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Intendant Boudgoust stellt neue Projekte vor

SWR-Intendant will "Digital Natives" locken

SWR-Intendant Peter Boudgoust will seinen Sender "moderner, relevanter und erfolgreicher" machen. Am Freitag stellte Boudgoust in einer Sitzung des SWR-Rundfunkrates drei Projekte vor, mit denen er das in den kommenden Jahren erreichen will. Projekt 1, Arbeitstitel "Digital Natives", soll die Jugend häufiger zum SWR locken, Projekt 2 will mit dem SWR "verstärkt die Mitte der Gesellschaft erreichen" und Projekt 3 soll Nachrichten für alle Bevölkerungsschichten auf allen Verbreitungswegen anbieten.

"In einer Gesellschaft, die sich stetig verändere, müsse sich auch der SWR stetig wandeln", so Boudgoust am Freitag. Seine Zielsetzung den Sender zu modernisieren habe aber einen Zielkorridor von Jahren, nicht von Wochen. Aber: "Wenn wir jetzt nicht angefangen hätten, wäre es bald zu spät gewesen", so der Intendant.

Das erste Projekt, das Boudgoust angehen will, ist das mit dem Namen "Digital Natives". Es zielt darauf ab, die Jugend, die dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen seit vielen Jahren weitgehend fern bleibt, wieder stärker an den Sender zu binden. Der SWR produziere zwar gutes Kinderfernsehen (z.B. den "Tigerenten Club") und gutes Fernsehen für Erwachsene, die Zielgruppe dazwischen werde aber ungenügend bedient. Diese Lücke will Boudgoust nun schließen - und zwar mit "schrägen und jungen Sendungen und Online-Angeboten. Mit Pepp, aber auch mit Tiefgang." Ob das gelingt, bleibt allerdings abzuwarten, denn zu oft gab es von anderen öffentlich-rechtlichen Sendern und Anstalten schon ähnliche Pläne, die dann aber nicht wirklich die angepeilte Zielgruppe erreichten. Das "Digital Natives"-Projekt soll maßgeblich online stattfinden, also "in dem Medium, in dem sich junge Leute am häufigsten aufhalten".

Mit Projekt 2 sorgt Boudgoust gleich den Kritiken vor, der SWR setze zu stark auf die Jugend und vergesse die Älteren. "Ich will nicht, dass das SWR Fernsehen sich künftig nur noch an die Jungen wendet. Das Zauberwort ist nicht 'jung' und nicht 'alt', sondern es geht um Frische, zeitgemäße Anmutung, um Aktualität. Auch eine Sendung, die thematisch eher ältere Zuschauer interessiert, kann 'modern' sein.", so der SWR-Intendant. Zudem müsse sich das SWR Fernsehen auf den Südwesten Deutschlands ausrichten. Was genau dieses Projekt nun am Programm ändern soll, gab Boudgoust aber noch nicht bekannt.

Für Diskussionen bei Verlagen und Privatsendern könnte der dritte Plan des Intendanten sorgen. Der dreht sich nämlich um das Thema Nachrichten. Der SWR will auf allen drei Plattformen, also Radio, Fernsehen und Internet ein "großes Nachrichtenangebot" bilden, "einfach und verständlich und gleichzeitig immer auf dem aktuellen Stand", so der Intendant. Insbesondere die Zeitungsverlage im Südwesten werden diesen Plan sicher als Kampfansage deuten.

04.12.2009

Jens Schröder

MEEDIA RÜCKBLICK

  • 29.12.2009 ARD will digitaler und jünger werden

Letzte Kommentare

Anzeige: 1 - 2 von 2

05.12.09 10:20

Frank Boettcher

Ich sehe es genau so: Ich zahle GEZ-Gebuehren und will dafuer gutgemachtes modernes Programm, im TV UND online. Kein Altenheimprogramm , aber auch keinen hirnlosen Promiquatsch wie auf den Privatsendern. Die haben ja auch viel Geld und zeigen, was SIE in der Regel daraus machen...

05.12.09 10:11

Birger Hartung Website

Das soll der SWR mal machen, dafür zahle ich GEZ-Gebühren. Dass die Verlage das als Kampfansage sehen - deren Problem. Sie haben es bisher nicht geschafft eine Antwort auf die Frage nach Monetarisierung von Online-Nachrichten zu finden. Seit über einer Dekade ballern die Verlage ihre Inhalte im Internet kostenlos raus und hoffen auf Einnahmen durch Online-Werbung. Wer sich so schwer tut und die Lösung nicht erkennt, muss leiden.

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