Vier Monate nach dem Verkauf seines Blogs greift Robert Basic wieder an. Sein ehrgeiziges Ziel: "Buzzriders soll das lokale Internet revolutionieren." Beim Web-Montag in Hannover präsentierte der Usinger ein erstes Grund-Konzept, das einen Mix aus lokalen News, Kleinanzeigen, Twitter, Blogs und Social Networks beinhaltet. Findet er genügend motivierte Mitstreiter, könnte der verwegene Plan gelingen und Basic ein ernsthafter Rivale der mächtigen regionalen Zeitungsverlage werden.
Herzstück des neuen Angebotes soll ein neuartiges Online-Lokalportal werden. Jede Gemeinde bekommt bei Buzzriders eine eigene Lokalseite, auf der die Bürger Kurzmeldungen posten, sich vernetzen und austauschen können. Nach Basics Vorstellung soll zusätzlich noch ein Buzzriders-Lokalreporter ein Video zum Top-Thema das Tages einstellen. Neben den Info- und Kommunikations-Angeboten wird jedes Regionalportal noch mit einer eigenen Kleinanzeigenrubrik ausgestattet.
Darüber hinaus soll Buzzriders auch überregionale News bringen. Gegenüber dem Web-Magazin t3n gibt Basic die Direktive für das bundesweite Angebot aus: „Kurze Artikel und viele Leute, nicht wenige Leute und lange Artikel".
Mit diesem Konzept könnte Basic eine ernste Gefahr für die lokalen Presse-Platzhirsche werden. Er greift mit Buzzriders Deutschlands Lokalzeitungen gleich auf zwei Ebenen an: bei der regionalen Informationshoheit, die noch immer fast alle Regionalblätter in ihrem Einzugsgebiet haben und bei den Kleinanzeigen, einem der lukrativsten Einnahmefelder der Verlage.
Bislang ist die regionale Zeitungslandschaft in kleine, aber mächtige Fürstentümer unterteilt. Die Top-Player heißen Ippen, Madsack oder WAZ-Gruppe. Funktioniert Basics verwegener Plan, könnte er ein ernsthafter Online-Herausforderer der Regionalverlage werden. Damit dies gelingt, braucht der ehemalige Top-Blogger viele motivierte Helfer, die in jeder Stadt und Gemeinde beim Aufbau von Buzzriders mithelfen.
Basic sieht die einzige Chance, genügend engagierte Mitstreiter zu finden, darin, erfolgreiche Mitmachprojekte wie Wikipedia zu kopieren. Deren Erfolgsgeheimnis liegt in ihrer totalen Transparenz. So will der Neu-Verleger Kunden-Feedback öffentlich machen, den Businessplan, Finanzpläne und Mitarbeiterpläne für jedermann einsehbar gestalten. Sein großes Vorbild heißt Mozilla: „Mir gefällt deren Art nach außen zu kommunizieren und es gibt eigentlich keine Geheimnisse, die Milestones sind bekannt und ich bin überzeugt davon, dass Mozilla deshalb so gut funktioniert.“
Der Starttermin für Buzzriders fiel für Basic bereits beim gestrigen Web-Montag in Hannover, auch wenn von der Seite noch nichts zu sehen ist.
Bereits in den nächsten Tagen will der Usinger seinen Businessplan veröffentlichten. Anschließend plant Basic sein „Buzzcamp“, eine Tour quer durch Deutschland, bei der der Neu-Verleger für sein Projekt werben und Mitstreiter rekrutieren will.
22.04.09 18:15
Paul gehtdichgarnichtsan
Neu ist die Idee auf alle Fälle nicht aber auf jeden Fall zukunftsträchtig. Was mich bisher am meisten stört ist der Name: Buzzriders. Wirklich? So soll das Ding heißen? Ich denke Leser von Regionalzeitungen (Basics zukünftige User) würden sich mit einem konventionellerem, deutschen Namen leichter tun.
Buzzriders...also wirklich...
22.04.09 15:25
Hans Bayartz Website
Mit seinem Konzept liegt Robert Basic richtig. Hyperlokales, wie das heute heisst, wird sicherlich angenommen. Schwer zu sagen, ob man dabei auf journalistische Qualität verzichten kann, deshalb würde ich ihm sehr dazu raten, die vielen, die sich schon an der lokalen Basis mit dem Thema auseinandersetzen (Placeblogger, LocalNews-Anbieter, Lokalradios etc) zu integrieren. Sie haben gute Kontakte in den lokalen Leser- und Anzeigenmarkt - eigentlich eine Domäne der Tz-Verlage, aber die wollen offenbar diesen Weg nicht gehen.
Ich wünsche R.B. viel Geld und Ausdauer, der Erfolg wird sich einstellen (http://hansbay.wordpress.com/2009/04/22/302/)
Gruss
Hans Bayartz
22.04.09 15:12
Hans Bayartz Website
Mit seinem Konzept liegt Robert Basic richtig. Hyperlokales, wie das heute heisst, wird sicherlich angenommen. Schwer zu sagen, ob man dabei auf journalistische Qualität verzichten kann, deshalb würde ich ihm sehr dazu raten, die vielen, die sich schon an der lokalen Basis mit dem Thema auseinandersetzen (Placeblogger, LocalNews-Anbieter, Lokalradios etc) zu integrieren. Sie haben gute Kontakte in den lokalen Leser- und Anzeigenmarkt - eigentlich eine Domäne der Tz-Verlage, aber die wollen offenbar diesen Weg nicht gehen.
Ich wünsche R.B. viel Geld und Ausdauer, dann wird sich der Erfolg schon einstellen (http://hansbay.wordpress.com/2009/04/22/302/)
Gruss
Hans Bayartz
22.04.09 10:56
Haber Peter
Was soll der Hype um diesen Typen mit dem Namen (oder Pseudonym) Robert Basic? Ist der Autor dieses Textes Mr. Basic etwa zu Gefälligkeiten verpflichtet? Tage lang musste man an dieser Stelle über den Verkauf des Blogs lesen, der dann zu einem Preis wegging, der in etwa dem Wert des Gebrauchtwagens meines Nachbarn entspricht. Geradezu lächerlich, dieses Aufpusten einer unbedeutenden Randnotiz der Weltgeschichte. Und jetzt geht das schon wieder los...