehörte damit zu den 350 beliebtesten Websites Deutschlands. Bei den Communities legten unterdessen vor allem Facebook und SchuelerVZ besonders deutlich zu.
Mit 4,60 Mio. Unique Visitors ist Facebook dabei um 400.000 Besucher bzw. 9,5% gewachsen. wer-kennt-wen gewann gegenüber den Januar-Zahlen ebenso wie StudiVZ 100.000 Unique Visitors hinzu, SchuelerVZ sogar 700.000. Damit glich die laut AdPlanner immer noch größte Community Deutschlands die herben Verluste aus dem Januar, als 1,6 Mio. Unique Visitors verloren gingen teilweise wieder aus. Das fünfte große Netzwerk, MeinVZ, kam im Februar auf 3,50 Mio. Besucher und damit auf 300.000 mehr als noch im Januar. Ein Blick auf die Verlaufskurven der fünf Angebote lässt aber vermuten, dass die ganz große Wachstumsphase der Netzwerke zu Ende ist:
Einzig bei Facebook scheint die Kurve noch nach oben zu zeigen, StudiVZ und SchülerVZ verlieren im Langzeit-Trend hingegen seit Mitte 2008, MeinVZ und auch der große Aufsteiger des Jahres 2008 wer-kennt-wen stagnieren. Ganz anders sieht es bei Twitter aus. Dort zeigen die Pfeile - wenn auch noch auf wesentlich geringerem Besucherniveau - seit Anfang des Jahres radikal nach oben. Und ein Ende scheint u.a. dank Medien-Hype noch nicht in Sicht.
Zu den 760.000 Unique Visitors noch eine Anmerkung im Hinblick auf die Ermittlung dieser Zahl. Es handelt sich dabei natürlich nicht um tatsächlich aktive Nutzer des Kurzkommunikationsdienstes, dieser Wert dürfte noch immer wesentlich geringer sein. Auch Neugierige, die sich Twitter lediglich mal anschauen wollten oder Mitleser, die die Twitter-Accounts wie kleine Mini-Blogs lesen, werden dabei mitgezählt. Google rechnet die Unique-Visitors-Zahlen aus diversen Quellen hoch, über die sich der Internet-Multi bedeckt hält. Unter den Quellen dürften allerdings auch massenhaft eingekaufte anonymisierte Serverdaten deutscher Internet-Provider sein, denn Google stellt mittlerweile auch Zahlen für einzelne Bundesländer und deutsche Städte zur Verfügung.
An der Spitze des Google-Rankings bleibt wie in den vergangenen Monaten die Auktionsplattform ebay, die seit Dezember stabil auf 21 Mio. Unique Visitors pro Monat kommt. Tatsächlich dürfte ebay aber nur die drittbeliebteste Website der Deutschen sein - hinter Google und YouTube. Die Zahlen eigener Angebote verschweigt der Google AdPlanner aber leider. Hinter ebay folgen die Wikipedia und diesmal wieder Mozilla.com. Die Zahlen der Website des Firefox-Browsers schwanken von Monat zu Monat massiv, je nachdem ob ein Update die Nutzer des Browsers automatisch auf die Site lenkt. Das war im Februar wieder der Fall. Auch zu Platz 8 des Rankings noch eine Anmerkung, denn mpnrs.com dürfte den meisten nichts sagen. Dabei handelt es sich um einen Dienstleister für Online-Kampagnen. Wann immer ein über die mpnrs.com-Server ausgeliefertes Werbemittel in den Browsern der Nutzer auftaucht, wird auch ein Unique Visitor gezählt, obwohl natürlich keine eigentliche Website besucht wird - daher die hohe Zahl. Deutlich zugelegt haben im Februar innerhalb der Top 25 zudem Amazon und die Suchmaschine Ask.com, verloren haben vor allem Yahoo, 1und1.de und Ciao.de:
Auch auf den Plätzen 26 bis 50 der exklusiv von MEEDIA zusammengestellten Februar-Liste gibt es relativ wenige Verlierer. Getroffen hat es vor allem Usenet-Provider Firstload.de mit einem Minus von 7,9%. Überdurchschnittlich stark zulegen konnten neben Facebook, das sich allmählich an die Top 25 heranpirscht, vor allem immobilienscout24.de und Wordpress.com, Plattform für hunderttausende Blogs:
Die beiden einzigen Nachrichten-Websites unter den 50 deutschen Top-Angeboten bleiben auch diesmal Spiegel Online auf Platz 19 und Bild.de auf der 22. Über die 48 weiteren erfolgreichsten News-Seiten klären wir Sie dafür am Montag auf MEEDIA auf - in unserem auf 50 Plätze ausgeweiteten Ranking der laut Google Ad Planner publikumsstärksten Nachrichten-Angebote der Deutschen.
05.06.09 13:42
Mirko Lange Website
@Nicole Simon
Außerdem dürfte die Zahl der registrierten und nicht die Website nutzenden User die GEsamtzahl kaum verändern. Denn es gab ja in Deutschland nur gut 50.000 registrierte Nutzer. Damit wäre die Zahl maximal 800.000. Das macht den Kohl nicht fett.
Viel interessanter ist der eklatante Unetrschied zwischen Twitter-BEsuchern und (registrierten) Twitter-Nutzern.
17.04.09 16:53
Matthias Süß Website
Oh je ... wann werden die Menschen endlich lernen, dass Visitors nichts, aber auch gar nie nie nie nichts über den Erfolg einer Seite aussagen.
Herr Schröder, was darf ich Ihnen anbieten: 10.000, 20.000 Besucher pro Tag? Was zahlen Sie für unqualifizierten und nicht-monetarisierbaren Traffic ... das biege ich Ihnen hin!
Ausserdem hätte ich da eine regionale Community im Angebot, die ungefähr die geschätzte Reichweite von Twitter in DE hat ... wer will sie kaufen? Angebote erwünscht :)
--> http://corp.nu/subdomains-und-microsites
17.04.09 10:40
Jens Schröder Website
@Nicole Simon - Theoretisch richtig, praktisch würde ich aber behaupten, dass jeder aktive Twitter-Nutzer auch ab und zu die Twitter.com-Website besucht und somit durchaus mitgezählt wird.
17.04.09 10:13
Nicole Simon Website
Die Zahl dürfte bei Twitter höher sein, weil ein großer Teil die Seiten besucht, ohne das Google es mitbekommt, via Clients oder direkt beim Besuch vom Handy.