Ein Indiz, wie gut eine Website bei ihren Nutzern ankommt, ist das Verhältnis von Page Impressions zu Visits. Nur wenn der User zufrieden ist, klickt er viel und beschert dem Angebot viele Seitenabrufe. Kommt er von einer Suchmaschine und ist enttäuscht, ist er schnell wieder weg. MEEDIA hat sich die PI/Visit-Verhältnisse der IVW-geprüften Sites angeschaut und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: An der Spitze des Rankings befindet sich nämlich "Neon".
Sage und schreibe 88,3 Seitenabrufe gab es dort im Oktober pro Visit. Das spricht für eine sehr begeisterte und treue Fan-Gemeinde, die sich wahrscheinlich stundenlang auf "Neon.de" aufhält. Einziges Problem: Die Zahl der Visits ist mit 538.709 noch relativ gering. Mit den ganz großen Websites, insbesondere Communities, kann "Neon" daher noch nicht mithalten. Dennoch: 47,57 Mio. PIs sind angesichts dieser Visits-Zahl ein toller Wert. Ebenfalls extrem viele PIs pro Visits verzeichneten im Oktober die Websites der Frauenmagazine "Shape" und "Joy": 64,0 bzw. 60,8. Auch hier dürften die umfangreichen Community-Funktionen der Websites dafür verantwortlich sein, dass die Nutzer(innen) so oft klicken. Ziel der beiden Sites muss aber die Erhöhung der Visits sein - die liegen nämlich bei nur 73.666 und 156.513. Klare Sache: Da steckt noch viel Potenzial drin. Die komplette Top Ten nach Page Impressions pro Visit sieht so aus:
Communities dominieren die Liste also, neben den kleineren Websites wie "Neon", "Shape" und "Joy" finden sich mit "Schueler.CC" und "Lokalisten" auch zwei Websites darin, die zu den 10 PI-stärksten Angeboten der IVW gehören. Natürlich gibt es auch Sites, die besonders wenige PIs pro Visit generieren. Schauen wir also auch dort auf die Top Ten, bzw. Flop Ten, in die wir nur Angebote aufgenommen haben, die mindestens 1 Mio. PIs erreicht haben:
Auf den ersten Blick zu erkennen: Angebote, die offenbar besonders gezielt genutzt werden, liegen vorn. Websites wie "tippscout.de" und "wer-weiss-was" besuchen die Nutzer dann, wenn sie eine konkrete Frage haben. Ist die beantwortet, surfen sie weiter. Ähnliches gilt wohl für "NetMediaEurope.de" mit seinem Angebot "Testticker.de". Etwas erstaunlicher sind die Zahlen von "Webnews.de" und "Yigg". Den beiden Nachrichten-Communities gelingt es offenbar überhaupt nicht, die Nutzer auf ihren Seiten zu halten. PI/Visit-Verhältnisse von 1,7 bzw. 1,8 sind äußerst schwache Zahlen. Eine Nachrichten-Website hat den Sprung in die Flop Ten knapp verpasst: "Zoomer.de" findet sich mit einem Verhältnis von 1,9 Page Impressions pro Visit auf Rang 11. Für ein Nachrichtenangebot ist das ein extrem schlechter Wert. Zum Vergleich: "Spiegel Online" erreicht 5,8, "Bild.de" 12,6, "stern.de" kommt auf 11,2, "sueddeutsche.de" auf 8,0 und "Welt Online" auf 7,1. Der "Zoomer"-Relaunch war also schon allein wegen dieser Statistik eine Pflicht. Ob er die Zahlen jedoch wirklich verbessern kann, zeigt sich in vier Wochen.
21.10.09 02:12
Vevina Vevina Website
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14.11.08 22:47
Tobias Tappel
sich hier auf meedia.de streng sequentiell und ohne jede möglichkeit einer direktanwahl durch 131 web-macher klicken zu müssen ist aber kein versuch, in rankings wie diesen selbst mal oben aufzutauchen? ;)
14.11.08 22:46
Tobias Tappel
sich hier auf meedia.de streng sequentiell und ohne jede möglichkeit einer direktanwahl durch 131 web-macher klicken zu müssen ist aber kein versuch, in rankings wie diesen selbst mal oben aufzutauchen? ;)
13.11.08 16:10
Bernd Wild
Da kann ich mich dem Vorredner Herrn Neumann nur anschließen: Die analytische Ableitung der Relevanz einer Website auf Basis der PI ist ebenso überholt wie sinnentleert. Ich beschäftige mich auf Seiten eines großen Werbungtreibenden in der täglichen Arbeit regelmäßig mit der Reichweiten- und Umfeldanalyse potentieller Werbeträger. Gerade die von Ihnen skizzierten Beispiele wie schwarzekarte.de oder schueler.cc als Galerienfriedhöfe sind sicherlich Paradigemen dafür, eben diesen Parameter nicht zum Maßstab zu machen.
Unique User, Nutzerprofile und nicht zuletzt die Verweildauer des Nutzers auf einer Seite liefern belastbare Daten über Nutzungsintensität. Die Zeiten des reinen "PI-Zählens" sind AGOF sei Dank vorbei!
12.11.08 15:17
Peter Neumann Website
Sehr geehrter Herr Schröder,
ohne in Zwiesprache mit ihnen verfallen zu wollen: Wenn ein Leser Sie erst persönlich kennen muss, um den Sinn und Hintergrund Ihrer Artikel zu erfassen ("Wenn Sie mich ein bisschen kennen würden, wüssten Sie, dass ich weiß Gott kein "PI-Fetischist" bin"), dann müssen Sie viele Hände schütteln, bis man sie versteht.
Ich wundere mich auch nicht grundsätzlich darüber, dass meedia sich über die Nutzung von Websites Gedanken macht und diese analysiert. Ich stelle nur in Frage, ob die Analyse, die Sie da liefern, wirklich sinnig und aussagekräftig ist. Denn Sie huldigen damit einer Zahl, von der Sie in Ihrem Kommentar selbst sagen, dass sie nicht wirklich etwas aussagt. Die Frage ist ernst gemeint: Warum tun sie es dann? Oder warum schreiben sie nicht wenigstens, wie schwierig die Währung PIs tatsächlich ist?
Bitte nicht falsch verstehen: Ich rede nicht pro Domo. Natürlich ist das PI/Visit-Verhältnis von zoomer.de nicht gut. Und das habe ich selbst schon offen gesagt, bevor irgendjemand überhaupt darauf aufmerksam geworden ist. Aber diese im Verhältnis zu Spiegel&Co schlechtere Zahl ist AUCH der Tatsache geschuldet, dass wir den ganzen PI-Optimierungswahnsinn über irrwitzige Klickstrecken, verpixelte Flashanimationen oder Spiele nicht mitmachen.
Ich frage Sie: Aber wie lange können wir das (für die User bessere) Konzept durchhalten, wenn meedia und andere dauernd darauf hinweisen, wie schlecht das ist? Ohne darauf zu verweisen, welche Gründe es dafür geben kann oder gibt.
Es wäre schön, wenn in einer ernsthaften "Analyse" auch dieser Aspekt einmal erwähnt würde, und nicht einfach nur stur und dumpf auf die reinen Zahlen abgehoben würde. Denn zur Analyse gehört die Einordnung und die fehlt oben.