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So sehen Bundesbürger die Presse

Glaubwürdigkeit: "Bild" flop, "Spiegel" top

Journalismus 2009: 54 Prozent aller Deutschen glauben, dass Journalisten "nicht wahrheitsgemäß" berichten. Trotzdem genießen Reporter und Redakteure bei den Bundesbürgern ein hohes Ansehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Marktforschers YouGovPsychonomics. Weiter Ergebnisse: Online-Medien und Privat-Fernsehen sind kaum vertrauenswürdig. Die glaubwürdigsten Print-Titel sind "Spiegel" und "Zeit". Am schlechtesten schneidet die "Bild" ab.

Die schlechtesten Noten erhalten die Journalisten in Bezug auf Glaubwürdigkeit. Laut YouGovPsychonomics gehen nur 46 Prozent der Bundesbürger davon aus, dass immer wahrheitsgemäß berichtet wird. In den fünf Ost-Bundesländern sind diese Werte ist noch niedriger. Dort bestreiten zwei Drittel, dass Journalisten sich mit ihrer Arbeit an der Wahrheit orientieren, "vielmehr stimmen lediglich ein Drittel dem Statement zu, Journalisten strebten eine 'wahrheitsgemäße Berichterstattung' an", heißt es in der Studie.

Auch wenn die Glaubwürdigkeit keine Bestnoten erhielt, genießt der Beruf des Journalisten doch ein hohes Ansehen. So kommt die Untersuchung zu dem Schluss: "Gegenüber einem Freund, der eine Karriere als Journalist plant, würden sich 77 Prozent der Befragten wohlwollend äußern. 61 Prozent der Befragten stimmten zudem voll oder teilweise der Aussagen zu, der Beruf des Journalisten besitze ein 'hohes gesellschaftliches Ansehen'".

Nach diesem Lob, folgt jedoch gleich der nächste Kritikpunkt. Denn nur die wenigsten halten das Recherchieren und Schreiben von Geschichten für anstrengend. In einer Rangfolge mit sechs Berufen (Arzt, Bauarbeiter, Unternehmer, Lehrer, Hausfrau / -mann, Journalist, PR-Mitarbeiter) landeten Journalisten auf dem vorletzten Platz. Den stressigsten Job, haben laut der YouGovPsychonomics-Studie, die Ärzte.

Auch wenn die Recherchearbeit nicht als sonderlich anstrengend gilt, sind die meisten Bundesbürger doch mit ihr zufrieden. Laut Studie gehen "69 Prozent davon aus, dass beim Erstellen eines Artikels gewissenhaft recherchiert wird und nur jeder Zehnte meint, dass Journalisten Berichte selbst inszenieren, um die Auflage zu erhöhen." 74 Prozent sind jedoch davon überzeugt, dass Journalisten auch "über Leichen gehen". 93 Prozent der Befragten attestieren der Presse eine große Macht auf die Meinung der Öffentlichkeit.

Untersucht wurde auch das Vertrauen in die unterschiedlichen Medien ab. Das Resultat: "Besonders häufig sprechen die Befragten dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen ihr Vertrauen aus (69 Prozent). Den zweiten Rang belegen regionale (46 Prozent), den dritten überregionale Tageszeitungen (42 Prozent)". Das Radio kam auf 37 Prozent, wöchentliche bzw. monatliche Print-Magazine auf 25 Prozent und  Online-Medien lediglich auf 16 Prozent. Am schlechtesten schnitt das Privat-Fernsehen mit 15 Prozent ab.

Die Experten erkundigten sich darüber hinaus nach der Glaubwürdigkeit einzelner Titel. Den "Spiegel" halten 82 Prozent aller Befragten für glaubwürdig. Den zweiten Platz belegt die "Zeit" (80 Prozent), gefolgt von der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (76 Prozent), dem "Focus" (76 Prozent) und der "Süddeutsche Zeitung" (75 Prozent).

Auch bei den Netz-Medien liegt Spiegel Online mit  75 Prozent an der Spitze, gefolgt von Focus Online (70 Prozent) und Welt Online (70 Prozent).

Schlecht schnitt die "Bild" ab. Die Studie kommt zu dem Schluss: "Die auflagenstärkste deutsche Tageszeitung 'Bild' landet mit acht Prozent Zustimmung in Sachen Glaubwürdigkeit weit abgeschlagen auf dem letzten Platz aller Medien."

Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Kölner Markt- und Organisationsforschungsinstituts YouGovPsychonomics in Kooperation mit der Macromedia Hochschule für Medien- und Kommunikation in München. Die Wissenschaftler befragten insgesamt repräsentativ 1.000 Personen aus der deutschen Bevölkerung.

31.03.2009

Alexander Becker

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Pressemitteilung zur Studie

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